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Tagebuch zu den Komitee-Frühlingsaktionen 2017

Im Frühling 2017 haben insgesamt 9 Vogelschutzcamps des Komitees gegen den Vogelmord in Mittelmeerraum stattgefunden. In 13 Wochen haben wir 1.834 Leimruten, 90 Fangnetze, 83 Schlagfallen und 6 Käfigfallen gefunden, aufgrund unserer Hinweise hat die Polizei 41 Wilderer auf frischer Tat überführt – bei ihnen wurden 4 Flinten und 1.342 Schuss Munition sichergestellt. Fast 300 Vögel konnten befreit werden – entweder aus Fallen und Netzen oder aber aus den Volieren krimineller Tierhändler.

An dieser Stelle haben wir fast täglich über den Fortgang der Aktionen berichtet. Kurze Abschlussberichte zu jedem der Einsätze finden Sie hier ...

Unsere Vogelschutzcamps wurden vor allem über Ihre Spenden finanziert. Außerdem unterstützen uns die Stiftung Pro Artenvielfalt , der Karl-Kaus-Stiftung und der Landesbund für Vogelschutz Bayern (LBV) .


21.05.2017, Bozen (Italien)

Komitee-Aussichtpunkt über den Obstplantagen bei Bozen (Mai 2017)Komitee-Aussichtpunkt über den Obstplantagen bei Bozen (Mai 2017)Heute ist das Komitee-Vogelschutzcamp im norditalienischen Bozen zuende gegangen. Der Einsatz gegen die Nesträuber, die Drosselküken aus den riesigen Obstplantagen stehlen, um sie als angebliche Nachzuchten an Jäger zu verkaufen, war wie zu erwarten sehr schwierig. Insgesamt haben wir in dem 18.000 Hektar großen Gebiet etwa 50 von Wilderern markierte Nester von Sing- und Wacholderdrosseln gefunden - letztlich konnten wir durch eine aufwändige Observation der Apfelplantagen zusammen mit der regionalen Forstpolizei einen Kükendieb dingfest machen, zwei Wilderer konnten fliehen. Die Markierungen an den Nestern wurden heute von uns entfernt, so dass die Diebe sie nicht mehr finden und die Vögel so in Ruhe ausfliegen können. Besonders positiv ist der Ausbau unserer Kontakte zur Forstpolizei, den Carabinieri, der südtiroler Jagdbehörde und den Obstbauern.


18.05.2017, Bozen (Italien)

Singdrosselküken, sichergestellt bei einem Nesträuber bei Bozen (Mai 2017)Singdrosselküken, sichergestellt bei einem Nesträuber bei Bozen (Mai 2017)Erste Kükendiebe in Norditalien geschnappt: Ein Komitee-Team, das südlich von Bozen im Einsatz war, hat in den Apfelplantagen zwei verdächtige Personen beobachtet, die offensichtlich Drosselnester suchten. Die umgehend gerufene Polizei hat das Gebiet kontrolliert und mit viel Engagement am Ende tatsächlich die beiden Wilderer erwischt. Es handelt sich um eine Frau aus Brescia (einer Provinz in der weiter südlich gelegenen Lombardei) und einen Helfer. Sieben Drosselküken (siehe Foto) wurden sichergestellt und in eine Auffangstation gebracht! Die drei derzeit in Südtirol eingesetzten Teams des Komitees gegen den Vogelmord haben derzeit noch ein halbes Dutzend Obstgärten mit von Wilderern markierten Drosselnestern unter Kontrolle.


17.05.2017, Bozen (Italien)

Singdrosselnest in einer Apfelplantage nördlich von Bozen (Mai 2017)Singdrosselnest in einer Apfelplantage nördlich von Bozen (Mai 2017)Beim Komitee-Vogelschutzcamp im norditalienischen Bozen haben wir inzwischen Dutzende von Wilderern markierte Nester von Amseln, Sing- und Wacholderdrossel gefunden. Nesträuber stehlen die Küken, wenn sie alt genug sind, um sie als lebende Lockvögel an Jäger zu verkaufen. Die betroffenen Bereiche zwischen Trento im Süden und dem Vintschgau im Norden werden von uns jetzt überwacht - entweder wir schnappen uns die Kükendiebe, oder wir halten sie durch unsere Präsenz ab. So oder so können die Kleinen demnächst ausfliegen.

Das Foto zeigt einige unserer Schützlinge ...


14.05.2017, Zypern

Berglaubsänger in Leimrute (April 2017)Berglaubsänger in Leimrute (April 2017)Heute haben wir unser großes Vogelschutzcamp auf Zypern abgeschlossen. Seit dem 23. März waren jeden Tag bis zu vier Teams des Komitees gegen den Vogelmord auf der Mittelmeerinsel im Einsatz. Unsere langjährigen Aktionen haben dazu geführt, dass die Wilderei im Frühjahr deutlich zurückgegangen ist - es sind wesentlich weniger Fangstellen als noch vor 5 Jahren aktiv und die Wilderer legen die Leimruten nicht mehr während der gesamten Zeit aus, sondern nur noch an besonders guten Zugtagen. Weil wir inzwischen genau wissen, welche Vogelfänger noch im Frühling aktiv sind, haben wir diese Stellen bis zu 15 Mal während der letzten Wochen kontrolliert, bis wir Fallen oder Netze finden konnten. Insgesamt haben wir so in den letzten 7 Wochen 1.834 Leimruten und 19 Netze eingesammelt, die (wenig hilfreiche) Polizei hat 6 Wilderer aufgrund unserer Hinweise überführt. Wir konnten über 91 Vögel freilassen, darunter auch der Berglaubsänger auf dem Foto.


12.05.2017, Zypern

In Bodennetzen gefangene Reptilien (Zypern, April 2017)In Bodennetzen gefangene Reptilien (Zypern, April 2017)Während unseres Vogelschutzeinsatzes auf Zypern finden wir immer wieder "Bodennetze". Es handelt sich dabei um Fischernetze, die Grundstückseigentümer um ihre Gärten auslegen, um Schlangen fernzuhalten. Das funktioniert sogar - nur leider verfangen sich unzählige Tiere in den hauchfeinen Gespinsten. Beim Versuch sich zu befreien, verheddern sich die Tiere immer mehr, bis sie bewegungsunfähig auf ihren Tod warten. Während des laufenden Komitee-Vogelschutzcamps auf Zypern haben wir hunderte tote Agamen (Hardune), Schlangen, Igel und Vögel in diesen brutalen Bodennetzen gefunden. Sie sind leider nicht verboten - trotzdem haben wir mehrere hundert Meter Netze abgebaut und einigen Grundstückseigentümern ins Gewissen geredet.

Vier Agamen und eine Zornnatter haben wir befreien können. Nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber immerhin! Das Foto zeigt zwei der Agamen, die wir retten konnten - die Levanteotter war leider schon tot.


11.05.2017, Bozen (Italien)

Komitee-Aktivist bei Eppan in Südtirol (Mai 2017)Komitee-Aktivist bei Eppan in Südtirol (Mai 2017)Heute hat unser Vogelschutzcamp in Bozen (Südtirol/Italien) begonnen - der letzte Einsatz dieses Frühjahrs. Die Obstplantagen rund um Bozen, Meran und im Vintschgau sind ein ideales Brutgebiet für Amseln, Sing- und Wacholderdrosseln. Die Vögel nisten zu zehntausenden in den niedrigen Obstbäumen und sind dort leichte Beute für Wilderer. Die Täter, die überwiegend aus der Lombardei und Venezien stammen, rauben die leicht zugänglichen Nester aus und verkaufen die Küken als angebliche Nachzuchten für 100 € pro Vogel an Tarnhüttenjäger in Oberitalien. Dort locken sie dann ihre Artgenossen vor die Flinten der Jäger. Das Komitee gegen den Vogelmord ist bis zum 21.5. mit drei Teams in den Obstplantagen im Einsatz, um die Nesträuber zu überführen oder sie zumindest abzuschrecken. Mit der Polizei und der Regionalregierung ist eine enge Kooperation vereinbart, auch die Obstbauern sind mit im Boot!


08.05.2017, Zypern

Halsbandschnäpper in Leimrute (Zypern)Halsbandschnäpper in Leimrute (Zypern)Der kalte Frühling ist ausnahmsweise mal gut für die Zugvögel: Die Vogelfänger auf Zypern legen ihre Leimruten am liebsten in fruchttragende Maulbeerbäume oder Japanische Mispeln - die Früchte locken die Vögel ins Verderben. Durch den kalten Frühling ist alles extrem verzögert, die ersten Mispeln und Maulbeeren werden jetzt gerade - pünktlich zum Ende des Vogelzugs und damit natürlich viel zu spät - reif. Um doch noch ein paar letzte Vögel "abzugreifen", haben die Wilderer trotzdem ihre Leimruten ausgelegt. Zum Glück kennen wir die Gärten mit solchen Büschen gut genug. So haben wir in den letzten Tagen etwa 40 Mispel- und Maulbeerbäume mit Fallen gefunden, 167 Leimruten konnten wir abbauen, ein Vogelfänger wurde nach unserem Hinweis von der Jagdaufsicht geschnappt.

Das Foto zeigt einen Halsbandschnäpper auf einer Leimrute in einem Japanischen Mispelbaum - die gelben Früchte sind oben links zu sehen. Er konnte unversehrt befreit werden!


07.05.2017, Kalabrien (Italien) und Malta

Komitee-Mitarbeiter halten Wache an einem Greifvogelschlafplatz auf Malta.Komitee-Mitarbeiter halten Wache an einem Greifvogelschlafplatz auf Malta.Mit dem heutigen Sonntag sind die großen Vogelschutzcamps des Komitees gegen den Vogelmord in Kalabrien (Italien) und auf Malta zuende gegangen. Auf Malta waren wir seit dem 07.04. aktiv, der Kalabrien-Einsatz hatte am 23.04. begonnen. Auch die Aktionen unserer Partner LAC auf Ponza und WWF auf Ischia (beides Italien) sind jetzt abgeschlossen. Die meisten Teilnehmer unseres Vogelschutzcamps auf Zypern sind ebenfalls abgereist - hier bleibt nur eine "Nachhut" bis zum 14.05., um die letzten Fallen der Saison einzusammeln. Mit dem Ende des Vogelzugs endet auch der Vogelfang, so dass es nun im Mittelmeerraum bis zum Spätsommer keine Arbeit mehr für uns gibt.

Zum Abschluss der Frühlingseinsätze steht nun noch die Aktion des Komitees in Bozen (Norditalien) vor der Tür: Hier geht es nicht um Zugvögel, sondern um Drosselnester in den Obstplantagen des Etschtals. Wilderer rauben hier die Küken, um sie als Lockvögel für die Jagd zu verkaufen.


05.05.2017, Kalabrien (Italien)

In Kalabrien sichergestellte Flinte, Munition und frisch geschossener WespenbussardIn Kalabrien sichergestellte Flinte, Munition und frisch geschossener WespenbussardErfolg in Kalabrien (Italien): Beim Vogelschutzcamp des Komitees gegen den Vogelmord an der Straße von Messina - der Meerenge zwischen der "Stiefelspitze" Italiens und der Insel Sizilien - haben die Carabinieri nach unseren Hinweisen drei Wilderer festgenommen. Die Männer (29, 34 und 75 Jahre alt) waren von uns bei der Jagd auf geschützte Greifvögel gefilmt worden. Eine illegale Jagdflinte (mit entfernter Matrikulationsnummer), zwei Dutzend Schuss Schrotmunition, ein frisch geschossener Wespenbussard und diverse Geräte, die bei den Straftaten verwendet wurden, konnten sichergestellt werden (siehe Foto). Die Täter erwartet nicht nur ein Verfahren wegen Wilderei, sondern auch wegen verschiedener Verstöße gegen das Waffenrecht - in Italien kein Kavaliersdelikt!

Unser Einsatz in Kalabrien geht noch bis Sonntag.


02.05.2017, Ischia (Italien)

Von ENPA und Komitee auf Ischia (Italien) eingesammelten Fallen (Mai 2017)Von ENPA und Komitee auf Ischia (Italien) eingesammelten Fallen (Mai 2017)Unseren Einsatz auf der süditalienischen Insel Ischia haben wir mit einem weiteren geschnappten Wilderer abgeschlossen: In den Gärten oberhalb der Inselhauptstadt Ischia Porto haben wir einen weiteren Wilderer erwischt. Die Fangstelle mit 25 Schlagfallen hatten wir mit den Kollegen des Tierschutzvereins ENPA in den Tagen zuvor ausgekundschaftet und uns gestern am frühen Morgen zusammen mit der Polizei (Polizia di Stato) auf die Lauer gelegt. Den ganzen Tag mussten wir warten, erst in der Abenddämmerung kam der Mann, um seine Fallen zu kontrollieren. Bei einer sofort angeordneten Hausdurchsuchung bei dem Täter haben die Polizeibeamten zudem 30 tiefgefrorene Singvögel gefunden. Dem Gartenrotschwanz auf dem Foto - ganz vom abendlichen Tau bedeckt - war nicht mehr zu helfen. Die Inselzeitung "Il Golfo" berichtet ganz aktuell:

Il Golfo: "Controlli Enpa, due denunciati ad Ischia per bracconaggio"


30.04.2017, Zypern

Als Paar gefangen: Männliche (rechts) und weibliche Mönchsgrasmücke (Zypern, April 2017)Als Paar gefangen: Männliche (rechts) und weibliche Mönchsgrasmücke (Zypern, April 2017)Als Pärchen gefangen: Auf dieser Leimrute kleben eine männliche Mönchsgrasmücke (schwarze Kappe, rechts) und ein Weibchen (braune Kappe, links) nebeneinander. Vermutlich waren sie zusammen unterwegs und sind gemeinsam in die tückische Falle geraten. Lange gefangen waren sie zum Glück nicht, ihr Gefieder konnte schnell gereinigt werden und sie konnten ihren Zug unbeschadet fortsetzen. Inzwischen ist ein Großteil des Vogelzugs im östlichen Mittelmeerraum abgeschlossen. Innerhalb des letzten Monats haben die Mitglieder des Komitees gegen den Vogelmord 65 aktive Fangstellen gefunden, zusammen mit der Polizei wurden bislang 1.362 Leimruten und 20 Netze sichergestellt und damit den Zugweg über Zypern ein ganzes Stück sicherer gemacht. Die Zahl der von uns geretteten Vögel geht in die Zehntausende. Hoffentlich kommen auch die beiden Grasmücken sicher bald im Brutgebiet an ...


29.04.2017, Ischia (Italien)

Braunkehlchen in Schlagfalle (Ischia, April 2017)Braunkehlchen in Schlagfalle (Ischia, April 2017)Beim Vogelschutzcamp des Komitees gegen den Vogelmord auf der italienischen Mittelmeerinsel Ischia sind heute die ersten aktiven Fangstellen gefunden worden. Zusammen mit den Carabinieri wurden in einem Garten 6 Schlagfallen zum Fang von Singvögeln abgebaut, für ein Braunkehlchen kam leider jede Hilfe zu spät (siehe Foto von heute morgen).

Weitere Fangstellen haben wir unter Beobachtung - das Ziel ist hier, die Täter inflagranti zu erwischen!



27.04.2017, Malta

Wilderer beim Abbau eines Fangnetzes (Malta, April 2017)Wilderer beim Abbau eines Fangnetzes (Malta, April 2017)Und wieder ein dicker Fisch: Auf Malta hat ein Komitee-Team einen Wilderer an einem riesigen Schlagnetz erwischt. Er hatte das 40 Meter lange Netz unweit der Stadt Siggiewi für Watvögel aufgestellt und mit einem elektronischen Lockgerät ausgestattet, das die Fanganlage mit Rufen von Regenpfeifern beschallte. Außerdem hatte er eine geladene Waffe zur Hand. Das Netz war uns bei einem Erkundungsflug vor ein paar Tagen aufgefallen. Bei der nun am Boden erfolgten Kontrolle konnte der Täter von uns gefilmt werden - die gerufene Polizei war in Rekordzeit zur Stelle und hat den Wilderer völlig überrascht. Es ist das dritte Mal, dass er erwischt wird, die Strafe wird entsprechend saftig ausfallen.


26.04.2017, Palmarola (Italien)

Auf Palmarola (Italien) im April 2017 sichergestellte JagdmunitionAuf Palmarola (Italien) im April 2017 sichergestellte JagdmunitionToller Komitee-Erfolg in Süditalien: Das Team, das seit inzwischen zwei Wochen mit einem Segelboot vor Palmarola liegt und den Zugang zu der unbewohnten Insel besetzt, hat ein riesiges Waffenlager gefunden. Bei einer der täglichen Patrouillen auf der kleinen Insel fanden sie im Boden versenkte PVC-Rohre, in denen Flinten und Munition gelagert waren. Die Jäger kommen stets unbewaffnet, um dann mit den dort versteckten Waffen auf die Pirsch nach Singvögeln und Turteltauben zu gehen.

Die vom Komitee gerufenen Carabinieri haben drei Flinten und die erstaunliche Menge von 1.250 Schrotpatronen gefunden und sichergestellt. Die Jagd auf Palmarola ist für diese Saison wohl vorbei! Auf der größeren Nachbarinsel Ponza besetzen unsere Freunde von der italienischen LAC - Lega Abolizione Caccia weiterhin die beiden Brennpunkte der illegalen Jagd, Piana d'Incenso und Monte Guardia. Hier ist seit einer Woche noch nicht ein Schuss gefallen!


25.04.2017, Zypern

Befreiung gefangenen Vögel aus einem Netz (April 2017)Befreiung gefangenen Vögel aus einem Netz (April 2017)19 riesige Netze auf einen Schlag abgebaut: Die Teams des Komitees gegen den Vogelmord, die derzeit auf Zypern im Einsatz sind, haben eine ganze Reihe großer Fangplätze in den britischen Militärgebieten ausfindig gemacht. An insgesamt vier Fangstellen wurden Netze gefunden, die mit elektronischen Lockanlagen beschallt wurden - die ohrenbetäubend lauten Gesänge von Mönchsgrasmücken locken Zugvögel aus großen Distanzen in ihr Verderben.

Da die Netze rund um die Uhr von bewaffneten Wilderern bewacht werden, haben die Komitee-Mitglieder die britische Polizei eingeschaltet. Die Beamten haben nach unserem Hinweis insgesamt 19 riesige Netze sichergestellt, ebenso wie mehrere Lockgeräte samt Autobatterien, Lautsprechern und Elektrokabeln, 54 Vögel - Grasmücken, Schnäpper und Rotschwänze - konnten aus den Netzen gerettet werden!



24.04.2017, Malta

Wilderer an seinem Fangnetz am Red Tower auf Malta (April 2017)Wilderer an seinem Fangnetz am Red Tower auf Malta (April 2017)Auf Malta hat ein Team des Komitees gegen den Vogelmord eine Bande von 5 Vogelfängern dabei gefilmt, wie sie mit einem riesigen Schlagnetz Turteltauben gefangen haben. Die Männer - zum Teil polizeibekannte Wiederholungstäter - hatten ihr Netz in einem eingezäunten Privatgelände direkt unterhalb der berühmten Sehenswürdigkeit "Red Tower" bei Mellieha aufgestellt. Die um 7:15 Uhr gerufene Polizei hat mehr als zwei Stunden gebraucht, um die Fangstelle zu erreichen. Kurz bevor die Beamten eintrafen, haben die Wilderer das Netz abgebaut, drei der Täter konnten flüchten. Ob sie das Polizeifahrzeug haben kommen sehen, oder ob sie informiert wurden, ist unklar. Hätten die Beamten nicht so viel Zeit verstreichen lassen, wären alle Wilderer inflagranti verhaftet worden. Die eingeschaltete Naturschutzbehörde WBRU hat sich bislang geweigert, die über 50 Turteltauben, die auf dem Grundstück als Lockvögel gehalten werden, freizulassen. Das Komitee hat heute eine Pressemeldung zu dem skandalösen Fall veröffentlicht (auf Englisch).

Auf dem Foto ist einer der Täter an seinem Fangnetz zu sehen (die Stangen gehören zum Netz).


23.04.2017, Messina und Ischia (Italien)

In Messina/Süditalien sichergestellte Jagdwaffen (Archivfoto April 2015)In Messina/Süditalien sichergestellte Jagdwaffen (Archivfoto April 2015)Während heute das große Komitee-Vogelschutzcamp auf Malta nach zwei Wochen endet, starten zwei neue Einsätze: Bis Ende der ersten Maiwoche werden unsere Mitglieder an der Straße von Messina (Kalabrien) und auf der Insel Ischia (bei Neapel) die Zugwege unserer Vögel sichern. In Messina geht es vor allem um den Schutz der jetzt durchziehenden Wespenbussarde, auf Ischia um den Kampf gegen den Fang von Singvögeln mit Schlagfallen und die illegale Jagd auf Turteltauben. Unterstützt werden die überwiegend italienischen Teilnehmer von der neuen Umwelteinheit der Carabinieri. Drei weitere Vogelschutzcamps laufen unterdessen weiter: Unser großer Einsatz auf Zypern und die Besetzung der Brennpunkte der Wilderei auf den Inseln Ponza und Palmarola. Den Einsatz auf Ischia führen wir zusammen mit unseren Partnern vom WWF und der ENPA durch, die Aktion auf Ponza wird von der LAC durchgeführt.


22.04.2017, Malta

Wilderer mit Flinte - gefilmt und erwischt am 21.4.2017 in Tal Virtu/MaltaWilderer mit Flinte - gefilmt und erwischt am 21.4.2017 in Tal Virtu/MaltaPolizist hilft Wilderer: Komitee-Recherchen haben ergeben, dass der Helfer des Wilderers, den wir am vergangenen Dienstag in Hal Farrug (Malta) erwischt haben, ein Polizist ist (siehe Eintrag vom 18.04.2017). Der maltesische Beamte saß über eine Stunde lang im gleichen Versteck wie der überführte Täter und hat mit ihm zusammen nach Vögeln Ausschau gehalten. Die Situation wurde von Komitee-Mitarbeitern mit mehreren Videokameras ausführlich dokumentiert. Das Beweismaterial wurde der Umweltpolizei übergeben - gegen den Polizisten wird nun ermittelt.

Unterdessen haben die Komitee-Teams auf Malta zwei weitere Wilderer mit Flinten filmen können: Einer war vorgestern in Ghaxag auf der Pirsch, der andere gestern bei Tal Virtu (siehe Foto). Beide sind identifiziert und kommen vor Gericht.


21.04.2017, Palmarola + Ponza (Italien)

Auf Ponza (Italien) eingesammelte Schrotpatronen (April 2017)Auf Ponza (Italien) eingesammelte Schrotpatronen (April 2017)Unsere beiden "Inselbesetzungen" in Italien funktionieren tadellos: Das Team des Komitees gegen den Vogelmord, dass seit einer Woche mit einem Segelboot vor der Palmarola liegt und den Tag auf der kleinen unbewohnten Insel verbringt, hat bislang sämtliche Wilderer abgeschreckt.

Unsere Kollegen von der LAC - Lega Abolizione Caccia, die die Brennpunkte der Wilderei auf der Insel Ponza dauerhaft während der Zugzeit besetzen, haben ebenso Erfolg. Die Wilderer bleiben hier einfach zuhause, seit Tagen ist kein einziger Schuss gefallen. Auch die Fallenstandorte, an denen sonst Braunkehlchen und andere spät ziehenden Singvögel mit Schlagfallen gefangen werden, sind komplett verwaist.

Was auf Ponza ohne die Anwesenheit der Naturfreunde los wäre, zeigen die säckeweise von ihnen eingesammelten Schrotpatronen (siehe Foto).



19.04.2017, Zypern

Von Leimrute befreiter Rotkopfwürger (Zypern, April 2017)Von Leimrute befreiter Rotkopfwürger (Zypern, April 2017)Rettung in letzter Sekunde: Dieser Rotkopfwürger wurde von einem Team des Komitees gegen den Vogelmord auf einer Leimrute in Zypern gefunden. Der Wilderer hatte seine Fallen in einem Garten bei Protaras offenbar schon vor Tagen selbst eingesammelt und diese eine vergessen. In der Zwischenzeit haben sich zwei Vögel verfangen - ein Waldlaubsänger und der Rotkopfwürger. Als die Komitee-Mitglieder die Leimrute fanden, war der Laubsänger schon tot, der Würger lebte zwar noch, war aber sehr schwach, weil er scheinbar seit vielen Stunden kopfüber in der Falle hing. Sein völlig verklebtes Gefieder wurde von dem Leim befreit, im Hotel bekam er Futter und Wasser und konnte später freigelassen werden!

Insgesamt sind beim Komitee-Vogelschutzcamp auf Zypern in den letzten drei Wochen 1.041 Leimruten und 9 Fangnetze gefunden worden. Der Einsatz läuft noch bis Anfang Mai.


19.04.2017, Zypern

Mit der Dokumentation des britischen Fernsehsenders BBC über die Arbeit des Komitees gegen den Vogelmord auf Zypern erreichen wir jetzt auch die Menschen vor Ort - die wichtigste Zielgruppe in Sachen "Aufklärung gegen den Vogelmord": Die Tageszeitung Cyprus Mail berichtet aktuell über uns und den Film und hat gleich einen Link zu dem 25minütigen Video online gestellt.

Cyprus Mail: "Documentary highlights bird trapping crime"


18.04.2017, Malta

Der Wilderer (rechts) und sein Helfer beobachten das Komitee-TeamDer Wilderer (rechts) und sein Helfer beobachten das Komitee-TeamHeute Morgen hat ein Team des Komitees gegen den Vogelmord zusammen mit der Polizei einen Wilderer bei Hal Farruġ/Malta überführt. Der Mann war von uns schon gesterb Abend außerhalb der Jagdzeit mit einer Flinte beobachtet und gefilmt worden. Wegen der Dämmerung war ein Polizeieinsatz nicht mehr möglich. Heute Morgen hat das Team sich vor Tau und Tag an gleicher Stelle auf die Lauer gelegt und den Wilderer erneut gefilmt. Er gilt damit als Wiederholungstäter und darf mit einer saftigen Strafe rechnen. Mit ihm zusammen wurden zwei weitere Männer erwischt - sie haben entweder selbst gewildert oder für den Haupttäter Schmiere gestanden. Das Foto von heute Morgen zeigt den überführten Wilderer (rechts) und einen seiner Helfer.


18.04.2017, Ponza (Italien)

LAC-Mitglied auf der Insel Ponza (April 2017)LAC-Mitglied auf der Insel Ponza (April 2017)Unsere Freunde von der LAC - Lega Abolizione Caccia - haben mit ihrem Einsatz auf Ponza begonnen. Die kleine Insel vor der Küste Laziens gehörte früher zu den Brennpunkten der Wilderei im zentralen Mittelmeerraum. Bei Komitee-Einsätzen haben wir hier regelmäßig hunderte Vogelfallen gefunden und dutzende Jäger bei der illegalen Jagd auf Turteltauben und Wachteln erwischt. Inzwischen besetzen die Mitglieder unseres Partnerverbandes LAC die Insel während der Zugzeit für mehrere Wochen und sorgen durch ihre Anwesenheit für eine fast völlige Befriedung von Ponza.


17.04.2017, Malta

Maltesischer Polizist beim Abbaue eines SchlagnetzesMaltesischer Polizist beim Abbaue eines SchlagnetzesAuf Malta hat ein Team des Komitees gegen den Vogelmord heute im Girgenti-Valley unweit des Naturschutzgebietes Buskett ein illegales Fangnetz für Singvögel gefunden. Die Polizei hat das riesige Schlagnetz sichergestellt (siehe Foto).

Es dürfte eines der letzten der "Frühlings-Fangsaison" sein - der Durchzug von Finkenvögeln ist inzwischen fast abgeschlossen. Die heutige Aktion wurde von einem Kamerateam der britischen BBC begleitet.




14.04.2017, Malta + Gozo

Frisch geschossene Turteltaube auf Malta (April 2017)Frisch geschossene Turteltaube auf Malta (April 2017)Auf Maltas Nachbarinsel Gozo hat ein Komitee-Team gestern eine riesige Vogelfalle voller frisch gefangener Turteltauben gefunden. Zusammen mit der Polizei wurden die vom Aussterben bedrohten Zugvögel freigelassen. Heute Morgen sind Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord Zeugen eines Turteltauben-Abschusses geworden. Der geschützte Vogel fiel unmittelbar vor die Füße der Vogelschützer und starb in ihren Händen. Die umgehend gerufene Polizei durchsuchte das Gebiet, konnte den Täter aber nicht erwischen. Das Komitee hat heute Vormittag ein Video zu den beiden Fällen veröffentlicht:

Release of Turtle Doves from illegal trap on Gozo (Malta)


12.04.2017, Zypern

Der beliebte britische BBC-Moderator und Naturschützer Chris Packham hat uns letzten Herbst bei unserem Einsatz auf Zypern begleitet. Er hat mit uns zusammen Leimruten eingesammelt, Netze abgebaut und Singvögel befreit. Sein besonderes Interesse galt dabei den Zuständen auf den britischen Militärgebietes im Südosten Zyperns, wo die Wilderei so massiv ist, wie nirgends sonst auf der Mittelmeerinsel. Seine Erlebnisse hat Chris Packham in einem Film "Cyprus-Massacre on Migration" zusammengefasst. Der knapp halbstündige Film ist auf englisch, aber die Bilder sprechen für sich:

BBC-Dokumentation: Cyprus-Massacre on Migration


11.04.2017, Malta

Die deutsche Botschafterin Gudrun Sräga (3. von rechts) bei einem Besuch auf dem Komitee-Vogelschutzcamp auf MaltaDie deutsche Botschafterin Gudrun Sräga (3. von rechts) bei einem Besuch auf dem Komitee-Vogelschutzcamp auf MaltaHoher Besuch beim Komitee-Vogelschutzcamp: Die deutsche Botschafterin auf Malta, Gudrun Sräga (auf dem Foto Dritte von rechts), hat sich einen eigenen Eindruck von der Arbeit des Komitees gegen den Vogelmord verschafft. Bei einem Ortstermin auf den Dingli Cliffs - nicht nur eine der landschaftlich schönsten Stellen Maltas, sondern auch ein Brennpunkt von Wilderei und Vogelfang - haben Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord die Situation der Vogeljagd in dem EU-Land erläutert und unsere Strategie gegen die Wilderei erläutert. Die Botschafterin sagte ihre Unterstützung zu und sprach sich für eine weitere Verbesserung des Vogelschutzes auf Malta aus. Die deutsche Botschaft in Valletta ist ein seit Jahren verlässlicher Ansprechpartner für das Komitee gegen den Vogelmord, der Besuch von Botschafterin Sräga hat uns deswegen sehr gefreut.


10.04.2017, Palmarola (Italien)

Komitee-Team beim Ablegen nach Palmarola am 8. April 2017Komitee-Team beim Ablegen nach Palmarola am 8. April 2017Zeit für eine kleine Heldengeschichte: Die unbewohnte und unter Naturschutz stehende Insel Palmarola in Süditalien ist seit langem ein Ziel von Wilderern, die mit Booten von der Insel Ponza übersetzen. Sie fangen illegal Singvögel mit Schlagfallen und schießen außerhalb der Jagdzeit auf Turteltauben und Wachteln. Letztes Jahr hat das Komitee gegen den Vogelmord erstmals das Eiland mit einem Team besetzt, um für Ruhe zu sorgen. Das hat so gut funktioniert, dass der Bürgermeister von Ponza – ein erklärter Freund der Vogeljagd - uns mit allen Mitteln an einem weiteren Betreten der Insel zu hindern versucht. Unter anderem wurden alle Inhaber von Booten angewiesen, uns nicht mehr nach Palmarola zu bringen. Doch da hat er sich schwer geschnitten: Wir haben einen italienischen Unterstützer mit eigenem Segelboot gefunden, der unser Team nach Palmarola gebracht hat - seit heute Morgen sind unsere Leute vor Ort und halten Wache auf der Insel! Das Foto entstand beim Ablegen gestern. Das Team ist dabei völlig auf sich selbst gestellt, denn das Mobilfunknetz ist schwach und die die nächste Polizeistation in weiter Ferne. Ein großes Dankeschön an unsere mutigen italienischen Mitglieder!


09.04.2017, Malta

Vogelfänger mit Totenkopfmaske, gefilmt im April 2017 auf MaltaVogelfänger mit Totenkopfmaske, gefilmt im April 2017 auf MaltaMit Totenkopf-Maske auf Singvogelfang: Aus Angst, von uns gefilmt und vor Gericht gebracht zu werden, maskieren sich immer mehr maltesische Wilderer. Üblicherweise binden sie sich Schals um oder benutzen Sturmhauben. Bei Mgarr im Nordwesten der Insel haben wir nun aber einen Mann gefilmt, der mit Totenkopf-Maske erschien, um in aller Seelenruhe sein illegales Netz abzubauen (siehe Foto). Dumm für ihn: Nachdem er fertig war, zog er die Maske aus, während wir ihn weiterfilmten. Er wurde identifiziert. In einem kleinen Video haben wir diesen und ähnlich gelagerte Fälle nun zusammengestellt. Sie finden den Film hier:

The ugly face of poaching - Illegal bird trapping on Malta in spring 2017


08.04.2017, Zypern

Toter Grauortolan auf einer zypriotischen Leimrute (April 2017)Toter Grauortolan auf einer zypriotischen Leimrute (April 2017)Unsere Teams auf Zypern haben heute die 500ste Leimruten des laufenden Vogelschutzcamps abgebaut: Im Osten des Famagusta-Districts hatten sie einen umzäunten Garten mit Dutzenden der brutalen Klebefallen gefunden und die Polizei informiert. Die Beamten sind in das Anwesen eingedrungen, haben 79 Leimruten eingesammelt und den Täter überführen können - unsere erste Verhaftung in diesem Frühling auf Zypern! In seiner Triefkühltruhe hatte der Mann 220 frisch gefangene Singvögel. Insgesamt haben die Mitglieder des Komitees gegen den Vogelmord in den letzten 14 Tagen 561 Leimruten und 2 Netze abgebaut. Viele Vögel konnten befreit werden, für den Grauortolan auf dem Foto kam leider jede Hilfe zu spät.


07.04.2017, Malta

Und schon fängt das nächste Komitee-Vogelschutzcamp an: Ab heute Nachmittag sind wir wieder auf Malta im Einsatz, um den Durchzug von Greifvögeln und Störchen zu überwachen. Leider hat auch in diesem Jahr die maltesische Regierung die Frühlingsjagd erlaubt, diesmal aber nur auf Wachteln. Die Turteltaube - die "traditionelle" Beute maltesischer Jäger im Frühjahr - darf auf Druck der EU in ganz Europa erstmal nicht mehr geschossen werden. Noch bis Ostern dauert die Wachteljagd auf Malta, danach müssen die Waffen schweigen. Wie immer nutzen Wilderer die Gelegenheit, sich unter die legalen Jäger zu mischen, um auf geschützte Großvögel zu schießen. Bis Anfang Mai werden wir vor Ort sein, um unsere Zugvögel so gut es geht zu schützen.


05.04.2017, Zypern

Für diesen Wendehals kam jede Hilfe zu spät (April 2017)Für diesen Wendehals kam jede Hilfe zu spät (April 2017)Wendehälse gehören zu unseren seltensten Brutvögeln. Auf Zypern sterben sie zu Abertausenden auf illegal ausgelegten Leimruten. Den Wendehals auf dem Foto haben Mitglieder des Komitees gegen den Vogelmord heute Morgen unweit des Cape Greco im Südosten Zypern gefunden. Essbar ist die Spechtart nicht - die Vogelfänger werfen die Vögel als "Beifang" einfach weg.

Durch unseren aktuellen Einsatz ist die Zahl der aktiven Fangstellen zum Glück relativ gering. Viele Zugvögel kommen in diesen Tagen unbeschadet über die Mittelmeerinsel - hoffentlich auch einige Wendehälse ....


02.04.2017, Malta

Von der maltesischen Polizei sichergestellte Schlagnetze (April 2017Von der maltesischen Polizei sichergestellte Schlagnetze (April 2017Die Wilderer müssen sich warm anziehen! Die Komitee-Vogelschutzcamps laufen inzwischen überall an - aktuell haben wir vier verschiedene Einsätze auf Malta, Zypern und in Italien. Die Teams auf Malta erwischen dabei Vogelfänger am laufenden Band. Alleine in den letzten Tagen haben wir dort sechs illegale Fangstellen stillgelegt, die Polizei konnte vier Wilderer aufgrund unserer Hinweise dingfest machen und 20 lebende Lockvögel sicherstellen. Klappnetze und dazugehöriges Equipment wie Netzstangen und Stahlfedern wurden konfisziert (siehe Foto).



31.03.2017, Zypern

Grasmücken und Rotschwanz auf Leimruten (März 2017)Grasmücken und Rotschwanz auf Leimruten (März 2017)Um den Heimzug unserer Zugvögel noch sicherer zu machen, hat das Komitee gegen den Vogelmord in diesem Jahr sein Vogelschutzcamp auf Zypern früher als sonst gestartet. Die Aktion hat schon vor vier Tagen begonnen - um den "Überraschungseffekt" zu nutzen, hatten wir es bislang nicht gemeldet. Inzwischen haben alle Wilderer mitbekommen, dass wir auf der Insel eingetroffen sind. In den ersten Tagen haben wir bereits 11 aktive Fangstellen gefunden und zusammen mit der Polizei 293 Leimruten abgebaut. Das aktuelle Foto zeigt zwei Klappergrasmücken, eine Mönchsgrasmücke und einen Gartenrotschwanz, die auf den Leimruten klebend gefunden wurden. Mit einiger Mühe konnten alle unversehrt befreit werden. Unser Vogelschutzcamp wird bis Mitte Mai laufen und damit die komplette Zugzeit umfassen!


30.03.2017, Salerno (Süditalien)

Gerade geht es wirklich Schlag auf Schlag: Unsere Freunde vom Tierschutzverband ENPA haben im süditalienischen Salerno (bei Neapel) einen weiteren Vogelfänger überführt. Bei ihm wurden ein Schlagnetz und ein gutes Dutzend Lockvögel sichergestellt. Der Stieglitz war an einer Wippe angebunden, die der Wilderer aus seinem Versteck heraus bedienen konnte. Wenn er an einem Seil zog und die Wippe damit bewegte, flatterte das völlig verängstigte Tier wild los und hat so seine Artgenossen angelockt. Zudem war die Fangstelle mit einem elektronischen Lockgerät ausgestattet. Netz und Lockgerät sind auf dem Foto ebenfalls zu sehen. Die gefangenen Finken sollten als "Stubenvögel" verkauft werden.


28.03.2017, Malta

Als Lockvogel an einem Schlagnetz verwendeter Hänfling (März 2017)Als Lockvogel an einem Schlagnetz verwendeter Hänfling (März 2017)Die maltesische Vogelschutzbehörde WBRU schmückt sich mit fremden Federn: Das Komitee gegen den Vogelmord hatte letzte Woche den maltesischen Behörden Untätigkeit gegen den massiven illegalen Finkenfang vorgeworfen. WBRU hat in einer Stellungnahme nun versucht, das Gegenteil zu belegen. Man habe bereits 17 Fälle aufgeklärt, zahlreiche Netze und Lockvögel sichergestellt. Peinlich für die Behörde: Genau diese 17 Fälle sind die von Komitee-Mitarbeitern in den letzten Wochen an die Polizei gemeldeten Wilderer! WBRU hat damit zugegeben, dass die Behörden auf ganz Malta nicht ein einziges Mal selbst aktiv geworden sind. Die maltesische Presse hat über diesen peinlichen Vorgang ausführlich berichtet. Das Foto zeigt einen Hänfling, der mit einer Schnur angebunden an einem Schlagnetz als Lockvogel eingesetzt wurde. Der Vogel wurde aufgrund unserer Anzeige sichergestellt und freigelassen.


30.03.2017, Messina (Süditalien)

Und wieder ein Schlag gegen den Singvogelhandel in Süditalien: Die Finanzpolizei hat auf dem Vogelmarkt von Messina (Kalabrien) nach einem Hinweis des Komitees gegen den Vogelmord 83 frisch gefangene Stieglitze sichergestellt. Zeitgleich hat unser Partnerverband ENPA in Caserta (bei Neapel) zusammen mit den Carabinieri-Forestale einen Vogelhändler überführt - auch hier wurden Dutzende Finken beschlagnahmt. Der Handel mit den Singvögeln gerät durch unsere Aktionen immer mehr unter Druck - weitere Razzien sind geplant.


20.03.2017, Malta

In einem aktuellen Video vom Einsatz des Komitees gegen den Vogelmord auf Malta ist Beweismaterial gegen zwei von bislang insgesamt neun von uns in den letzten Tagen erwischte Vogelfänger zu sehen. Die Filmausschnitte zeigen, wie die Täter versuchen, ihre Lockvögel und Netze zu retten - ohne Erfolg. Die Polizei baut die Fanganlagen ab, die Männer werden vor Gericht kommen

Das Video von den Aktionen finden Sie hier »»