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Tagebuch zu den Komitee-Frühlingsaktionen 2017

Im Frühling 2017 werden insgesamt 13 Vogelschutzcamps des Komitees gegen den Vogelmord in Mittelmeerraum stattfinden. Den Auftakt machen im März erste Aktionen in Brescia (Norditalien) und Ponza (Süditalien), es geht weiter mit einem Einsatz gegen den Finkenfang auf Malta und unserem großen Vogelschutzcamp auf Zypern. Zum Schluss sind wir bis Mitte Mai an der Straße von Messina und in Bozen (beides Italien) im Einsatz.

Rund 90 Naturfreunde aus ganz Europa werden zu den Aktionen erwartet. An dieser Stelle werden wir Sie regelmäßig über Neuigkeiten vom Fortgang der Aktionen informieren.

Unsere Vogelschutzcamps werden vor allem über Ihre Spenden finanziert. Außerdem unterstützen uns die Stiftung Pro Artenvielfalt , der Karl-Kaus-Stiftung und der Landesbund für Vogelschutz Bayern (LBV) .


25.04.2017, Zypern

Befreiung gefangenen Vögel aus einem Netz (April 2017)Befreiung gefangenen Vögel aus einem Netz (April 2017)19 riesige Netze auf einen Schlag abgebaut: Die Teams des Komitees gegen den Vogelmord, die derzeit auf Zypern im Einsatz sind, haben eine ganze Reihe großer Fangplätze in den britischen Militärgebieten ausfindig gemacht. An insgesamt vier Fangstellen wurden Netze gefunden, die mit elektronischen Lockanlagen beschallt wurden - die ohrenbetäubend lauten Gesänge von Mönchsgrasmücken locken Zugvögel aus großen Distanzen in ihr Verderben.

Da die Netze rund um die Uhr von bewaffneten Wilderern bewacht werden, haben die Komitee-Mitglieder die britische Polizei eingeschaltet. Die Beamten haben nach unserem Hinweis insgesamt 19 riesige Netze sichergestellt, ebenso wie mehrere Lockgeräte samt Autobatterien, Lautsprechern und Elektrokabeln, 54 Vögel - Grasmücken, Schnäpper und Rotschwänze - konnten aus den Netzen gerettet werden!



24.04.2017, Malta

Wilderer an seinem Fangnetz am Red Tower auf Malta (April 2017)Wilderer an seinem Fangnetz am Red Tower auf Malta (April 2017)Auf Malta hat ein Team des Komitees gegen den Vogelmord eine Bande von 5 Vogelfängern dabei gefilmt, wie sie mit einem riesigen Schlagnetz Turteltauben gefangen haben. Die Männer - zum Teil polizeibekannte Wiederholungstäter - hatten ihr Netz in einem eingezäunten Privatgelände direkt unterhalb der berühmten Sehenswürdigkeit "Red Tower" bei Mellieha aufgestellt. Die um 7:15 Uhr gerufene Polizei hat mehr als zwei Stunden gebraucht, um die Fangstelle zu erreichen. Kurz bevor die Beamten eintrafen, haben die Wilderer das Netz abgebaut, drei der Täter konnten flüchten. Ob sie das Polizeifahrzeug haben kommen sehen, oder ob sie informiert wurden, ist unklar. Hätten die Beamten nicht so viel Zeit verstreichen lassen, wären alle Wilderer inflagranti verhaftet worden. Die eingeschaltete Naturschutzbehörde WBRU hat sich bislang geweigert, die über 50 Turteltauben, die auf dem Grundstück als Lockvögel gehalten werden, freizulassen. Das Komitee hat heute eine Pressemeldung zu dem skandalösen Fall veröffentlicht (auf Englisch).

Auf dem Foto ist einer der Täter an seinem Fangnetz zu sehen (die Stangen gehören zum Netz).


23.04.2017, Messina und Ischia (Italien)

In Messina/Süditalien sichergestellte Jagdwaffen (Archivfoto April 2015)In Messina/Süditalien sichergestellte Jagdwaffen (Archivfoto April 2015)Während heute das große Komitee-Vogelschutzcamp auf Malta nach zwei Wochen endet, starten zwei neue Einsätze: Bis Ende der ersten Maiwoche werden unsere Mitglieder an der Straße von Messina (Kalabrien) und auf der Insel Ischia (bei Neapel) die Zugwege unserer Vögel sichern. In Messina geht es vor allem um den Schutz der jetzt durchziehenden Wespenbussarde, auf Ischia um den Kampf gegen den Fang von Singvögeln mit Schlagfallen und die illegale Jagd auf Turteltauben. Unterstützt werden die überwiegend italienischen Teilnehmer von der neuen Umwelteinheit der Carabinieri. Drei weitere Vogelschutzcamps laufen unterdessen weiter: Unser großer Einsatz auf Zypern und die Besetzung der Brennpunkte der Wilderei auf den Inseln Ponza und Palmarola. Den Einsatz auf Ischia führen wir zusammen mit unseren Partnern vom WWF und der ENPA durch, die Aktion auf Ponza wird von der LAC durchgeführt.


22.04.2017, Malta

Wilderer mit Flinte - gefilmt und erwischt am 21.4.2017 in Tal Virtu/MaltaWilderer mit Flinte - gefilmt und erwischt am 21.4.2017 in Tal Virtu/MaltaPolizist hilft Wilderer: Komitee-Recherchen haben ergeben, dass der Helfer des Wilderers, den wir am vergangenen Dienstag in Hal Farrug (Malta) erwischt haben, ein Polizist ist (siehe Eintrag vom 18.04.2017). Der maltesische Beamte saß über eine Stunde lang im gleichen Versteck wie der überführte Täter und hat mit ihm zusammen nach Vögeln Ausschau gehalten. Die Situation wurde von Komitee-Mitarbeitern mit mehreren Videokameras ausführlich dokumentiert. Das Beweismaterial wurde der Umweltpolizei übergeben - gegen den Polizisten wird nun ermittelt.

Unterdessen haben die Komitee-Teams auf Malta zwei weitere Wilderer mit Flinten filmen können: Einer war vorgestern in Ghaxag auf der Pirsch, der andere gestern bei Tal Virtu (siehe Foto). Beide sind identifiziert und kommen vor Gericht.


21.04.2017, Palmarola + Ponza (Iatlien)

Auf Ponza (Italien) eingesammelte Schrotpatronen (April 2017)Auf Ponza (Italien) eingesammelte Schrotpatronen (April 2017)Unsere beiden "Inselbesetzungen" in Italien funktionieren tadellos: Das Team des Komitees gegen den Vogelmord, dass seit einer Woche mit einem Segelboot vor der Palmarola liegt und den Tag auf der kleinen unbewohnten Insel verbringt, hat bislang sämtliche Wilderer abgeschreckt.

Unsere Kollegen von der LAC - Lega Abolizione Caccia, die die Brennpunkte der Wilderei auf der Insel Ponza dauerhaft während der Zugzeit besetzen, haben ebenso Erfolg. Die Wilderer bleiben hier einfach zuhause, seit Tagen ist kein einziger Schuss gefallen. Auch die Fallenstandorte, an denen sonst Braunkehlchen und andere spät ziehenden Singvögel mit Schlagfallen gefangen werden, sind komplett verwaist.

Was auf Ponza ohne die Anwesenheit der Naturfreunde los wäre, zeigen die säckeweise von ihnen eingesammelten Schrotpatronen (siehe Foto).



19.04.2017, Zypern

Von Leimrute befreiter Rotkopfwürger (Zypern, April 2017)Von Leimrute befreiter Rotkopfwürger (Zypern, April 2017)Rettung in letzter Sekunde: Dieser Rotkopfwürger wurde von einem Team des Komitees gegen den Vogelmord auf einer Leimrute in Zypern gefunden. Der Wilderer hatte seine Fallen in einem Garten bei Protaras offenbar schon vor Tagen selbst eingesammelt und diese eine vergessen. In der Zwischenzeit haben sich zwei Vögel verfangen - ein Waldlaubsänger und der Rotkopfwürger. Als die Komitee-Mitglieder die Leimrute fanden, war der Laubsänger schon tot, der Würger lebte zwar noch, war aber sehr schwach, weil er scheinbar seit vielen Stunden kopfüber in der Falle hing. Sein völlig verklebtes Gefieder wurde von dem Leim befreit, im Hotel bekam er Futter und Wasser und konnte später freigelassen werden!

Insgesamt sind beim Komitee-Vogelschutzcamp auf Zypern in den letzten drei Wochen 1.041 Leimruten und 9 Fangnetze gefunden worden. Der Einsatz läuft noch bis Anfang Mai.


19.04.2017, Zypern

Mit der Dokumentation des britischen Fernsehsenders BBC über die Arbeit des Komitees gegen den Vogelmord auf Zypern erreichen wir jetzt auch die Menschen vor Ort - die wichtigste Zielgruppe in Sachen "Aufklärung gegen den Vogelmord": Die Tageszeitung Cyprus Mail berichtet aktuell über uns und den Film und hat gleich einen Link zu dem 25minütigen Video online gestellt.

Cyprus Mail: "Documentary highlights bird trapping crime"


18.04.2017, Malta

Der Wilderer (rechts) und sein Helfer beobachten das Komitee-TeamDer Wilderer (rechts) und sein Helfer beobachten das Komitee-TeamHeute Morgen hat ein Team des Komitees gegen den Vogelmord zusammen mit der Polizei einen Wilderer bei Hal Farruġ/Malta überführt. Der Mann war von uns schon gesterb Abend außerhalb der Jagdzeit mit einer Flinte beobachtet und gefilmt worden. Wegen der Dämmerung war ein Polizeieinsatz nicht mehr möglich. Heute Morgen hat das Team sich vor Tau und Tag an gleicher Stelle auf die Lauer gelegt und den Wilderer erneut gefilmt. Er gilt damit als Wiederholungstäter und darf mit einer saftigen Strafe rechnen. Mit ihm zusammen wurden zwei weitere Männer erwischt - sie haben entweder selbst gewildert oder für den Haupttäter Schmiere gestanden. Das Foto von heute Morgen zeigt den überführten Wilderer (rechts) und einen seiner Helfer.


18.04.2017, Ponza (Italien)

LAC-Mitglied auf der Insel Ponza (April 2017)LAC-Mitglied auf der Insel Ponza (April 2017)Unsere Freunde von der LAC - Lega Abolizione Caccia - haben mit ihrem Einsatz auf Ponza begonnen. Die kleine Insel vor der Küste Laziens gehörte früher zu den Brennpunkten der Wilderei im zentralen Mittelmeerraum. Bei Komitee-Einsätzen haben wir hier regelmäßig hunderte Vogelfallen gefunden und dutzende Jäger bei der illegalen Jagd auf Turteltauben und Wachteln erwischt. Inzwischen besetzen die Mitglieder unseres Partnerverbandes LAC die Insel während der Zugzeit für mehrere Wochen und sorgen durch ihre Anwesenheit für eine fast völlige Befriedung von Ponza.


17.04.2017, Malta

Maltesischer Polizist beim Abbaue eines SchlagnetzesMaltesischer Polizist beim Abbaue eines SchlagnetzesAuf Malta hat ein Team des Komitees gegen den Vogelmord heute im Girgenti-Valley unweit des Naturschutzgebietes Buskett ein illegales Fangnetz für Singvögel gefunden. Die Polizei hat das riesige Schlagnetz sichergestellt (siehe Foto).

Es dürfte eines der letzten der "Frühlings-Fangsaison" sein - der Durchzug von Finkenvögeln ist inzwischen fast abgeschlossen. Die heutige Aktion wurde von einem Kamerateam der britischen BBC begleitet.




14.04.2017, Malta + Gozo

Frisch geschossene Turteltaube auf Malta (April 2017)Frisch geschossene Turteltaube auf Malta (April 2017)Auf Maltas Nachbarinsel Gozo hat ein Komitee-Team gestern eine riesige Vogelfalle voller frisch gefangener Turteltauben gefunden. Zusammen mit der Polizei wurden die vom Aussterben bedrohten Zugvögel freigelassen. Heute Morgen sind Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord Zeugen eines Turteltauben-Abschusses geworden. Der geschützte Vogel fiel unmittelbar vor die Füße der Vogelschützer und starb in ihren Händen. Die umgehend gerufene Polizei durchsuchte das Gebiet, konnte den Täter aber nicht erwischen. Das Komitee hat heute Vormittag ein Video zu den beiden Fällen veröffentlicht:

Release of Turtle Doves from illegal trap on Gozo (Malta)


12.04.2017, Zypern

Der beliebte britische BBC-Moderator und Naturschützer Chris Packham hat uns letzten Herbst bei unserem Einsatz auf Zypern begleitet. Er hat mit uns zusammen Leimruten eingesammelt, Netze abgebaut und Singvögel befreit. Sein besonderes Interesse galt dabei den Zuständen auf den britischen Militärgebietes im Südosten Zyperns, wo die Wilderei so massiv ist, wie nirgends sonst auf der Mittelmeerinsel. Seine Erlebnisse hat Chris Packham in einem Film "Cyprus-Massacre on Migration" zusammengefasst. Der knapp halbstündige Film ist auf englisch, aber die Bilder sprechen für sich:

BBC-Dokumentation: Cyprus-Massacre on Migration


11.04.2017, Malta

Die deutsche Botschafterin Gudrun Sräga (3. von rechts) bei einem Besuch auf dem Komitee-Vogelschutzcamp auf MaltaDie deutsche Botschafterin Gudrun Sräga (3. von rechts) bei einem Besuch auf dem Komitee-Vogelschutzcamp auf MaltaHoher Besuch beim Komitee-Vogelschutzcamp: Die deutsche Botschafterin auf Malta, Gudrun Sräga (auf dem Foto Dritte von rechts), hat sich einen eigenen Eindruck von der Arbeit des Komitees gegen den Vogelmord verschafft. Bei einem Ortstermin auf den Dingli Cliffs - nicht nur eine der landschaftlich schönsten Stellen Maltas, sondern auch ein Brennpunkt von Wilderei und Vogelfang - haben Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord die Situation der Vogeljagd in dem EU-Land erläutert und unsere Strategie gegen die Wilderei erläutert. Die Botschafterin sagte ihre Unterstützung zu und sprach sich für eine weitere Verbesserung des Vogelschutzes auf Malta aus. Die deutsche Botschaft in Valletta ist ein seit Jahren verlässlicher Ansprechpartner für das Komitee gegen den Vogelmord, der Besuch von Botschafterin Sräga hat uns deswegen sehr gefreut.


10.04.2017, Palmarola (Italien)

Komitee-Team beim Ablegen nach Palmarola am 8. April 2017Komitee-Team beim Ablegen nach Palmarola am 8. April 2017Zeit für eine kleine Heldengeschichte: Die unbewohnte und unter Naturschutz stehende Insel Palmarola in Süditalien ist seit langem ein Ziel von Wilderern, die mit Booten von der Insel Ponza übersetzen. Sie fangen illegal Singvögel mit Schlagfallen und schießen außerhalb der Jagdzeit auf Turteltauben und Wachteln. Letztes Jahr hat das Komitee gegen den Vogelmord erstmals das Eiland mit einem Team besetzt, um für Ruhe zu sorgen. Das hat so gut funktioniert, dass der Bürgermeister von Ponza – ein erklärter Freund der Vogeljagd - uns mit allen Mitteln an einem weiteren Betreten der Insel zu hindern versucht. Unter anderem wurden alle Inhaber von Booten angewiesen, uns nicht mehr nach Palmarola zu bringen. Doch da hat er sich schwer geschnitten: Wir haben einen italienischen Unterstützer mit eigenem Segelboot gefunden, der unser Team nach Palmarola gebracht hat - seit heute Morgen sind unsere Leute vor Ort und halten Wache auf der Insel! Das Foto entstand beim Ablegen gestern. Das Team ist dabei völlig auf sich selbst gestellt, denn das Mobilfunknetz ist schwach und die die nächste Polizeistation in weiter Ferne. Ein großes Dankeschön an unsere mutigen italienischen Mitglieder!


09.04.2017, Malta

Vogelfänger mit Totenkopfmaske, gefilmt im April 2017 auf MaltaVogelfänger mit Totenkopfmaske, gefilmt im April 2017 auf MaltaMit Totenkopf-Maske auf Singvogelfang: Aus Angst, von uns gefilmt und vor Gericht gebracht zu werden, maskieren sich immer mehr maltesische Wilderer. Üblicherweise binden sie sich Schals um oder benutzen Sturmhauben. Bei Mgarr im Nordwesten der Insel haben wir nun aber einen Mann gefilmt, der mit Totenkopf-Maske erschien, um in aller Seelenruhe sein illegales Netz abzubauen (siehe Foto). Dumm für ihn: Nachdem er fertig war, zog er die Maske aus, während wir ihn weiterfilmten. Er wurde identifiziert. In einem kleinen Video haben wir diesen und ähnlich gelagerte Fälle nun zusammengestellt. Sie finden den Film hier:

The ugly face of poaching - Illegal bird trapping on Malta in spring 2017


08.04.2017, Zypern

Toter Grauortolan auf einer zypriotischen Leimrute (April 2017)Toter Grauortolan auf einer zypriotischen Leimrute (April 2017)Unsere Teams auf Zypern haben heute die 500ste Leimruten des laufenden Vogelschutzcamps abgebaut: Im Osten des Famagusta-Districts hatten sie einen umzäunten Garten mit Dutzenden der brutalen Klebefallen gefunden und die Polizei informiert. Die Beamten sind in das Anwesen eingedrungen, haben 79 Leimruten eingesammelt und den Täter überführen können - unsere erste Verhaftung in diesem Frühling auf Zypern! In seiner Triefkühltruhe hatte der Mann 220 frisch gefangene Singvögel. Insgesamt haben die Mitglieder des Komitees gegen den Vogelmord in den letzten 14 Tagen 561 Leimruten und 2 Netze abgebaut. Viele Vögel konnten befreit werden, für den Grauortolan auf dem Foto kam leider jede Hilfe zu spät.


07.04.2017, Malta

Und schon fängt das nächste Komitee-Vogelschutzcamp an: Ab heute Nachmittag sind wir wieder auf Malta im Einsatz, um den Durchzug von Greifvögeln und Störchen zu überwachen. Leider hat auch in diesem Jahr die maltesische Regierung die Frühlingsjagd erlaubt, diesmal aber nur auf Wachteln. Die Turteltaube - die "traditionelle" Beute maltesischer Jäger im Frühjahr - darf auf Druck der EU in ganz Europa erstmal nicht mehr geschossen werden. Noch bis Ostern dauert die Wachteljagd auf Malta, danach müssen die Waffen schweigen. Wie immer nutzen Wilderer die Gelegenheit, sich unter die legalen Jäger zu mischen, um auf geschützte Großvögel zu schießen. Bis Anfang Mai werden wir vor Ort sein, um unsere Zugvögel so gut es geht zu schützen.


05.04.2017, Zypern

Für diesen Wendehals kam jede Hilfe zu spät (April 2017)Für diesen Wendehals kam jede Hilfe zu spät (April 2017)Wendehälse gehören zu unseren seltensten Brutvögeln. Auf Zypern sterben sie zu Abertausenden auf illegal ausgelegten Leimruten. Den Wendehals auf dem Foto haben Mitglieder des Komitees gegen den Vogelmord heute Morgen unweit des Cape Greco im Südosten Zypern gefunden. Essbar ist die Spechtart nicht - die Vogelfänger werfen die Vögel als "Beifang" einfach weg.

Durch unseren aktuellen Einsatz ist die Zahl der aktiven Fangstellen zum Glück relativ gering. Viele Zugvögel kommen in diesen Tagen unbeschadet über die Mittelmeerinsel - hoffentlich auch einige Wendehälse ....


02.04.2017, Malta

Von der maltesischen Polizei sichergestellte Schlagnetze (April 2017Von der maltesischen Polizei sichergestellte Schlagnetze (April 2017Die Wilderer müssen sich warm anziehen! Die Komitee-Vogelschutzcamps laufen inzwischen überall an - aktuell haben wir vier verschiedene Einsätze auf Malta, Zypern und in Italien. Die Teams auf Malta erwischen dabei Vogelfänger am laufenden Band. Alleine in den letzten Tagen haben wir dort sechs illegale Fangstellen stillgelegt, die Polizei konnte vier Wilderer aufgrund unserer Hinweise dingfest machen und 20 lebende Lockvögel sicherstellen. Klappnetze und dazugehöriges Equipment wie Netzstangen und Stahlfedern wurden konfisziert (siehe Foto).



31.03.2017, Zypern

Grasmücken und Rotschwanz auf Leimruten (März 2017)Grasmücken und Rotschwanz auf Leimruten (März 2017)Um den Heimzug unserer Zugvögel noch sicherer zu machen, hat das Komitee gegen den Vogelmord in diesem Jahr sein Vogelschutzcamp auf Zypern früher als sonst gestartet. Die Aktion hat schon vor vier Tagen begonnen - um den "Überraschungseffekt" zu nutzen, hatten wir es bislang nicht gemeldet. Inzwischen haben alle Wilderer mitbekommen, dass wir auf der Insel eingetroffen sind. In den ersten Tagen haben wir bereits 11 aktive Fangstellen gefunden und zusammen mit der Polizei 293 Leimruten abgebaut. Das aktuelle Foto zeigt zwei Klappergrasmücken, eine Mönchsgrasmücke und einen Gartenrotschwanz, die auf den Leimruten klebend gefunden wurden. Mit einiger Mühe konnten alle unversehrt befreit werden. Unser Vogelschutzcamp wird bis Mitte Mai laufen und damit die komplette Zugzeit umfassen!


30.03.2017, Salerno (Süditalien)

Gerade geht es wirklich Schlag auf Schlag: Unsere Freunde vom Tierschutzverband ENPA haben im süditalienischen Salerno (bei Neapel) einen weiteren Vogelfänger überführt. Bei ihm wurden ein Schlagnetz und ein gutes Dutzend Lockvögel sichergestellt. Der Stieglitz war an einer Wippe angebunden, die der Wilderer aus seinem Versteck heraus bedienen konnte. Wenn er an einem Seil zog und die Wippe damit bewegte, flatterte das völlig verängstigte Tier wild los und hat so seine Artgenossen angelockt. Zudem war die Fangstelle mit einem elektronischen Lockgerät ausgestattet. Netz und Lockgerät sind auf dem Foto ebenfalls zu sehen. Die gefangenen Finken sollten als "Stubenvögel" verkauft werden.


28.03.2017, Malta

Als Lockvogel an einem Schlagnetz verwendeter Hänfling (März 2017)Als Lockvogel an einem Schlagnetz verwendeter Hänfling (März 2017)Die maltesische Vogelschutzbehörde WBRU schmückt sich mit fremden Federn: Das Komitee gegen den Vogelmord hatte letzte Woche den maltesischen Behörden Untätigkeit gegen den massiven illegalen Finkenfang vorgeworfen. WBRU hat in einer Stellungnahme nun versucht, das Gegenteil zu belegen. Man habe bereits 17 Fälle aufgeklärt, zahlreiche Netze und Lockvögel sichergestellt. Peinlich für die Behörde: Genau diese 17 Fälle sind die von Komitee-Mitarbeitern in den letzten Wochen an die Polizei gemeldeten Wilderer! WBRU hat damit zugegeben, dass die Behörden auf ganz Malta nicht ein einziges Mal selbst aktiv geworden sind. Die maltesische Presse hat über diesen peinlichen Vorgang ausführlich berichtet. Das Foto zeigt einen Hänfling, der mit einer Schnur angebunden an einem Schlagnetz als Lockvogel eingesetzt wurde. Der Vogel wurde aufgrund unserer Anzeige sichergestellt und freigelassen.


30.03.2017, Messina (Süditalien)

Und wieder ein Schlag gegen den Singvogelhandel in Süditalien: Die Finanzpolizei hat auf dem Vogelmarkt von Messina (Kalabrien) nach einem Hinweis des Komitees gegen den Vogelmord 83 frisch gefangene Stieglitze sichergestellt. Zeitgleich hat unser Partnerverband ENPA in Caserta (bei Neapel) zusammen mit den Carabinieri-Forestale einen Vogelhändler überführt - auch hier wurden Dutzende Finken beschlagnahmt. Der Handel mit den Singvögeln gerät durch unsere Aktionen immer mehr unter Druck - weitere Razzien sind geplant.


20.03.2017, Malta

In einem aktuellen Video vom Einsatz des Komitees gegen den Vogelmord auf Malta ist Beweismaterial gegen zwei von bislang insgesamt neun von uns in den letzten Tagen erwischte Vogelfänger zu sehen. Die Filmausschnitte zeigen, wie die Täter versuchen, ihre Lockvögel und Netze zu retten - ohne Erfolg. Die Polizei baut die Fanganlagen ab, die Männer werden vor Gericht kommen

Das Video von den Aktionen finden Sie hier »»