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Aktionen gegen den Watvogelfang

Sondereinsatz für Regenpfeifer, Strandläufer & Co.

Maltesischer Vogelfänger an seinem illegalen FangnetzMaltesischer Vogelfänger an seinem illegalen FangnetzAuf Malta hat sich der Fang von Watvögeln ("Limikolen") mit riesigen Schlagnetzen etabliert. Vor allem direkt an Küstenklippen oder auf Hügeln im Inland der Insel finden sich gigantische Anlagen mit zum Teil mehreren Hektar Größe. Zur Zugzeit sind die Fangstellen mit Wasser, künstlichen oder lebenden Lockvögeln und nicht selten lautstarken elektronischen Lockanlagen versehen und laden die erschöpften Watvögel zur Rast ein. Sind genügend Vögel auf dem Fangplatz, lösen die in einer kleinen Hütte lauernden Fänger die bis zu 50 Meter langen Schlagnetze aus, die über den Zugvögeln zusammenschlagen. Die Tiere landen lebend als Attraktionen in fragwürdigen Vogelsammlungen, werden getötet und ausgestopft oder kommen als Spezialität in die Pfanne.

Gefangener Bruchwasserläufer.Gefangener Bruchwasserläufer.Der Fang von Goldregenpfeifern im Spätherbst ist bis heute auf Malta erlaubt. Fast jedes Jahr erteilt die Regierung entgegen den Vorgaben der EU-Vogelschutzrichtlinie großzügige Sondergenehmigungen zum Betrieb der Netze. Alle anderen Watvögel dürfen nicht gefangen werden und auch der Einsatz elektronischer Lockanlagen ist strikt verboten. Viele maltesischen Vogelfänger kümmern sich aber wenig um die Verbote und betreiben vor allem im Frühling, Spätsommer und Winter ihre Fanganlagen illegal und erbeuten so tausende geschützter See- und Mornellregenpfeifer, Kiebitze, Dunkle Wasserläufer, Rot- und Grünschenkel, Flussuferläufer und andere Limikolen.

Jeweils im Mai und August - der Hauptdurchzugzeit der meisten Watvögel - organisiert das Komitee gegen den Vogelmord seit dem Jahr 2014 Sondereinsätze gegen die Wilderei mit Netzen auf Malta. Auch von November bis Januar, wenn Goldregenpfeifer auf der Insel überwintern und gefangen werden dürfen, kontrollieren unsere Mitglieder die Einhaltung der Vorschriften. In den Kernzeiten sind zwei mit Fahrzeugen, Ferngläsern und Videokameras ausgestattete Komitee-Teams auf Malta und Gozo eingesetzt. Mit guten Spektiven können manche der riesigen Anlagen auch aus großer Entfernung observiert und Videos zur Bewissicherung angefertigt werden. Nachts lasssen sich die Fangplätze von erfahrenen Mitarbeitern auch durch die elektronischen Lockgeräte lokalisieren. Die Umweltpolizei A.L.E. kontrolliert die von uns ausgekundschafteten Anlagen, stellt Netze und Vögel sicher und sorgt für eine Strafverfolgung der überführten Täter.