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Aktionen gegen den Singvogelfang

Komitee-Mitarbeiter im Kampf gegen illgale Netze

Polizist mit einem auf Malta gefangenen OrtolanPolizist mit einem auf Malta gefangenen OrtolanAuf Malta hat der Singvogelfang eine lange Tradition. Stieglitze, Buch- und Grünfinken, Hänflinge, Girlitze und Erlenzeisige enden jährlich zu Zehntausenden als "Stubenvögel" in den Wohnzimmern vermeintlicher Vogelliebhaber. Mit dem Beitritt Maltas zur Europäischen Union im Jahr 2004 wurde eigentlich das Ende des legalen Singvogelfangs eingeläutet. Zwischen 2008 und 2014 war er verboten, nun ist er im Herbst leider wieder erlaubt.

Manche Vogelfänger haben aufgegeben, ihre Fangplätze sind verwaist. Aber spätestens mit der neuerlichen Genehmigung im Herbst 2014 hat dieser Volkssport neuen Aufwind bekommen. Während der offiziellen Fangzeit, die mehrere Wochen im Oktober und November umspannt, können die Komitee-Teams nur die Einhaltung der Regelungen überwachen. Dazu gehört vor allem eine Kontrolle der Arten, die grefangen werden,. Neben den beliebten und auch zum fang freigegebenen Finken sind vor allem seltene Arten wie Ortolane, Rotkehlpieper und Kurzzehenlerchen begehrte Tiere für die Käfighaltung. Auch Bach- und Schafstelzen, Rotkehlchen und andere Singvögel werden gefangen. Selbst Ziegenmelker und Limikolen finden sich in so mancher Voliere.

Maltesische Polizisten beim Abbau eines Fangnetzes.Maltesische Polizisten beim Abbau eines Fangnetzes.Im Frühling ist der Vogelfang nicht erlaubt, was aber viele Fänger nicht davon abhält, ihre Netze auszulegen. Im März und April kontrollieren Komitee-Teams das komplette Inselarchipel und suchen aktive Fangstellen. Seit einiger Zeit setzen wir dabei auf Luftaufklärung: Mit einem Kleinflugzeug befliegen wir Malta und seine Nachbarinsel Gouo und suchen nach hergeroiczhteten Fangplätzen. Vom Boden aus können unsere Teams dann gezielt erkunden, ob die Wilderer aktiv sind. Auch mit guten Spektiven können manche Anlagen aus großer Entfernung unter Beobachtung gehalten und Videos als Beweissicherung angefertigt werden. Werden aktive Fangplätze gefunden, wird die Umweltpolizei A.L.E. informiert.