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Frühjahr 2010:
"Bird Guards" kontrollieren Frühlingsjagd
Bird Guards im Jagdgebiet "Mizieb"Mit dem Beginn des Vogelzuges im Frühjahr 2010 ist der Widerstand gegen die illegale Jagd auf Malta und Gozo in die nächste Runde gegangen. Von Mitte April bis Anfang Mai waren wieder ehrenamtliche "Bird Guards" auf den Inseln im Einsatz, um wichtige Rastplätze zu überwachen und illegal aufgestellte Vogelnetze zu suchen. Bei den Aktivisten handelte es sich um erfahrene Ornithologen aus Deutschland und Italien, die bereits mehrere Male gegen die Wilderei auf Malta im Einsatz waren. Mit dabei waren mehrere mit Videokameras ausgestatte Hochleistungsspektive, mit denen die Vogelschützer Wilderer auch aus großer Entfernung identifizieren und Beweise für die Polizei sammeln konnten.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Überwachung der von der Regierung genehmigten Frühlingsjagd - die eigentlich gemäß EU-Vogelschutzrichtlinie seit 1979 überall in Europa verboten sein muss (mehr dazu lesen Sie hier).
Wie bereits in den letzten beiden Jahren war für die Dauer des Einsatzes eigens eine Leitstelle in Xemxija eingerichtet worden, die sowohl mit den Bird Guards als auch mit dem Hauptquartier der Polizei in Valetta in ständigem Kontakt stand. Die Aktion war zudem eng mit unseren maltesischen Partnerverbänden, allen voran Birdlife Malta, abgestimmt.
Von Komiteemitarbeitern entdeckte und durch ein Spektiv fotografierte Käfigfalle für Turteltauben - der Täter wurde überführt!Die Ergebnisse des Einsatzes waren gemischt: Viele Jäger haben wegen der hohen Auflagen an der genehmigten Frühlingsjagd nicht teilgenommen, so dass die Saison im Prinzip ausgefallen ist. Auch die Zahl der von uns dokumentierten illegalen Schüsse war insgesamt niedriger als bei den Frühlingscamps in den Vorjahren. Es wurden zudem weniger Abschüsse geschützter Arten registriert, allerdings war der Durchzug während der Dauer unserer Aktion auch relativ schwach.
Die Komiteemitarbeiter haben sich wegen der vergleichsweise ruhigen Jagdsituation mehr auf die Überwachung des illegalen Vogelfangs konzentriert und dabei einige Aufsehen erregende Aufgriffe erzielt: So konnten zwei Vogelfänger mit illegalen Netzen zum Fang von Ortolanen nach Hinweisen des Komitees überführt werden. Fünf weitere Fanganlagen mit Fangkäfigen, Stell- und Schlagnetzen wurden ausfindig gemacht und der Polizei gemeldet. Mehrere Wilderer wurden in flagranti gestellt. Die Zahl der während der Nacht festgestellten illegalen elektronischen Lockvögel war so gering wie seit Jahren nicht mehr.
Grund zur Sorge besteht allerdings wegen der eskalierenden Gewalt: Ende April und Anfang Mai 2010 wurden zwei Mietfahrzeuge des Komitees von Wilderern schwer beschädigt, zwei Mitarbeiter wurden von einer Bande maskierter Schläger angegriffen und verletzt. Mehr zu diesen schweren Zwischenfällen erfahren Sie in diesen beiden Artikeln:
Brutale Gewalt gegen deutsche Vogelschützer
Attacke auf Komitee-Einsatzfahrzeug.







