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Frühlings- und Herbstcamps auf Malta

"Sicherheitsdienst" für Adler, Weihen und Bussarde

Komitee-Mitarbeiter auf ihrem BeobachtungspostenKomitee-Mitarbeiter auf ihrem BeobachtungspostenWenn im April und September der Greifvogeldurchzug im südlichen Mittelmeerraum seinen Höhepunkt erreicht, wird Malta zu einem Massengrab für ungezählte Bussarde, Falken, Weihen und Adler. Während die Greifvögel ausnahmslos unter strengem Schutz stehen, ist in dieser Zeit ist die Jagd auf Turteltauben, Wachteln und andere Vogelarten erlaubt. Viele maltesische Jäger nutzen die Gelegenheit, mit der Flinte ganz legal auf der Pirsch zu sein, für die Wilderei. An abgelegenen Küstenabschnitten, entlang bekannter Flugrouten und im Umkreis der Rastplätze lauern die Greifvogeljäger auf ihre Beute. Rohr- und Wiesenweihen, Wespenbussarde und Baumfalken werden zu Tausenden geschossen. Vor allem seltene Arten wie Steppenweihen, Schrei- und Fischadler, aber auch Schwarzstörche und Flamingos haben oft kaum eine Chance, lebend die Insel zu verlassen.

Auf Malta angeschossener RotfußfalkeAuf Malta angeschossener RotfußfalkeSchon seit dem Jahr 2001 führt das Komitee gegen den Vogelmord seine Vogelschutzcamps auf Malta durch. Jeweils drei Wochen im Frühjahr (April) und im Herbst (September) setzen wir bis zu 25 Teilnehmer aus ganz Europa auf Malta und seiner kleinen Nachbarinsel Gozo ein. In den Morgen- und Abendstunden kontrollieren die Komitee-Mitglieder die bekannten Durchzugs- und Rastplätze und vertreiben oft schon durch ihre bloße Anwesenheit viele Wilderer. Wer doch auf geschützte Arten schießt, riskiert von uns gefilmt zu werden. Bei beobachteten Straftaten rufen die Komitee-Teams die Umweltzpolizei A.L.E., die in den Brennpunkten der illegalen Jagd regelmäßig patrouilliert, und assistieren den Beamten bei ihrer Arbeit. Der Wilderei überführte Jäger erhalten hohe Geldstrafen und verlieren den Jagdschein auf Lebenszeit, selbst Haftstrafen wurden schon verhängt. In Kooperation mit unserem Partnerverband Birdlife Malta und der Umweltpolizei haben wir auf diese Art und Weise einen erheblichen Teil der Insel beruhigen können. Abgelegene Gebiete im Westen und Süden der Insel und großflächig unzugängliche Bereiche rund um den Flughafen sind aber bis heute eine Todesfalle für Großvögel. Während eines Vogelschutzcamps werden nicht selten über 200 Verstöße gegen die Jagd- und Naturschutzgesetzgebung von unseren Mitgliedern registriert.

Auch wenn der Vogelfang von Sing- und Watvögeln außerhalb des Zeitraums unserer großen Vogelschutzcamps seinen Höhepunkt hat, überführen wir auch im April und September jedes Jahr zahlreiche Wilderer mit Käfigfallen, Stell-, Schlag und Bodennetzen oder illegalen Lockanlagen. Speziell für die Bekämpfung des Vogelfangs mit Netzen führen wir seit 2014 Sondereinsätze gegen die Wilderei von Sing- und Watvögeln auf Malta und Gozo durch.