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Zugvogelschutzcamps auf Malta
Um der Zugvogeljagd auf Malta auch praktisch entgegenzutreten, finden seit 2001 in jedem Frühling und seit 2007 auch in jedem Herbst unsere Zugvogelschutzcamps auf der Mittelmeerinsel statt.
Komitee-"Bird Guard" bei der ArbeitDie bis zu 25 Teilnehmer – meist Komiteemitglieder aus Malta, Italien und Deutschland – werden in Gruppen aufgeteilt und jeweils in der Dämmerung an den Brennpunkten von Jagd und Wilderei postiert. Die mit Ferngläsern, Handys und Videokameras ausgestatteten Aktivisten beobachten das Treiben der Jäger und dokumentieren etwaige Verstöße gegen das maltesische Naturschutzrecht. Sobald ein Täter ausgemacht ist, wird die maltesische Umweltpolizei ALE zu Hilfe gerufen, die meist schnell vor Ort ist. Währenddessen sammeln die Komiteemitglieder vor Ort Beweismaterial, filmen die Wilderer und - wenn nötig - verfolgen sie bis zu ihren Fahrzeugen oder Häusern.
Werden die Komiteeteams entdeckt, ist die Wilderei meist schnell vorüber. Aus Angst, erwischt zu werden, brechen viele Jäger ihre Pirsch sogar ganz ab und gehen nach Hause.
Tagsüber kontrollieren Komiteemitglieder Zoogeschäfte und Vogelmärkte, kartieren Fangeinrichtungen der Vogelfänger und nehmen Termine bei Behörden und Partnerverbänden war.
Komiteemitarbeiter mit sichergestellten LockvögelnIn der Nacht gehen die Gruppen in den Außenbereichen auf die Suche nach verbotenen „elektronischen Lockvögeln“. Die Tonbandgeräte locken vor allem nachtziehende Wachteln vor die Schießstände, wo sie am Morgen unter Beschuss genommen werden. Die Geräte sind meist in Betonbunkern oder vergrabenen Ölfässern versteckt, die Lautsprecher stehen an langen Kabeln weit verstreut in der Macchia. Die Lockvögel werden kartiert und an die Behörden gemeldet - zum Teil auch direkt gemeinsam mit der Polizei abgebaut und entsorgt.
Die Aktionen sind nicht ganz ungefährlich. Die Jäger und Wilderer zeigen sich wenig erfreut über unsere Kontrollen - meist bleibt es aber bei verbalen Attacken oder zerstochenen Autoreifen. Im Frühling 2010 ist die Gewalt allerdings eskaliert, es kam zu brutalen Übergriffen vermummter Schlägerbanden mit schwer beschädigten Mietfahrzeugen und verletzten Komiteemitgliedern. Mehr dazu lesen Sier hier.
Unsere Aktionen auf der Mittelmeerinsel Malta werden mit in Deutschland gesammelten Spendengeldern finanziert. Wenn Sie uns dabei unterstützen möchten, freuen wir uns sehr über eine Spende für unsere internationale Natur- und Tierschutzarbeit.
Die Stiftung Pro Artenvielfalt
unterstützt uns regelmäßig mit einer großzügigen Zuwendung bei der Finanzierung der Zugvogelschutzcamps auf Malta.
Den Abschlussbericht zum Vogelschutzcamp auf Malta im Herst 2009 können Sie hier als pdf herunterladen:
| Anhang | Größe |
|---|---|
| MALTA_Abschlussbericht_Herbst_2009.pdf | 374.81 KB |







