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Zugvogelschutzcamps auf Malta

Um der Zugvogeljagd auf Malta auch praktisch entgegenzutreten, finden seit 2001 in jedem Frühling und seit 2007 auch in jedem Herbst unsere großen Zugvogelschutzcamps auf der Mittelmeerinsel statt. Seit einer verheblichen Ausweitung unserer Aktionen im Jahr 2014 führen wir zudem Einsätze gegen den illegalen Singvogelfang (März/November) und den Fang von Watvögeln (August/Dezember) auf Malta durch.

Komitee-"Bird Guard" bei der ArbeitKomitee-"Bird Guard" bei der ArbeitDie bis zu 25 Teilnehmer – meist Komiteemitglieder aus Malta, Italien und Deutschland – werden in Gruppen aufgeteilt und jeweils in der Dämmerung an den Brennpunkten von Jagd und Wilderei postiert. Die mit Ferngläsern, Handys und Videokameras ausgestatteten Aktivisten beobachten das Treiben der Jäger und dokumentieren etwaige Verstöße gegen das maltesische Naturschutzrecht. Sobald ein Täter ausgemacht ist, wird die maltesische Umweltpolizei ALE zu Hilfe gerufen, die meist schnell vor Ort ist. Währenddessen sammeln die Komiteemitglieder vor Ort Beweismaterial, filmen die Wilderer und - wenn nötig - verfolgen sie bis zu ihren Fahrzeugen oder Häusern. Werden die Komiteeteams entdeckt, ist die Wilderei meist schnell vorüber. Aus Angst, erwischt zu werden, brechen viele Jäger ihre Pirsch sogar ganz ab und gehen nach Hause.

Tagsüber kontrollieren Komiteemitglieder Zoogeschäfte und Vogelmärkte, kartieren Fangeinrichtungen der Vogelfänger, suchen nach "Vogelfriedhöfen" und nehmen Termine bei Behörden und Partnerverbänden war.


Komiteemitarbeiter mit sichergestellten LockvögelnKomiteemitarbeiter mit sichergestellten LockvögelnIn der Nacht gehen die Gruppen auf die Suche nach verbotenen „elektronischen Lockvögeln“. Die Tonbandgeräte oder MP3-Player locken vor allem nachtziehende Wachteln vor die Schießstände, wo sie am Morgen unter Beschuss genommen werden. Auch an illegalen Schlagnetzen werden Lockanlagen postiert: Sie spielen die Rufe von Regenpfeifern und anderen Watvögeln ab. Die Geräte sind meist in Betonbunkern oder vergrabenen Ölfässern versteckt, die Lautsprecher stehen an langen Kabeln weit verstreut in der Macchia oder im Umfeld der Fanganlagen. Die Lockvögel werden kartiert und an die Behörden gemeldet - zum Teil auch direkt gemeinsam mit der Polizei abgebaut und entsorgt.

Unsere Aktionen auf der Mittelmeerinsel Malta werden mit in Deutschland gesammelten Spendengeldern finanziert. Unser Kooperationspartner Stiftung Pro Artenvielfalt unterstützt uns regelmäßig bei der Finanzierung der Zugvogelschutzcamps auf Malta - der Einsatz von zwei Komitee-Teams auf Maltas Nachbarinsel Gozo wird maßgeblich von der Stiftung finanziert. Seit 2014 erhalten wir auch eine Zuwendung vom Landesbund für Vogelschutz Bayern (LBV) für die Durchführung unserer Aktionen auf Malta.

Wenn Sie unsere Vogelschutzcamps unterstützen möchten, freuen wir uns über eine Spende ... oder Sie schicken einfach eine Charity-SMS.