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PRESSEMELDUNG 10. Dezember 2014

Malta: Illegaler Fang von Goldregenpfeifern

Zwei lebende Goldregenpfeifer - als Lockvögel angepflockt an einem Fangfnetz auf MaltaZwei lebende Goldregenpfeifer - als Lockvögel angepflockt an einem Fangfnetz auf MaltaMitarbeiter des Komitees haben aufgedeckt, dass auf Malta nachts in großem Stil durchziehende Goldregenpfeifer, Kiebitze und andere Limikolen gefangen werden. Im Gegensatz zum Fang am Tag, der von der maltesischen Regierung trotz internationaler Proteste genehmigt wurde, ist der nächtliche Einsatz der Klappnetze allerdings verboten. Angesichts der umfangreichen Verstöße hat das Komitee die Regierung in Valletta aufgefordert, die Fangsaison sofort zu beenden. "Das gesamte System zur Überwachung der Fangquote wird durch den illegalen Nachtfang vollständig ad absurdum geführt", kritisiert Komiteepräsident Heinz Schwarze. Denn um sicherzustellen, dass nur eine geringe Menge von Goldregenpfeifern gefangen und die Saison nach Erreichen einer Fangquote geschlossen werden kann, müssen Fänger auf Malta jeden Vogel sofort nach dem Fang per SMS melden. "Wer nachts illegal fängt, wird seine Beute wohl kaum den Behörden melden. Für die Regierung ist es deshalb unmöglich zu ermitteln, wann die offizielle Quote von 1.150 gefangenen Goldregenpfeifern erreicht ist.

Trauriges Ende hinter Gittern: Arktischer Goldregenpfeifer im Käfig eines maltesischen VogelfängersTrauriges Ende hinter Gittern: Arktischer Goldregenpfeifer im Käfig eines maltesischen VogelfängersUm gegen den illegalen Fang in der Nacht vorzugehen, haben dieTeams des Komitees mehr als ein Dutzend nachts aktive Fanganlagen und mehr als 20 elektronische Lockanlagen an die maltesische Polizei gemeldet. Dabei stellte sich heraus, dass entgegen der schriftlichen Ankündigung der Regierung, dass auch außerhalb der gesetzlich erlaubten Fangzeiten mindesten 2 Umweltpolizisten sind, die Umweltpolizei nachts nicht zu erreichen war. Nach zahlreichen Telefonaten mit der Leitstelle wurden uns schließlich Beamte der lokalen Polizeistationen zugeteilt, mit denen zwei Geräte abgebaut und ein Vogelfänger in flagranti beim Nachtfang verhaftet werden konnte. In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle konnten die Fänger jedoch in die Dunkelheit flüchten und die Lockgeräte per Fernbedienung ausschalten, bevor sie abgebaut werden konnten. Trotz dieses unbefriedigendem Ergebnis im Gelände war der Einsatz ein voller Erfolg, denn die von unseren Teams gesammelten Beweise für fehlende Überwachung, den Gebrauch elektronischer Lockanlagen und den Nachtfang werden weitere Nägel in den Sarg dieser international kritisierten Fangfreigabe sein. Sämtliches Material wird noch vor Jahresende an die Europäische Kommission geschickt, die zur Zeit gegen Malta wegen Verstoß gegen die Vogelschutzrichtlinie ermittelt. Wie auch bei der Freigabe des Finkenfangs hat Malta auch wegen der Jagd auf Goldregenpfeifer bereits zwei schriftliche Warnungen aus Brüssel erhalten. Der nächste Schritt ist ein Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof.

Wir haben auf Youtube ein Video veröffentlicht, dass den massenhaften Gebrauch illegaler Lockanlagen (bird caller), den nächtlichen Fang von Limikolen sowie weitere Verstöße wie den Gebrauch eines automatischen Gewehres und Beschimpfungen durch Vogelfänger dokumentiert. Zum Video geht es hier: