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Pressemeldung 24.9.2012
Komitee filmt exzessive Jagd auf Greifvögel in Safi
Unbekannte legen tote Ratte und geschossene Rohrweihe als „Warnung“ aus
Komitee-Mitarbeiter mit geschossene Rohrweihe unweit Bingemma (20.09.2012)Das Komitee gegen den Vogelmord hat heute erste Zwischenergebnisse und Videos von seiner seit Samstag letzter Woche auf Malta und Gozo laufenden Operation „Honey Buzzard“ veröffentlicht. Wie der Verband mitteilt, wurden bisher mehr als 25 Abschüsse geschützter Vögel von den Vogelschützern beobachtet und zu einem großen Teil auch gefilmt. Zusätzlich wurden eine frisch geschossene tote Rohrweihe, ein angeschossener lebender Wiedehopf, ein Graureiher sowie 13 tote Bienenfresser an verschiedenen Stellen auf Malta und Gozo entdeckt.
Hochburg der vom Komitee festgestellten Wilderei war die Gegend rund um den internationalen Flughafen der Insel. Seit Samstag vergangener Woche wurden dort 10 Ab- bzw. Beschüsse von Greifvögeln und eines Graureihers gefilmt und zahlreiche weitere beobachtet. „In der Gegend rund um Safi herrscht in Sachen Jagd völlige Anarchie. Die Polizei tut zwar ihr Bestes, ist aber in dem schwierigen Gelände voller Mauern und Bäume mit Ihrer normalen Vorgehensweise völlig machtlos. Um die Situation dort unter Kontrolle zu bringen, müssen neue Taktiken entwickelt und mehr Polizisten in diesem Gebiet eingesetzt werden“, so Komiteesprecher Axel Hirschfeld.
"Ledende Zielscheiben": Einer von 13 im Graben an den Dwejra-Lines gefundenen Bienenfresser (21.09.2012)Direkt am zweiten Einsatztag, dem 16. September, filmte ein Komitee-Team, wie Jäger morgens in Safi einen streng geschützten Fischadler unter Beschuss nahmen. Auf dem Video ist deutlich zu erkennen, wie das Tier getroffen wird. Wenige Minuten später filmte das selbe Team, wie eine Rohrweihe von mehreren Jägern abgeschossen wurde. Die von den Vogelschützern verständigte Polizei durchsuchte das Gelände, konnte jedoch weder tote Vögel noch die Täter finden. Höhepunkt der exzessiven Wilderei in Safi war der gestrige Sonntag, wo ein einziges Komitee-Team den Abschuss von 2 Rohrweihen und eines Turmfalken filmte sowie den Beschuss von mindestens drei weiteren Greifvögeln beobachtete. Auch hier blieb die Suche der Polizei nach den Tätern erfolglos.
Unentdeckt entkamen auch die Wilderer, die am 20.9. in der Nähe des Nadur-Towers zwei Wespenbussarde unter Beschuss nahmen. Obwohl Komitee-Mitarbeiter die Abschüsse auf Video aufzeichnen konnten, gelang es den Wilderern, unerkannt zu entkommen. Am selben Tag hatten Unbekannte auf einem vom Komitee täglich benutzten Beobachtungsposten bei Bingemma eine tote Ratte, ein Kaninchen und eine tote Rohrweihe als „Warnung“ ausgelegt. Der Kadaver der Rohrweihe wurde zu einem Tierarzt gebracht, wo eine Röntgenaufnahme die Todesursache in Form von 14 Schrotkugeln ans Tageslicht brachte. Der Vogel wurde der Polizei übergeben.
Am 21.9. entdeckte ein Komitee-Team im Graben des Bingemma-Forts die Überreste von 13 frisch geschossenen Bienenfressern. An der selben Stelle wurden bereits im Vorjahr mehrere geschützte Vögel entdeckt, die offenbar im Rahmen von „Zielübungen“ getötet und anschließend in dem Graben entsorgt wurden. Die Polizei hat ein Strafverfahren gegen Unbekannt eingeleitet.
Von der Polizei an einem illegalen Fangplatz bei Ghajnsielem (Gozo) beschlagnhmte Locvkvögel (22.09.2012Auf Gozo retteten Polizisten am 20.9. einen verletzten Wiedehopf, der bei der Suche nach einem abgeschossenen Wespenbussard bei Sarraflu entdeckt wurde. Die Verletzungen des Wiedehopfes wurden von einem Tierarzt des Komitees versorgt – er hat gute Überlebenschancen. Am darauffolgenden Tag beobachtete ein Team des Komitees zwischen San Lawrenz und Gharb (Gozo), wie ein Jäger einen Wespenbussard beschoss und beobachteten den Mann bis zum Eintreffen der Polizei. Eine Kontrolle ergab, dass der Mann illegale großkalibrige Munition mit sich führte. Ihn erwartet deswegen ein Strafverfahren.
Weitere in der letzten Woche beobachtete Verstöße waren der Abschuss von Baumfalken und geschützten Singvögeln, der Fang von Goldregenpfeifern in Marsascala, der Fang von Finken in Ghajnsielem (Gozo), der Einsatz verbotener elektronischer Lockanlagen, der Gebrauch von Waffen mit denen mehr als drei Schuss nacheinander abgefeuert werden können sowie illegale Jagd während der Schonzeit am Nachmittag.
Ein Video, das die von Komitee gefilmten Abschüsse sowie die gefundenen toten Vögel zeigt, kann bei Youtube unter angesehen werden - klicken Sie hier.
Ein aktuelles Tagebuch mit allen Details und Zwischenfällen des Einsatzes ist auf der Komitee-Homepage abrufbar. Eine englische Version finden Sie hier.
Das Komitee gegen den Vogelmord ist noch bis zum 7. Oktober auf Malta und Gozo, um illegale Jagd zu dokumentieren und der Polizei bei der Überführung von Wilderern zu helfen.
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Kontakt für Rückfragen und Bildmaterial: Komitee gegen den Vogelmord, Pressesprecher Axel Hirschfeld, Telefon 99554442 (Maltese mobile), Email: CABS@komitee.de










