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Malta: Größte Vogelfalle Europas
Komitee dokumentiert im Herbst 2014 den Massenfang von Singvögeln


Zugepflastert: Fangplätze für Finken an der maltesischen Südküste bei Hal Far im November 2014Zugepflastert: Fangplätze für Finken an der maltesischen Südküste bei Hal Far im November 2014Vogelfänger haben große Teile der maltesischen Küste mit Tausenden Fangnetzen in eine riesige Fanganlage für Singvögel verwandelt. Trotz zahlreicher Proteste und zwei schriftlichen Warnungen der EU wurden von der maltesischen Regierung Lizenzen für mehr als 7.000 Klappnetze ausgegeben. Luftaufnahmen des Komitees gegen den Vogelmord beweisen nun, dass auch Hunderte Fanganlagen innerhalb von NATURA 2000 Gebieten errichtet wurden - also mitten in den wichtigsten Flächen für den Vogelschutz auf Malta. Die Fotos, die vom Komitee auf seiner Webseite und auf Facebook veröffentlicht wurden, zeigen die unglaublich hohe Netzdichte in den Schutzflächen. Vögel, die an diesen Küstenbereichen landen, haben keine Chance.

Nach Angaben des Komitees ist zudem der Gebrauch von illegalen elektronischen Lockanlagen, die den Gesang der Vögel imitieren und so Artgenossen in die Fallen locken sollen, überall weit verbreitet. "Wir konnten mehr als 28 Fälle auf Video aufzeichnen. Die Dunkelziffer ist sehr hoch, da die Geräte in der Regel ausgeschaltet werden, wenn die Vogelfänger uns sehen", berichtet Komiteemitarbeiterin Fiona Burrows.

Küstenlandschaft bei Zurrieq (Malta) - auf jeder Terrasse ein Fangnetz!Küstenlandschaft bei Zurrieq (Malta) - auf jeder Terrasse ein Fangnetz!Das Komitee beschuldigt die maltesische Regierung, sowohl die eigene Bevölkerung als auch die Europäische Kommission bewusst getäuscht zu haben. "Malta hat sich mit dem Beitritt zur EU verpflichtet, den Fang von Singvögeln ein für alle Mal abzuschaffen. Die Wiedereinführung ist ein klarer Verstoß gegen den Beitrittsvertrag zur Union und die EU-Vogelschutzrichtlinie", so Komiteepräsident Heinz Schwarze. Die Europäische Kommission hat Malta bereits schriftlich verwarnt und die Regierung zuletzt Mitte Oktober darum gebeten, von der Eröffnung der Fangsaison Abstand zu nehmen.

Die Fotos wurden Mitte November 2014 auch von der maltesischen Presse gedruckt und werden im Rahmen einer umfangreichen Umweltbeschwerde auch der Europäischen Kommission in Brüssel zur Verfügung gestellt.