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Jagd und Wilderei auf Malta
Das Jagdgesetz
Malta hat die höchste "Jägerdichte" EuropasInsgesamt sind auf Malta 32 verschiedene Zugvogelarten zum Abschuss freigegeben, darunter Feldlerchen, Wachteln, Turteltauben, Kiebitze, Goldregenpfeifer, Kampfläufer und insgesamt 5 Drosselarten. Weiterhin erlaubt das maltesische Jagdgesetz bis heute den Abschuss von Enten, Sägern und Gänsen von Schnellbooten aus. Zu den etwa 13.000 registrierten Jäger kommen noch etwa 3.000 Vogelfänger, die mit großen Klappnetzen Goldregenpfeifer, Wachteln, Turteltauben und Drosseln fangen dürfen. Jagdzeit ist von Anfang September bis Ende Januar – eine der längsten in der gesamten EU
Die Folgen der Jagd sind für viele europäische Zugvogelarten katastrophal. Selbst in noch intakten Lebensräumen verzeichnen über Malta ziehende Arten wie z.B. Wespenbussarde und Pirole dramatische Bestandseinbrüche. Fast alle auf Malta zur Jagd freigegebenen Zugvögel stehen in Deutschland mittlerweile auf den Roten Listen der gefährdeten Tierarten und sind – wie Goldregenpfeifer, Kiebitz und Feldlerche – akut bedroht.
Wilderei: Abschuss geschützter Arten
Dazu kommt die Wilderei, von der vor allem streng geschützte Greifvögel, Reiher und andere große Arten betroffen sind. Experten schätzen, dass pro Jahr etwa eine halbe Million Zugvögel auf Malta ihr Leben lassen – ein Großteil davon gehört zu den streng geschützte Arten.
Auf Malta geschossene SteppenweiheNur ein geringer Teil der Jagdbeute wird wirklich gegessen. Kleine Singvögel wie z.B. Mauersegler, Weidensperlinge und Schwalben, die aufgrund ihres wendigen Fluges hervorragende Zielscheiben abgeben, werden oft für Zielübungen benutzt und achtlos liegengelassen. Große oder besonders farbenprächtige Tiere wie Greifvögel, Pirole, Blauracken oder Flamingos werden illegal geschossen, um ausgestopft an Sammler verkauft zu werden. Manche Jäger schießen aber auch diese Arten nur, um für einen Moment das "Jagdglück" zu genießen - und werfen die toten Seltenheiten einfach weg. An manchen Stellen auf Malta finden sich unter jedem dritten Stein die Überreste illegal geschossener Greifvögel, die hier versteckt wurden!
Die Wilderei auf Malta konterkariert die Schutzbemühungen, die in Deutschland und anderen EU-Ländern zum Schutz bedrohter Arten unternommen werden - wie der Fall des in Deutschland aufgezogegen und über der Mittelmeerinsel abgeschossenen Schreiadlers "Sigmar" eindrücklich gezeigt hat. Das Komitee gegen den Vogelmord setzt sich deshalb seit Jahren vor Ort mit seinen großen Zugvogelschutzcamps und mit internationalen Kampagnen für eine bessere Bekämpfung der Wilderei auf Malta ein.
Unsere Aktionen für einen besseren Zugvogelschutz auf Malta werden ausschließlich mit in Deutschland gesammelten Spendengeldern finanziert. Wenn Sie uns dabei unterstützen möchten, freuen wir uns sehr über eine Spende für unsere internationale Natur- und Tierschutzarbeit.







