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Malta: Jagd auf seltene Singvögel
Ortolane und Rotkehlpieper beschlagnahmt
Bei ihrem Einsatz auf Malta haben Aktivisten des Komitees gegen den Vogelmord am 1. Mai 2008 einen Vogelfänger in flagranti bei der illegalen Jagd auf Ortolane, Rotkehlpieper und Kurzzehenlerchen erwischt.
Kurz nach 7 Uhr morgens beobachteten die Vogelschützer, wie ein etwa 60 Jahre alter Mann im Süden der Insel zwei etwa 30 Meter lange Klappnetze aktivierte und daneben zahlreiche Käfige mit lebenden Lockvögeln postierte. „Wir haben die Szene aus etwa 500 Meter Entfernung mit unseren Ferngläsern beobachtet und sofort die Polizei informiert“ berichtet Komitee-Geschäftsführer Alexander Heyd. Anschließend führten Heyd und sein Kollege Reinhard Orsakowsky drei Beamte der Umweltpolizei A.L.E. (Administrative Law Enforcement) zum Fangplatz, wo der Vogelfänger in einer Hütte auf seine Beute wartete. Heyd: „Der Mann war völlig überrascht und wurde sofort abgeführt und verhört.“ Währenddessen stellten Polizisten rund um die Netze zahlreiche kleine Käfige sicher. Darin befanden sich insgesamt 11 Kurzzehenlerchen, 4 Ortolane und 3 Rotkehlpieper, deren Gesang Artgenossen in die Netze locken sollte. Alle 18 Vögel wurden wenige Stunden später im Naturschutzgebiet „Il-Ghadira“ im Norden Maltas freigelassen. Dem Fänger droht nun ein Strafverfahren sowie der Verlust seiner Jagdlizenz.
Ortolane, Lerchen und Pieper sind Zugvögel, die zur Zeit aus ihren Winterquartieren in ihre mitteleuropäischen Brutgebiete zurückkehren. Alle drei Arten sind äußerst selten und werden und stehen unter strengem Schutz. Beim Ortolan handelt es sich um eine europaweit gefährdete Art, die in den letzten Jahren massive Bestandseinbußen erlitten hat und die mittlerweile vielerorts (z.B. in Nordrhein-Westfalen) ganz verschwunden ist. Als Hauptgrund für den rasanten Rückgang der ehemals viele Tausend Tiere zählenden Population gilt – neben Lebensraumverlusten – vor allem der illegale Vogelfang in Südeuropa.
Das Komitee-Vogelschutzcamp auf Malta dauert noch bis zum 5. Mai. Ziel der Aktion ist es, Beweise für illegale Vogeljagd zu sammeln und in Zusammenarbeit mit der Polizei möglichst viele Täter zu überführen. Obwohl die maltesische Regierung nach Druck aus Brüssel in diesem Frühling die Jagd komplett untersagt hat, haben die Beobachter des Komitees, der International Animal Rescue und von Birdlife Malta in nur 14 Tagen mehr 3.500 Schüsse auf durchziehende Vögel gezählt und zahlreiche tote Tiere, darunter Rohrweihen, Falken, Turteltauben und einen Kuckuck gefunden. Darüber hinaus wurden 3 illegale Fangstellen und mehrere elektronische Lockanlagen entdeckt und der Polizei gemeldet. Eine ausführliche Fotodokumentation des Einsatzes soll nächste Woche an dieser Stelle veröffentlicht werden.







