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Das Komitee-Zugvogelschutzcamp in Brescia

Komitee-Mitglied beftreit ein Rotkehlchen aus einem FangnetzKomitee-Mitglied beftreit ein Rotkehlchen aus einem FangnetzDie Provinz Brescia – gelegen in der Lombardei zwischen Gardasee und Iseosee – ist der Brennpunkt der Wilderei in Europa. Nirgends sonst gehen so viele Jäger und Wilderer mit Flinten, Netzen und Fallen auf die Vogelpirsch, wie an dieser Stelle in den Südalpen.

Folgerichtig findet hier in jedem Herbst ein Zugvogelschutzcamp des Komitees und seiner Partnerverbände statt – die größte Aktion ihrer Art in Europa. Von Ende September bis Mitte Dezember beteiligen sich rund 180 bis 200 Natur- und Tierfreunde aus ganz Europa an der Suche nach illegalen Fallen und Netzen.

Das Herzstück der seit 1985 stattfindenden Aktionen ist ein vierwöchiger Einsatz des Komitees gegen den Vogelmord im Oktober eines jeden Jahres. 70 italienische und deutsche Teilnehmer sammeln Bogenfallen und Netze ein, melden besonders große Fangstellen der Polizei und helfen beim Ergreifen der Wilderer. Von Anfang Oktober bis Mitte November sind auch die Jagdaufseher des WWF in Brescia im Einsatz. Sie kontrollieren Jäger, beschlagnahmen Waffen, Munition und Jagdbeute, lauern Wilderern auf und beteiligen sich ebenfalls am Einsammeln illegaler Fallen und Netzte. Zusätzlich sind an fast allen Wochenenden im Herbst ehrenamtliche Mitglieder unseres Partnerverbandes LAC in den Bergen der Provinz unterwegs und machen Fallen und Netze unschädlich. Seit dem Jahr 2013 gibt es auch einen kleineren Einsatz im März, bei dem in den Bergen Brescias vor allem nach Netzen gesucht wird.

Teilnehmer des Vogelschutzcamps mit eingesammelten BogenfallenTeilnehmer des Vogelschutzcamps mit eingesammelten BogenfallenBegleitet werden die umfangreichen Aktionen von Klagen gegen Jagdzeitenverordnungen der Region Lombardei und Freigaben geschützter Vogelarten in Brescia vor den Verwaltungsgerichten. Seit 1997 sind zudem jährlich rund 50 Beamten einer Sondereinheit zur Wildereibekämpfung der staatlichen Forstpolizei in Brescia im Einsatz. Sie kontrollieren die Jäger im Hochgebirge und lauern Vogelfängern an den von uns ausfindig gemachten Fangstellen auf.

Die Natur- und Tierfreunde aus Deutschland, die Jagdaufseher und die italienischen Teilnehmer an den Wochenendaktionen sind alle in vom Komitee gegen den Vogelmord finanzierten Bungalows am Iseosee untergebracht. Bei täglich stattfindenden Lagebesprechungen – in die auch die Behörden eingebunden sind – werden die Aktionen generalstabsmäßig aufeinander abgestimmt. Jahr für Jahr werden auf diese Art und Weise in Norditalien bis zu 2.500 Fallen und 200 Netze abgebaut, über 70 Flinten, Tausende Schuss Munition und Hunderte Lockvögel beschlagnahmt und mehr als 50 Wilderer mit unserer Hilfe überführt.

Die Zahl der während unserer Einsätze eingesammelten Bogenfallen ("Archetti") geht seit einigen Jahren drastisch zurück. Einen Bericht dazu finden Sie hier.

Die Kosten für sämtliche Einsätze, Klagen und Ausrüstung betragen jährlich zwischen 18.000 und 22.000 Euro. Sie werden ausschließlich über vom Komitee in Deutschland gesammelte Spendengelder finanziert, wobei der Landesbund für Vogelschutz Bayern (LBV) sich mit einem großzügigen Zuschuss beteiligt.

Wenn Sie unsere Vogelschutzcamps unterstützen möchten, freuen wir uns über eine Spende ... oder Sie schicken einfach eine Charity-SMS.