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Einsatz auf der Insel Ponza

März und April 2010

Komiteemitarbeiter und Forstpolizei überführen 4 Wilderer

Der Vogelfang ist auf der kleinen Mittelmeerinsel Ponza eine alte Tradition. Auf den steilen Gartenterrassen, die überall fast unzugänglich auf dem felsigen Eiland zu finden sind, stellen die Einwohner Metall-Schlagfallen auf, die mit Mehlwürmern beködert werden. Hauptbeute sind spätziehende Insektenfresser wie Steinschmätzer, Trauer- und Halsbandschnäpper, Nachtigallen, Braunkehlchen und Gartenrotschwänze. Fast alle Vogelarten, die mit den heimtückischen Geräten gefangen werden, sind europaweit gefährdet!

Auf Ponza eingesammelte SchlagfallenAuf Ponza eingesammelte SchlagfallenDas Komitee gegen den Vogelmord hat viele Jahre lang während kurzer Ein-Tages-Einsätze die Insel besucht, alle Gärten kontrolliert und die Fallen abgebaut. Das Ergebnis war wenig überzeugend, denn die Vogelfänger haben jedes Mal neue Fallen aufgebaut, sobald die Komiteemitarbeiter die Insel wieder verlassen hatten.
Seit dem Jahr 2008 führt das Komitee deswegen verdeckte Ermittlungen für die Staatlichen Forstpolizei durch. Als Touristen "getarnt" fahren italienische Komitee-Mitarbeiter in jedem März auf die Insel. Am Tage besuchen sie die touristischen Attraktionen - in der Nacht durchsuchen sie die Gärten. Fallen und Netze werden an Ort und Stelle gelassen und am Ende des Einsatzes an die Beamten der Forstpolizei gemeldet.

In diesem Jahr haben die Vogelschützer vier für Ansitze der Polizei gut geeignete Fallenstandorte ausgemacht und die Beamten am 21. März an zwei Stellen postiert. Während ein Wilderer mit seinen 27 Fallen bereits im Morgengrauen überführt werden konnte, war der andere Vogelfänger sehr viel argwöhnischer. Er kam sehr spät und kontrollierte die Fallen, an denen sich die Polizisten versteckt hatten, nicht. Stattdessen stellte er an einer anderen Stelle im Garten Fanggeräte auf - dort konnte ihn ein Komiteemitglied bei der Arbeit filmen. Mit den Aufnahmen wurde der Mann kurze Zeit später überführt, 30 Schlagfallen wurden sichergestellt.
Zwei weitere Fangstellen wurden den Beamten mittels Karten übermittelt. In der Woche nach Ostern wurde an einem der beiden Plätze ein Mann mit 2 Fangnetzen überführt. Die vierte Stelle war Ziel eines Polizeieinsatzes am 20. April 2010. Die Polizisten konnten aus ihrem Versteck beobachten, wie eine Frau ihre Vogelfallen kontrollierte. Sie konnte problemlos gestellt werden.

Seit dem Strategiewechsel auf der Insel Ponza wurden inzwischen acht Wilderer in flagranti überführt. Die Angst vor einer Verhaftung ist groß und verfehlt ihre Wirkung nicht: Der Vogelfang auf Ponza ist in den letzten zwei Jahren deutlich zurück gegangen!