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Italien erlaubt Jagd auf geschützte Vogelarten
Lombardei, Toskana und Venezien geben jedes Jahr Finken zum Abschuss frei
Weil die vielerorts zurückgehenden Bestände von Drosseln und Lerchen den Bedarf der Jäger schon lange nicht mehr decken, geben einige Regionen kurz vor Beginn der Jagdsaison auch immer wieder geschützte Arten zum Abschuss frei. Sie missachten dabei nicht nur EU-Recht, sondern auch die italienischen Jagdgesetze.
Kernbeißer sind in Europa geschützt - in Norditalien wird die Jagd auf sie trotzdem immer wieder erlaubtSo war es auch im Jahr 2009 - aber leider schlimmer, als jemals zuvor: Die italienischen Regionen Lombardei, Venezien und Toskana haben neben Buch- und Bergfinken erstmals auch nach EU-Recht streng geschützte Wiesen- und Baumpieper sowie Kernbeißer zum Abschuss freigegeben. Alleine in der Lombardei durfen ab dem 01.10.2009 insgesamt 497.350 Buchfinken, 94.600 Bergfinken, 50.000 Wiesenpieper und 32.000 Kernbeißer getötet werden!
Alle Finkenvögel und selbstverständlich auch Pieper unterstehen dem Schutz der Europäischen Vogelschutzrichtlinie. Solche Jagdfreigaben sind eigentlich gar nicht möglich. Verschiedene italienische Verwaltungsgerichte - von den regionalen Kammern bis hin zum obersten Gerichtshof in Rom - haben frührere Abschußgenehmigungen für illegal erklärt und selbst der Europäische Gerichtshof hat Italien wegen diesen fortwährenden Verstößen gegen die Vogelschutzurichtlinie erst im Jahr 2010 erneut verurteilt.
Doch die Regionalpolitiker setzen sich dreist über jedes nationale und internationale Gesetz hinweg. Jahr für Jahr werden gescützte Arten zur Jagd freigegeben, Jahr für Jahr klagen Vogelschützer wie das Komitee gegen die Verordnungen und der Staat verliert praktisch immer. Dabei dürfte es sich bei den erweiterten Abschussfreigaben des Jahres 2009 um einen Dammbruch gehandelt haben. Denn wenn den Regionen selbst gefährdete oder seltene Arten wie Wiesenpieper oder Kernbeißer nicht heilig sind, werden bald weitere Arten folgen.
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