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Italien: Gericht verhängt Haftstrafen gegen Wilderer


Von der Forstpolizei sichergestellte Jagdwaffen (© Corpo Forestale dello Stato)Von der Forstpolizei sichergestellte Jagdwaffen (© Corpo Forestale dello Stato)Das Landgericht der Region Trentino-Südtirol hat am 23.05.2014 Haft- und Geldstrafen gegen 10 Wilderer verhängt. Die Staatsanwaltschaft hatte die Einzelverfahren zusammengelegt - Richter Enrico Borelli hat den Großprozess nun mit einem Paukenschlag abgeschlossen.
Da in Italien verurteilte Straftäter mit Namen genannt werden dürfen, verfahren wir hier ebenso. Die Straftaten und bemerkenswerten Urteile im Einzelnen:

Antonio Melotti aus Pinè, 68 Jahre, hatte mit einer unerlaubten großkalibrigen Waffe ein Reh während der Schonzeit geschossen. Bei ihm wurden zudem eine weitere illegal Waffe und unerlaubte Munition ebenso wie ein Schwarzbärenfell und ein Nördlicher Felsenpython sichergestellt. Er erhielt eine Haftstrafe von 2 Jahren und 2 Monaten und eine Geldstrafe von 300 Euro.

Der 40jährige Fabio Bernardi, ebenfalls aus Pinè, hatte eine Jagdwaffe unerlaubt modifiziert, bei ihm wurden illegale Präparate eines Buchfinks, eines Auerhahns, eines Murmeltieres und eines Dachses gefunden. Er muss 2.100 € Geldstrafe zahlen und geht für ein Jahr und sechs Monate ins Gefängnis.

Stefano Bernardi wurde zu einer Haftstrafe von 6 Monaten und einer Geldstrafe in Höhe von 1.000 € verurteilt. Er wurde des Vogelfangs überführt - bei ihm wurden zudem eine unerlaubt modifizierte Jagdwaffe, illegale Munition und eine Schlagfalle sichergestellt.

Livio Groff, 68 Jahre, aus Bedollo, muss für die Teilnahme an einer illegalen Rehjagd und das Tragen einer modifizierten Jagdwaffe 2 Jahre und 2 Monate ins Gefängnis und muss 300 € Strafe zahlen.

4 Monate Gefängnis erhielt Livio Facchinelli, 66 Jahre, Civezzano, wegen der Beteiligung an einer Rehjagd während der Schonzeit. Er muss zudem 1.500 € Geldstrafe zahlen.

Für die Beteiligung an derselben Rehjagd muss der 63jährige Rinaldo Mattivi aus Bedollo 4 Monate ins Gefängnis. Er muss zudem 200 € Strafe zahlen.

Claudio Groff, 54 Jahre, ebenfalls Bedello, wurde des Führens einer modifizierten Jagdwaffe überführt. Bei einer Hausdurchsuchung wurde in seiner Wohnung zudem ein zusammenlegbares Gewehr des Kalibers 22 mit aufgeschraubtem Schalldämpfer gefunden. Er muss 8 Monate ins Gefängnis und 2.200 € Geldstrafe zahlen.

Das Verfahren wegen Wilderei gegen drei weitere Jäger wurde wegen Geringfügigkeit gegen die Zahlung einer Geldbuße eingestellt. Sie müssen allerdings 4.000 € Gerichtsgebühren zahlen. Das Verfahren wurde erst möglich durch die Recherchen des WWF Trentino und durch gutachterliche Beteiligung zweier Jagdverbände. Die sieben verurteilten Jäger müssen den beiden Jagdvereinigungen 25.000 € Entschädigung zahlen, der WWF erhält 30.000 €.