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Zugvogelschutzcamps im Herbst 2008
Tagebuch 4.10 - 26.12.
Von Anfang Oktober bis Ende Dezember 2008 fanden in Italien wieder mehrere Vogelschutzcamps des Komitees gegen den Vogelmord und seiner italienischen Partner statt. Den Auftakt machte das große Vogelschutzcamp im norditalienischen Brescia vom 4.10. bis zum 02.11.08. Gefolgt wurd es von zwei Camps auf Sardinien, einem Einsatz auf Ischia und mehreren weiteren Aktionen in Norditalien und im Raum Neapel.
An dieser Stelle haben wir regelmäßig aktuelle Informationen über den Fortgang der Aktionen veröffentlicht.
Alle Camps und Einsätze wurden vom Komitee gegen den Vogelmord finanziert. Dabei förderte die Karl Kaus-Stiftung für Tier und Natur mit einer großzügigen Zuwendung unsere Einsätze in Brescia, die Stiftung Pro Artenvielfalt halft uns bei der Finanzierung der Aktionen auf Sardinien.
Gesamtergebnis Herbst 2008:
- Eingesammelte Bogenfallen: 1.963
- Eingesammelte Schlagfallen: 971
- Eingesammelte sonstige Fallen: 30
- Eingesammelte Schlingen: 11.361
- Eingesammelte Netze: 112
- Überführte Wilderer: 57
- letzte Aktualisierung: 26.12.2008
26.12.2008
Der heutige 2. Weihnachtstag ist der letzte Tag unseres Einsatzes auf Sardinien, morgen reisen die Teilnehmer unseres Partnerverbandes LAC ab. Die Aktivisten konnten heute noch einmal wirklich viele Fallen finden - insgesamt haben die 7 Vogelschützer 1.080 Roßhaarschlingen abgebaut. In einer Drahtschlinge fanden sie ein bereits halb verwestes Wildschwein, der Wilderer hatte wohl von der Anwesenheit der Tierfreunde gehört und sich nicht mehr getraut, seine Fallen zu kontrollieren.
In den vergangenen sieben Tagen haben die 11 Mitglieder von LAC, Komitee und LIPU im Süden Sardiniens insgesamt 3.625 Roßhaarschlingen für den Vogelfang sowie 9 Drahtschlingen (für Säugetiere) und eine Schlagfalle (ebenfalls für Singvögel) gefunden und abgebaut.
25.12.2008
Heute waren 7 Vogelschützer auf Sardinien im Einsatz - 440 Roßhaarschlingen, 1 Drahtschlinge und eine Schlagfalle wurden gefunden und abgebaut.
24.12.2008
Heute war der erste Komitee-Einsatz an einem Heiligen Abend: 7 italienische Vogelschützer haben im Süden Sardiniens Roßhaarschlingen gesucht und insgesamt 70 der hauchdünnen Fallen gefunden. Am Morgen mußten zunächst die gestern beschädigten Fahrzeuge wieder flott gemacht werden - der Schaden beträgt über 600 Euro!
23.12.2008
Heute konnten die italienischen Vogelschützer auf Sardinien 935 Roßhaarschlingen für den Vogelfang und 7 Drahtschlingen zum Fang von Säugetieren finden und abbauen. Als sie zu ihren zwei im Gelände versteckten Fahrzeugen zurückkamen, mußten sie feststellen, daß insgesamt 5 Reifen zerstochen waren - der erste echte Zwischenfall bei unseren Vogelschutzaktionen in diesem Herbst/Winter in Italien! Die Naturfreunde mußten 2 Stunden zu Fuß nach Hause gehen.
22.12.2008
Heute haben die 9 Teilnehmer des Zugvogelschutzcamps bei schönstem Wetter 1.060 Roßhaarschlingen im Norden der sardischen Provinzhauptstadt Cagliari eingesammelt.
21.12.2008
Heute waren 10 Aktivisten auf Sardinien im Einsatz. In drei Gruppen haben sie eine große Bergregion abgesucht und dabei fast nur verwaiste Fallenfade gefunden - lediglich 60 Fangschlingen konnten ausgemacht und abgebaut werden.
Ob es sich bei dem augenscheinlichen Rückgang der Fallen um Auswirkungen der schweren Unwetter im Oktober (viele Straßen sind nach Lawinen noch immer nicht passierbar) oder ob es sich um ein Aussterben der Tradition des Vogelfangs handelt, ist noch völlig unklar.
20.12.2008
Am ersten Tag des "Weihnachts-Vogelschutzcamps" haben die 9 Teilnehmer heute ein Gebiet weit im Inneren Sardiniens erkundet. In den Bergen sollten nach Informationen der Forstpolizei zahlreiche Netze stehen - gefunden haben die Vogelschützer allerdings nichts.
19.12.2008
Heute reisen die Teilnehmer zum ersten "Weihnachts- Vogelschutzcamp" auf der Insel Sardinien an. Bis zum 26.12.2008 werden italienische Natur- und Tierschützer von der LAC, der LIPU und dem Komitee gegen den Vogelmord Fallen und Fangnetzte suchen - morgen ist der erste Einsatztag.
14.12.2008
ABSCHLUSS DES VOGELSCHUTZCAMPS AUF SARDINIEN
Heute wurde das erste diesjährige Vogelschutzcamp auf Sardinien abgeschlossen - auch die letzten Teilnehmer verließen die Insel. Die insgesamt 16 Vogelschützer aus Italien und Deutschland hatten eine Woche lang Fallen gesucht und dabei 7.736 Roßhaarschlingen (für den Vogelfang), 12 Drahtschlingen (für den Fang von Wildschweinen und Hirschen) und 2 Steinquetschfallen (vermutlich zum Fang von Wildkatzen oder Füchsen) abgebaut. Im Gegensatz zu den letzten Jahren wurden erstmals keine Fangnetze gefunden.
Der nächste Einsatz auf Sardinien beginnt am 20.12.2008.
13.12.2008
Heute sind die meisten Teilnehmer des Vogelschutzcamps auf Sardibien bereits wieder abgereist. Im Einsatz waren noch drei Italiener - sie haben in den Bergen nahe Capoterra fast nur verwaiste Fangstellen gefunden, 340 Schlingen wurden abgebaut.
12.12.2008
Auch heute mußten sich die 10 Teilnehmer des Vogelschutzcamps auf Sardinien mit widrigem Wetter herumschlagen - es hat den ganzen Tag gestürmt. In einem Gebiet, in dem im letzten Jahr über 2.000 Schlingen gefunden wurden, waren es heute am Ende des Tages nur 446.
Mittags gab es ein kurzes Handgemenge mit einem aufgebrachten Mann - dem mutmalichen Vogelfänger - auf dessen Privatgrundstück sich zwei Teilnehmer verlaufen hatten. Die von uns gerufene Forstpolizei konnte die Situation schnell beruhigen.
11.12.2008
Heute waren 8 Aktivisten auf Sardinien im Einsatz. Bei weiterhin sehr durchwachsenem Wetter waren sie ganz ausgesprochen erfolgreich: In den Bergen nördlich von Cagliari konnten sage und schreibe 3.400 Roßhaarschlingen und 7 Drahtschlingen gefunden und abgebaut werden!
10.12.2008
Auf Sardinien konnten heute 1.240 Roßhaarschlingen abgebaut werden. Zu einem kleinen Zwischenfall kam es, als die Aktivisten am Abend zu ihren Fahrzeugen zurückkamen: Zwei Vogelfänger errichteten aus Autoreifen eine kleine Barrikade und zündeten sie an - ein recht hilfloser Einschüchterungsversuch.
09.12.2008
Heute mußten die 10 Teilnehmer des Vogelschutzcamps in Südsardinien mit wolkenbruchartigen Regenfällen kämpfen. Trotzdem konnten sie 700 Roßhaarschlingen für den Vogelfang und 5 Drahtschlingen zum Fang von Paarhufern (Wildschweine und Sardische Hirsche) finden und abbauen. Zudem wurden einige Stellen gefunden, die frisch für den Vogelfang mit Netzen präpariert waren - die Netze selbst aber fehlten. Hier wurden alle Holzstangen und Befestigungsschnüre zerstört.
Die lokale sardische Forstpolizei hat die deutschen und italienischen Vogelschützer den gesamten Tag begleitet.
08.12.2008
Auf Sardinien wurden heute nicht ganz so viele Schlingen wie gestern gefunden, insgesamt waren es 590 Stück. Viele Straßen sind noch von den schweren Unwettern im Oktober unpassierbar, so daß große Teile des traditioinellen Fanggebietes kaum zugänglich sind - für Vogelschützer wie für Vogelfänger.
07.12.2008
Der erste Tag des Vogelschutzcamps auf Sardinien führte die Teilnehmer in die Wälder nordöstlich der Provinzhauptstadt Cagliari. Insgesamt wurden 1020 Roßhaarschlingen gefunden.
Zudem konnten zwei Exemplare eines bislang unbekannten Fallentyps gefunden werden. Es handelte sich dabei um eine "große Ausgabe" der Steinquetschfallen aus dem französischen Zentralmassiv. Was damit gefangen werden sollte, ist noch unklar. Beide Fallen wurden zerstört.
06.12.2008
Auf der italienischen Mittelmeerinsel Sardinien kommen heute die Teilnehmer des Vogelschutzcamps von LAC und Komitee an - bis zum Abend sind 10 italienische und 2 deutsche Vogelschützer eingetroffen.
In den kommende 7 Tagen werden sie Roßhaarschlingen und Fangnetze zum Vogelfang suchen und einsammeln.
22.11.2008
Auf der süditalienischen Insel Ischia beschlagnahmen Jagdaufseher unseres Partnerverbandes LIPU gemeinsam mit der Polizei 6 illegale Jagdwaffen, 1.167 Schuß Munition und 8 elektronische Lockgeräte, die in einem Betonbunker in Barrano versteckt waren. Die Feuerwehr mußte das Bauwerk aufbrechen - der 67jährige Täter wurde wegen illegalem Waffenbesitz inhaftiert.
16.11.2008
Bei einem Wochenendeinsatz in den Bergen Brescias sammeln Mitglieder der LAC insgesamt 21 Schlagfallen, 57 Bogenfallen und 6 Fangnetze ab. Wegen starker Regenfälle und Schneelagen ab 1.000 m ist der Vogelfang in den meisten Gebieten zum Erliegen gekommen.
02.11.2008
ABSCHLUSS DES VOGELSCHUTZCAMPS IN BRESCIA
Das Vogelschutzcamp des Komitees gegen den Vogelmord in Brescia ist am heutigen 2. November nach vier Wochen abgeschlossen worden. Fast alle Teilnehmer sind heute nach Hause gefahren, ein italienisches Team hat im oberen Val Trompia noch einige Stellen kontrolliert, aber nichts mehr gefunden. Pünktlich zum Ende des Camps hat es bis auf 1.000 m geschneit - die Vogelfangsaison ist damit zumindest im Gebirge beendet.
01.11.2008
Die letzten drei Tage des grossen Vogelschutzcamps des Komitees gegen den Vogelmord waren noch einmal richtig erfolgreich. Die 14 Teilnehmer aus Italien, Deutschland und Groß-Britannien haben noch einmal über 30 Stellen in den Bergen Brescias kontrolliert und nicht wenige Fallen gefunden: Insgesamt wurden noch einmal 474 Bogenfallen, 20 Schlagfallen und 11 Netze gefunden und wegen des bereits beendeten Forstpolizei-Einsatzes abgebaut.
Einen besonders großen Fund gab es dabei im mittleren Val Trompia, wo an einer einzigen Stelle binnen zwei Stunden 180 Bogenfallen ausfindig gemacht wurden - die größte Menge dieses Fallentyps, die in diesem Jahr von uns gefunden wurde! Die 11 Netze fanden sich im unteren Val Sabbia nahe der Provinzhauptstadt Brescia.
Am Freitagabend (31.10.08) wurden insgesamt 40 von der Forstpolizei beschlagnahmte Lockvögel (Drosseln, Buch- und Bergfinken, Stieglitze, Erlenzeisige, Grünfinken und Rotkehlchen) in die Komitee-Auffangstation nach Modena gebracht.
29.10.2008
Bei stroemendem Regen waren in den letzten Tagen insgesamt 14 Teilnehmer des Komitee-Vogelschutzcamps im Gelaende. Da das Ende des Forstpolizei-Einsatzes kurz bevorsteht - die Sondereinheit zur Wildereibekaempfung reist am 31.10. ab - wurden keine weiteren Stellen fuer Ansitze der Beamten gesucht. Stattdessen haben die Komiteemitglieder vor allem im Val Trompia nach Fanggeraeten gesucht und dort 2 Netze, 71 Schlag- und 93 Bogenfallen gefunden. In Iseo wurde eine Lebenfalle zum Fang von Finkenvoegeln abgebaut.
Wegen des schlechten Wetters und der wenigen verbliebenen Zeit wurden sechs Ansitze an zuvor vom Komitee gemeldeten Fangstellen abgebrochen - die dort noch stehenden 7 Netze, 61 Schlagfallen und 39 Bogenfallen wurden von den Beamten eingesammelt.
Trotz der Wolkenbrueche konnten zwei Wilderer aufgrund unserer Hinweise gestellt werden: In der Franciacorta nahe Brescia wurde ein Mann an seinen zwei Netzen und rund 50 Bogenfallen in flagranti erwischt. Er hatte seine Fallen auf einem Schrottplatz zwischen ausrangierten Fahrzeugen und Baubedarf platziert.
Ein grosser Schlag gelang noch einmal im Val Trompia. Gestern hatte hier ein Komitee-Team in einem eingezaeunten Grundstueck einige Bogenfallen entdeckt und heute der Polizei gezeigt. Die Beamten legten sich auf die Lauer und konnten Mittags eine Frau dingfest machen, die die Fallen kontrollierte. Anschliessend durchsuchten sie den Garten und staunten nicht schlecht, als sie insgesamt 9 Netze, 48 Schlagfallen, 20 Bogenfallen sowie 6 Schlingen zum Fang von Katzen fanden. Ausserhalb des Gartens wurden zudem einige Drahtschlingen abgebaut, die zum Fang von Wildschweinen aufgestellt waren. Zwei Dutzend lebende Lockvoegel wurden beschlagnahmt.
27.10.2008
Das grosse Vogelschutzcamp des Komitees geht in die 4. Woche und damit in die Endphase. Die vergangenen Tage waren wieder erfolgreich - die insgesamt 26 Teilnehmer hatten alle Haende voll zu tun:
Aufgrund unserer Hinweise stellte die Forstpolizei in den letzten drei Tagen fuenf Wilderer. Bei ihnen wurden 8 Netze und 21 Bogenfallen beschlagnahmt. Bei dem Wilderer mit den 21 Fallen fuehrten die Beamten eine Hausdurchsuchung durch, die zwei Dutzend tiefgefrorene Singvoegel aus einer Tiefkuehltruhe zu Tage brachte. Ein Vogelfaenger, der am heutigen Montag nahe Brescia mit fuenf Netzen und lebenden Lockvoegeln (Rotkehlchen und Heckenbraunellen) ueberfuehret wurde, stellte das Komitee-Team und die Polizisten vor eine echte Herausforderung: Der kleine, mit einer hohen Betonmauer umgebene Garten war nur von einem Abwasserkanal aus zugaenglich, in den nicht nur die Toiletten von Hunderten Haushalten fliessen, sondern auch giftige Industrieabwaesser. Rund 500 Meter mussten die Polizisten ueber glitschige Steine, Muellberge und steile Abgruende gefuehrt werden. Zum Schluss standen alle bis fast zu den Knien in der stinkenden Bruehe. Der Wilder wurden gestellt - unsere Fuesse weisen dafuer heute Abend auffaellige Verfaerbungen auf!
Nachtraeglich wurde bekannt, dass die Polizei bereits in der letzten Woche zwei Wilderer im Val Camonica fasste - bei ihnen hatten Komiteemitarbeiter 2 Netze und 26 Bogenfallen ausgemacht.
An weiteren 10 Fangstellen konnten vier Netze, 212 Bogen- und 77 Schlagfallen gefunden und abgebaut werden.
24.10.2008
Die vergangenen Tage waren wegen truebem Herbstwetter und einem Schichtwechsel bei der Forstpolizei weniger ereignisreich. Vier Wilderer wurden aufgrund unserer Hinweise ueberfuehrt: Im oberen Val Sabbia gelang im Hochgebirge der Aufgriff eines Vogelfaengers mit 75 Bogenfallen - unser groesster Fund mit diesen Fallen im Herbst 2008. Im gleichen Gebiet haben wir noch vor 10 Jahren weit ueber 500 Bogenfallen gefunden. In einem Dorf des Weinanbaugebietes Faranciacorta (nahe Brescia) hatten Komiteemitarbeiter der Staatlichen Forstpolizei sechs Gaerten gezeigt, in denen sie Fallen und Netze gefunden hatten. Die Beamten konnten hier drei Wilderer mit insgesamt drei Netzen, 31 Schlag- und 45 Bogenfallen stellen, die Ansitze an den anderen Grundstuecken misslangen leider, weil die Besitzer wohl durch die Ereignisse in der Nachbarschaft gewarnt worden waren. Dort wurden weitere zwei Netze, 17 Schlagfallen und 32 Bogenfallen von der Polizei abgebaut.
Wegen des in einer Woche anstehenden Endes der Einsaetze von Komitee und Forstpolizei wurde in diesen Tagen die Strategie etwas geaendert. Gebiete, in denen in den vergangenen drei Wochen bereits Wilderer gefasst wurden, sind von den derzeit 16 Teilnehmern des Vogelschutzcamps kontrolliert worden - alle dort noch aufgefundenen vier Netze, 89 Schlagfallen und 198 Bogenfallen wurden zerstoert.
Insgesamt 8 besonders gut zu erreichende Fangstellen wurden fuer Ansitze der Polizei stehengelassen.
21.10.2008
Ein aeusserst erfolgreiches Wochenende liegt hinter uns. Seit dem 18.10. hat die Forstpolizei in den Bergen Brescias 15 Wilderer an von uns zuvor ausgekundschafteten Stellen festgenommen! Mit inzwischen 44 ueberfuehrten Vogelfaengern haben wir unser gutes letztjaehriges Ergebnis von 36 Fallenstellern bereits weit uebertroffen - und das Camp ist noch lange nicht vorueber ....
Insgesamt haben die Polizisten 208 Bogenfallen, 48 Schlagfallen, 12 Netze und eine Kaefigfalle bei den Wilderern sichergestellt.
Ein grosser Fang gelang in einem Vorort von Brescia, wo ein Team des Komitees eine Handvoll Bogenfallen gefunden und rasch den Rueckzug angetreten hatte, um nicht aufzufallen. Die Forstpolizei versteckte sich am darauffolgenden Morgen zeitig an den Fallen und konnte gleich zwei Vogelfaenger ueberfuehren - Vater und Sohn kontrollierten ihre Fanggeraete zusammen. Bei der anschliessenden Suche wurden insgesamt 64 Bogenfallen, 34 Schlagfallen und 2 Netze beschlagnahmt.
Viel Muehe bereitete die Verhaftung eines Wilderers im Hochgebirge zwischen Val Trompia und Val Camonica. Bei ihm wurden seit 15 Jahren regelmaessig Fallen gefunden, ein Ansitz der Polizei misslang aber seither jedes Mal. In diesem Jahr hatte sich ein Komitee-Team aufwendig an die Stelle angeschlichen, um die Fallen zu finden - und war danach ebenso vorsichtig stundenlang zu dem weit entfernt geparkten Fahrzeug zurueckgekehrt. Zwei Naechte darauf erreichten Komiteemitarbeiter und Forstpolizisten nach einen Gewaltmarsch die Fangstelle - die Beamten warteten von 4 Uhr Morgens bis um 17 Uhr, bis der Mann endlich seine 36 Schlagfallen kontrollierte. Es stellte sich heraus, dass er ein lizenzierter Jaeger war, der in der Naehe eine Tarnhuette zur Vogeljagd betrieb, den Jagdschein ist er jetzt los!
An sechs kleinen Fangstellen haben Komiteemitglieder 2 Netze, 60 Schlagfallen und 19 Bogenfallen abgebaut. Elf weitere Standorte von Fallen und Netzen wurden der Polizei uebermittelt.
17.10.2008
In den vergangenen zwei Tagen (16. und 17.10.) konnte die Forstpolizei aufgrund unserer Hinweise 9 Wilderer ueberfuehren! 42 Schlagfallen, 99 Bogenfallen und 4 Netze wurden beschlagnahmt.
In einem Garten im unteren Val Trompia entdeckten Komitee-Mitarbeiter am heutigen 17.10. mehrere Lockvogelkaefige, in denen Rotkehlchen sassen. Die sofort alarmierte Polizei enterte das Grundstueck und stellte den Besitzer umgehend - in dem Garten fanden sich zwei Dutzend Kaefige mit insgesamt 16 Rotkehlchen, jeweils zwei Singdrosseln, Tannenmeisen, Bergfinken und Italiensperlingen sowie ein Buchfink und ein Kernbeisser, die allesamt um ein grosses Netz drappiert waren. Waehrend die Beanten in diesem Garten noch zugange waren, fand das Komitee-Team einen weiteren Hinterhof, in dem an sieben Schlagfallen fuenf lebende Rotkehlchen als Lockvoegel standen. Auch hier konnte der Wilderer schnell gefasst werden.
Weitere 82 Bogenfallen wurden im mittleren Val Trompia gefunden und abgebaut, sieben Standorte mit Netzen und Fallen wurden der Polizei gezeigt.
Einen grossen Erfolg hatten wir heute vor dem Verwaltungsgericht der Provinz Lazien. Die Richter entschieden in einer vom Komitee gegen den Vogelmord und seinem Partnerverband Lega Abolizione Caccia initiierten Beschwerdeverfahren, dass die Jagdfreigaben von Buch- und Bergfinken, Staren, Sperlingen und Wiesenpiepern in den Regionen Lombardei und Venezien rechtswidrig sind! Die Jagd auf diese nach EU-Recht geschuetzten Arten ist mit sofortiger Wirkung untersagt. Mehr dazu lesen Sie hier.
15.10.2008
In den letzten drei Tagen waren wir sehr erfolgreich. Die derzeit 22 italienischen und deutschen Teilnehmer des Vogelschutzcamps haben ueber 30 Gebiete in den Bergen Brescia kontrolliert. 14 Fangstellen wurden der Forstpolizei fuer Ansitze gezeigt, an den verbleibenden 6 Stellen mussten die hier stehenden 13 Netze, 20 Bogenfallen und zwei Lebendfallen fuer Drosseln abgebaut werden, weil die Wilderer unsere Teams entdeckt hatten.
Die Forstpolizei konnte seit den 12.10. insgesamt 8 Wilderer an den von uns ausgekundschafteten Plaetzen in flagranti stellen - dabei haben die Beamten 7 Netze, 133 Bogenfallen und 285 Schlagfallen sichergestellt. Am gestrigen Freitag wurde gleich zweimal ein "Fallenrekord" aufgestellt: Im unteren Val Trompia hatten Komiteemitglieder in einem Garten einige Schlagfallen gefunden und umgehend der Forstpolizei gezeigt. Binnen kuerzester Zeit konnte der Wilderer erwischt werden; bei der anschliessenden Suche fanden die Polizisten 100 der kleinen Schlagfallen - die groesste Menge dieses Fallentyps, der je in den Bergen Brescias gefunden wurde. Aufgrund des Umfangs der Wilderei durchsuchten die Beamten das Haus des Jaegers und fanden dort neben 105 gerupften, tiefgefrorenen Rotkehlchen auch eine illegale Schusswaffe und Munition. Den Mann erwartet nun eine Haftstrafe.
Am Nachmittag kam die Meldung, dass die Forstpolizei einen weiteren Wilderer gestellt hat, in der Naehe dessen Hauses im oberen Val Trompia wir vor drei Tagen Schlagfallen gefunden hatten. Die Polizisten fanden 176 der verbotenen Fallen - erneut die groesste Menge, die je gefunden wurde! Die traditionellen, selbstgebauten Bogelfallen werden scheinbar mehr und mehr von diesen modernen, maschinell hergestellten Fallen ersetzt.
In einem Garten nahe Brescia fand ein Komiteeteam 30 unberingte Lockvoegel, darunter auch Heckenbraunellen, die komplett sichergestellt werden konnten.
12.10.2008
Die zweite Haelfte der ersten Woche unseres grossen Vogelschutzcamps war ausgesprochen erfolgreich: Die insgesamt 29 Teilnehmer haben bei durchweg schoenstem Herbstwetter ueber 50 Gebiete im Val Trompia, Val Camonica und Val Sabbia kontrolliert und 28 Fangstellen fuer Einsaetze der Forstpolizei ausfindig gemacht. An 21 dieser Plaetze wurden jeweils in den fruehen Morgenstunden Beamte platziert - vom 8. bis zum 12. Oktober konnten 10 Vogelfaenger gestellt werden. Dabei wurden 96 Schlagfallen, 48 Bogenfallen und 9 Netze beschlagnahmt.
Ein Wilderer, der im oberen Val Sabbia in seinem Garten 11 Schlagfallen, 20 Bogenfallen und zwei Netze aufgestellt hatte, war ueber die ploetzlich aus einer Hecke springenden, nicht uniformierten Polizisten so erbost, dass er sie angriff - ihn erwartet nun auch ein Strafverfahren wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt. Ein anderer Wilderer, der noerdlich von Brescia an seinen 12 Bogenfallen erwischt wurde, trat eine halsbrecherische Flucht an und fiel einen Abhang herunter; er musste im Krankenhaus versorgt werden.
An fuenf Stellen, an denen ein Ansitz der Polizei nicht moeglich schien, wurden insgesamt 34 Schlagfallen und 4 Netze abgebaut.
Am 09.10. uebergab uns die Forstpolizei einen in den Bergen Brescias angeschossenen Maeusebussard mit einer Schussverletzung im rechten Fluegel - der Vogel wurde umgehend in die Komitee-Auffangstation nach Modena gebracht und wird wahrscheinlich ueberleben.
07.10.2008
Das grosse Vogelschutzcamp des Komitees in Brescia hat am Samstag (04.10.08) mit der Anreise der Teilnehmer begonnen. Seit Sonntag sind 21 Vogelschuetzer aus Italien, Deutschland und Gross-Britannien im Einsatz.
In den ersten Tagen haben wir mit taeglich fuenf bis sechs Teams vor allem altbekannte Standorte in den Brescianer Alpen kontrolliert. Der Schwerpunkt lag dabei auf den 36 Standorten von Fallen und Netzen, in denen im vergangenen Jahr Wilderer in flagranti von der Forstpolizei gestellt werden konnten. Das erfreuliche Ergebnis: Alle Fangstellen waren verweist, keine Spuren von Fallen oder Netzen!
Bei der weiteren Suche wurden wir aber trotzdem wieder fuendig: Insgesamt haben wir in den ersten vier Tagen des Einsatzes die Forstpolizisten an zwei ausfindig gemachte Stellen im Val Trompia und im Val Sabbia postieren koennen - beide Wilderer wurden innerhalb von 24 Stunden gestellt (einer mit 13, der andere mit 29 Schlagfallen). Zudem wurden drei Netze und fuenf Bogenfallen gefunden und abgebaut. Fuenf weitere Standorte (drei Stellen mit Bogenfallen, eine mit Schlagfallen sowie ein Netz) wurden fuer Einsaetze der Polizei stehengelassen - die Beamte werden hier in den naechsten Tagen hingefuehrt.
Die Polizei war darueber hinaus in diesen Tagen sehr erfolgreich. Im oberen Val Sabbia haben sie einen Wilderer an einer grossen Fanganlage mit 60 Metern Fangnetzen und fast 100 lebenden Lockvoegeln stellen koennen. Unter den Tieren befanden sich nicht nur (wie ueblich) Buch- und Bergfinken, Erlenzeisige, Heckenbraunellen und Rotkehlchen, sondern auch ein Dutzend Fichtenkreuzschnaebel, einige Wiesenpieper, eine Gartengrasmuecke und ein Seidenschwanz! Die Voegel wurden am 06.10. vom Komitee mit einem Transporter in die Wildtier-Auffangstation unseres Partner CSA nach Modena gebracht. In der Tiefkuehltruhe des Wilderers fanden die Polizisten mehr als 100 tote Tiere, darunter viele Rotkehlchen und Zeisige, aber auch einen Wendehals, einen Neuntoeter und vier Tannenhaeher.
Ein weiterer Wilderer wurde wegen des Abschusses eines Waldkauzes angezeigt - die Information kam aus der Bevoelkerung - und eine legalisierte Lerchen-Grossfanganlage der Provinz Brescia in der Naehe von Iseo wurde von der Polizei geschlossen, weil der von den Behoerden eingesetzte Vogelfaenger illegal ein Tonbandgeraet mit Feldlerchengesang benutzte!










