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Italiens traditionelle Tragödie

Zugvogeljagd zwischen Brenner und Sizilien

In Norditalien versperren Fangnetze bis heute den Zugweg in Richtung SüdenIn Norditalien versperren Fangnetze bis heute den Zugweg in Richtung SüdenJahr für Jahr wiederholt sich südlich der Alpen das gleiche Schauspiel: Kaum haben die Zugvögel im Herbst beim Flug Richtung Afrika die italienische Grenze überflogen, geraten sie in den Bleihagel Hunderttausender Jäger. Von Mitte September bis Anfang Februar sind 36 Vogelarten in Italien zum Abschuss freigegeben - die meisten davon Zugvögel wie Feldlerchen, Singdrosseln, Turteltauben und verschiedene Wasser- und Watvögel. Die Behörden gestatten den 710.000 Jägern an 60 Jagdtagen ein Abschusskontingent von 30 Vögeln pro Tag, insgesamt fallen dieser Leidenschaft in jedem Jahr mehr als 17 Millionen Vögel zum Opfer. In manchen Regionen wie rings um den Gardasee, auf Sardinien und entlang der süditalienischen Küste wird zudem immer noch mit Fallen und Netzen gewildert.

Doch seit einigen Jahren tut sich etwas in Italien. Immer mehr, meist junge Italiener lehnen die Jagd grundsätzlich ab. Viele von ihnen haben sich zu lokalen Aktionsgruppen zusammengeschlossen, die sich mit Unterstützung des Komitees gegen den Vogelmord e.V. erfolgreich für einen besseren Zugvogelschutz engagieren. Naturschützer aus vielen europäischen Ländern überwachen im Rahmen von Zugvogelschutzcamps die Zugwege der Vögel, bauen gemeinsam mit Jagdaufsehern, Carabinieri, Forstpolizisten und Beamten anderer zuständiger Behörden illegale Fallen ab. Vom Komitee gegen den Vogelmord e.V. engagierte Anwaltskanzleien in Mailand und Brescia streiten vor Gericht für einen besseren Zugvogelschutz, von Deutschland aus werden Protestaktionen gegen Vogelfang und Vogeljagd ins Rollen gebracht.

In Modena betreibt unser Partnerverband CSA mit finanzieller Unterstützung des Komitees die größte Wildtierauffangstation Italiens.


Einen Bericht aus der Zeitschrift "Du und das Tier" über unsere Arbeit finden Sie hier:

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