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Pressemitteilung

Donnerstag, 5. September 2013

Frankreich: Polizei setzt Vogelschützer fest
Komitee kündigt Klage an und schickt neues Team

Ausgewiesen: Deutsche und italienische Koimitee-Mitglieder an der "Grenze" des Departements Les Landes (Südwestfrankreich) am 4.9.2013Ausgewiesen: Deutsche und italienische Koimitee-Mitglieder an der "Grenze" des Departements Les Landes (Südwestfrankreich) am 4.9.2013Das Komitee gegen den Vogelmord (CABS) hat heute die Ausweisung von sieben Mitarbeitern aus dem Département Landes scharf kritisiert und Präfekt Claude Morel vorgeworfen, Kritiker der Wilderei mit allen Mitteln zum Schweigen bringen zu wollen. "Unsere Leute haben gegen keine Gesetze verstoßen, sondern Tierquälerei und Artenschutzkriminalität in großem Stil dokumentiert. Anstatt konsequent gegen die Täter vorzugehen, setzen die Behörden Vogelschützer fest und machen sich so zu Handlangern der Wilderer", so Komiteepräsident Heinz Schwarze in einer Stellungnahme.

Den gestern durch die Präfektur erteilten Platzverweis aus dem Departement für insgesamt 7 Komitee-Mitgliedern bezeichnete Schwarze als politisch motivierten Einschüchterungsversuch . "Die Gendarmerie von Saint Sever hat uns heute offiziell bestätigt, dass keine Verfahren gegen unsere Mitglieder anhängig sind", berichtet Schwarze. Jäger hatten zuvor in der Presse den Vorwurf erhoben, die Mitglieder des Komitees hätten eigenständig Fangkäfige (frz. matoles) zerstört und 5 Lockvögel freigelassen.

Lebende Ortolane locken ihre Artgenossen in die Fallen - anschließend werden die Vögel für den "besseren Geschmack" in Schnaps ertränkt!Lebende Ortolane locken ihre Artgenossen in die Fallen - anschließend werden die Vögel für den "besseren Geschmack" in Schnaps ertränkt!Wie das Komitee gegen den Vogelmord mitteilt, hat die Organisation seit Beginn der Woche ein internationales Expertenteam, darunter Tierärzte und Biologen, nach Südwestfrankreich geschickt, um den illegalen Fang von Ortolanen mit Käfigfallen für die EU-Kommission zu dokumentieren. Bisher wurden dabei 18 aktive Fangplätze mit rund 150 Fallen entdeckt und an die Polizei gemeldet. Nach Angaben des Komitees gegen den Vogelmord gelang es nur in zwei Fällen, die Behörden zu bewegen, gegen die Fänger vorzugehen.

Hintergrund des Einsatzes des Komitees ist eine gegen Frankreich anhängige Umweltbeschwerde wegen offizieller Duldung der "matoles", die laut EU-Vogelschutzrichtlinie zu den illegalen Jagdmethoden zählen. "Wir haben in Brüssel Dokumente eingereicht, die eindeutig belegen, dass die französische Polizei den Fang von Ortolanen toleriert und Anzeigen gegen Fänger nicht nachgeht ", so Komiteemitarbeiter Dr. Andrea Rutigliano, der den Einsatz in Frankreich koordiniert. "Die Ereignisse der letzten Tage habe einmal mehr gezeigt, dass die Behörden die Wilderer gezielt vor Verfolgung schützen". Frankreich hingegen hat gegenüber der EU stets betont, die Einhaltung der Vogelschutzrichtlinie zu überwachen und von einer "Null-Toleranz"-Politik gegenüber den Ortolanfängern gesprochen

Ortolane gehören zu den europaweit geschützten Vogelarten und sind in Deutschland und anderen EU-Ländern vom Aussterben bedroht. Der illegale Fang in Frankreich ist laut Komitee einer der Hauptgründe für den Rückgang der Bestände.

Der Verein kündigte an, am Wochenende erneut Aktivisten in die Fanggebiete zu schicken und gegen den gestern ausgesprochenen Platzverweis zu klagen. Andrea Rutigliano: "Wir lassen uns weder einschüchtern, noch vertreiben".