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Grande Nation auf Abwegen

Vogelfang und Vogeljagd in Frankreich

In Frankreich gehen 1,3 Millionen Jäger auf die Pirsch - mehr als in jedem anderen europäischen LandIn Frankreich gehen 1,3 Millionen Jäger auf die Pirsch - mehr als in jedem anderen europäischen LandWährend in ganz Europa von der Europäischen Union vorgeschriebene Mindeststandards für den Zugvogelschutz zunehmend respektiert werden, wehren sich in Frankreich 1,3 Millionen Jäger und Vogelfänger erbittert gegen jegliche Einschränkung des während der französischen Revolution erstrittenen Jagdrechts für jedermann.
Vogelfang, Frühlingsjagd auf heimkehrende Zugvögel, Jagd selbst während der Brutzeit und eine im Herbst völlig ausufernde Jagdleidenschaft – in vielen französischen Departements ist dies bis heute eine Selbstverständlichkeit.

Insbesondere durch den in den Ardennen und Südfrankreich immer noch massiv betriebenen Vogelfang sind viele Arten wie Feldlerche und Ortolan zunehmend bedroht. Gegrillte und mit Gin flambierte Singvögel werden selbst von französischen Spitzenpolitikern als herbstliche Delikatesse geschätzt. Mit Unterstützung des Europäischen Parlaments und der EU-Kommission wollen Naturschützer aus ganz Europa die Pariser Regierung zwingen, die bereits seit 1979 gültige EU-Vogelschutzrichtlinie in nationales Recht umzusetzen. Auch Frankreichs Umweltbewegung fasst zusehends Mut; während die Zahl der Jäger seit Jahren langsam aber kontinuierlich sinkt, findet sie immer mehr Zulauf.

Das Komitee engagiert sich hauptsächlich gegen den immer noch legalen Vogelfang in vielen Teilen Frankreichs. Die Dokumentation der Zustände vor Ort, gezielte Protestaktionen und unsere Lobbyarbeit in Brüssel sind dabei unsere wichtigste Ansatzpunkte.