Send to friendPrinter-friendly version

Komitee gegen den Vogelmord e.V.

PRESSEMITTEILUNG - 09. November 2016
(für das Update und unser Video vom 21.7.2017 bitte runterscrollen)

Singvogelfänger in Düren-Niederau aufgeflogen
Zahlreiche verbotene Fallen und 34 lebende Vögel beschlagnahmt

Im Kreis Düren haben Vogelschützer einem professionellen Vogelfänger das Handwerk gelegt. Wie das Bonner Komitee gegen den Vogelmord mitteilt, wurden nach einer Anzeige des Verbandes gestern auf einem Privatgarten im Dürener Stadtteil Niederau eine riesige Anzahl aktiver Vogelfallen sowie insgesamt 34 lebende geschützte Vögel beschlagnahmt.

In Düren am 8.11.2016 sichergestellte StieglitzeIn Düren am 8.11.2016 sichergestellte Stieglitze„Nach einem Hinweis haben wir das Grundstück gestern morgen beobachtet und festgestellt, dass dort zahlreiche einheimische Vögel in Käfigen und Volieren gehalten werden. Außerdem konnten wir von außen ein etwa 4 Meter langes hauchdünnes Fangnetz und eine mit lebenden Zeisigen beköderte Greifvogelfalle erkennen“, berichtet Komiteesprecher Alexander Heyd.

Das per Telefon von den Vogelschützern verständigte Veterinäramt fackelte nicht lange und stand zwei Stunden später, unterstützt von Polizeibeamten und einem sachkundigen Biologen, vor der Tür des Vogelfängers. Bei der anschließenden Kontrolle des Gartens staunten die Beamten nicht schlecht: Auf dem Schuppendach, in Bäumen, auf dem Rasen - überall standen aktive Vogelfallen in jeder erdenklichen Form und Größe. Daneben zahlreiche Käfige mit lebenden Lockvögeln und Schalen mit Vogelfutter, die Wildvögel in die Fanggeräte lotsen sollten. „Das war ein professioneller Fanggarten, wo Vogelfang in ganz großem Stil betrieben wurde“, so der Biologe Axel Hirschfeld, der bei der Aktion dabei war.

Das Fallenarsenal des Dürener VogelfängersDas Fallenarsenal des Dürener VogelfängersLaut Komitee hatte der Mann es offenbar vor allem auf Singvögel abgesehen, die er anschließend in Volieren sperrte. Bei der gestrigen Kontrolle wurden insgesamt 32 einheimische Singvögel beschlagnahmt, darunter 8 Girlitze, 8 Erlenzeisige, 9 Stieglitze, 6 Gimpel und ein Birkenzeisig. Die Behauptung des Mann, einen Teil dieser Vögel gezüchtet zu haben, wird zur Zeit von den Behörden überprüft, erscheint aber aufgrund der Haltungsbedingungen und der Vielzahl der vorgefundenen Fanggeräte sehr unwahrscheinlich. Neben den Singvögeln wurden bei der Kontrolle auch ein lebender Turmfalke und ein Sperber entdeckt, die unter tierquälerischen Bedingungen in kleinen Drahtkäfigen gehalten wurden.

Als Beweismittel sichergestellt wurden zudem insgesamt 21 auf dem Grundstück aufgestellte oder gelagerte Fanggeräte, darunter zwei Fangnetze, ein Dutzend Käfigfallen für Singvögel, drei mit Netzen bespannte Bügelfallen, ein großer Fangkorb für Singvögel, zwei Sperberfallen und ein Habichtfangkorb. Wie das Komitee weiter mitteilt, gibt es zudem Hinweise darauf, dass der Mann regelmäßig Vögel im Internet zum Verkauf angeboten hat. Ihn erwartet nun ein Strafverfahren wegen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz und Tierquälerei.

V.i.S.d.P. und Kontakt für weitere Informationen : Komitee gegen den Vogelmord e.V., An der Ziegelei 8, 53127 Bonn, Heinz Schwarze: Tel.: 0228/665521 oder 01794803805 (A.Hirschfeld), Email: komitee@komitee.de, die an diese Mail angehängten vier Fotos zeigen das aufgestellte Fangnetz, einige der in beschlagnahmte Stieglitze (Vogel des Jahres 2016), die Haltung des Turmfalken und die sichergestellten Vogelfallen

PRESSEMITTEILUNG - 20.Juli 2017

Strafbefehl: 4000 Euro Geldstrafe für Vogelfänger aus Düren-Niederau

Ein Rentner aus Düren-Niederau ist vom Amtsgericht Aachen wegen Tierquälerei und illegalem Vogelfang zu einer Geldstrafe von 4000,- (100 Tagessätze zu je 40 Euro) verurteilt worden. Das Veterinäramt des Kreises untersagte dem Mann außerdem, weiter Vögel auf seinem Grundstück zu halten.

Tierquälerische Haltung eines Turmfalken beim Vogelfänger von Düren-NiederauTierquälerische Haltung eines Turmfalken beim Vogelfänger von Düren-NiederauDas Verfahren gegen den Mann war ins Rollen gekommen, nachdem Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord im November 2016 mehrere verbotene Fanggeräte auf dem Grundstück des Mannes im Stadtteil Niederau entdeckt und die Behörden verständigt hatten. Bei einer Kontrolle durch die Polizei und das Veterinäramt des Kreises wurden mehr als 20 verschiedene Fanggeräte vorgefunden und sichergestellt, darunter Netze, Käfigfallen, Schlagfallen, Bügelfallen und mehrere große Fangkörbe für Greifvögel. Bei der Durchsuchung des Gartens wurden zudem 32 einheimische Singvögel in Käfigen entdeckt und beschlagnahmt, darunter 8 Girlitze, 8 Erlenzeisige, 9 Stieglitze, 6 Gimpel und ein Birkenzeisig. Weiterhin hielt der Rentner einen streng geschützten Sperber und einen Turmfalken unter tierquälerischen Bedingungen in völlig verdreckten Drahtkäfigen. Die Behauptung des Mann, einen Teil der bei ihm beschlagnahmten Vögel selbst gezüchtet zu haben, wurde von einem Gutachter eindeutig widerlegt.

Das Urteil ist rechtskräftig und wird vom Komitee gegen den Vogelmord begrüßt. „Auch wenn der mögliche Strafrahmen bei weitem nicht ausgeschöpft wurde, hoffen wir, dass die Verurteilung andere Täter abschreckt“, so Alexander Heyd, Geschäftsführer des Komitees. Laut Komitee werden jedes Jahr mehrere Dutzend Fälle von illegalem Singvogelfang in Deutschland bekannt. In den meisten Fällen gelingt es den Behörden nicht, die Täter zu ermitteln.

V.i.S.d.P und Kontakt für weitere Informationen : Komitee gegen den Vogelmord e.V., An der Ziegelei 8, 53127 Bonn, Heinz Schwarze: Tel.: 0228/665521 oder 01794803805 (A.Hirschfeld), Email: komitee@komitee.de),

Ein Video vom "Fanggarten" des Dürener Vogelfängers haben wir bei YouTube hochgeladen: