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Polizei beschlagnahmt 150 Singvögel
Razzia bei Tierhändler aus Bottrop

Erlenzeisige sind bei "Waldvogelliebhabern" begehrte KäfigvögelErlenzeisige sind bei "Waldvogelliebhabern" begehrte KäfigvögelEin Tierhändler aus Bottrop-Kirchhellen steht unter dem Verdacht, jahrelang geschützte Singvögel auf seinem Grundstück gefangen und bundesweit an Liebhaber verkauft zu haben. Wie das Bonner Komitee gegen den Vogelmord mitteilt, wurden vergangene Woche bei einer Durchsuchung der Wohnräume des Mannes von der Polizei mehr als 150 in Käfigen gehaltene einheimische Singvögel sichergestellt. Es handelte sich dabei um Stieglitze, Meisen, Finken, Erlenzeisige, Dompfaffen, Mönchsgrasmücken und Kleiber. Nach Angaben der Polizei Recklinghausen wurden bei der Aktion auch mehrere Käfigfallen sowie Gerätschaften zur Manipulation von Zuchtringen entdeckt.

Wie das Komitee gegen den Vogelmord mitteilt, hat der Mann seit mindestens 2008 regelmäßig geschützte Singvögel als angebliche Nachzuchten im Internet sowie in Züchterzeitschriften für bis zu 100 Euro pro Stück zum Verkauf angeboten. Darunter auch Arten, die nicht oder nur in geringen Mengen in Gefangenschaft vermehrt werden können. "Wir gehen davon aus, dass der Großteil dieser Tiere illegal der Natur entnommen wurde, um damit Profit zu machen", so Komiteesprecher Axel Hirschfeld. Der Vogelschützer lobte das entschlossene Vorgehen der Behörden und bezeichnete die Aktion als "schweren Schlag gegen die Artenschutzkriminalität" in NRW.

Dem Mann wurde noch vor Ort ein Halteverbot für geschützte Arten ausgesprochen. Ihn erwartet zudem ein Strafverfahren wegen Tierquälerei und Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz. Der mögliche Strafrahmen umfasst hohe Geldstrafen sowie Freiheitsentzug bis zu 5 Jahren.

V.i.S.d.P/Rückfragen/Bildmaterial: Komitee gegen den Vogelmord, Heinz Schwarze, An der Ziegelei 8, 53127 Bonn, Tel.: 0228/665521 oder 01794803805, Email: presse@komitee.de, Internet: www.komitee.de