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Operation „Stieglitz“ 2015:
Behörden beschlagnahmen 44 Distelfinken

Frisch gefangene Stieglitze (NRW Herbst 2015)Frisch gefangene Stieglitze (NRW Herbst 2015)Nach monatelangen Recherchen hat das Komitee gegen den Vogelmord im November und Dezember 2015 Strafanzeigen gegen insgesamt fünf Personen erstattet, die in Verdacht stehen, wilden Stieglitzen mit Fallen nachzustellen und die Tiere anschließend über Verkaufsanzeigen im Internet zu verkaufen.

Im Landkreis Ludwigsburg (Baden-Württemberg) wurden am 7.12.2015 nach unserer Anzeige insgesamt 22 Stieglitze und zwei Grünfinken bei einem Vogelhändler beschlagnahmt. Der Mann hatte die Vögel über das Internetportal Quoka.de zum Verkauf angeboten, ohne über die für den legalen Verkauf notwendigen Ringe und Papiere zu verfügen. Bei einer weiteren Kontrolle in der Lausitz (Brandenburg) stellten Mitarbeiter des Landesumweltamtes am 4.12.2015 in einer Kleingartenanlage 25 weitere unberingte Singvögel, darunter 7 Stieglitze, sowie mehrere illegale Vogelfallen sicher.

Komitee-Mitarbeiter mit in Oberhausen (NRW) beschlagnahmten StieglitzenKomitee-Mitarbeiter mit in Oberhausen (NRW) beschlagnahmten StieglitzenBereits Ende November 2015 hatte das Komitee umfangreiches Beweismaterial gegen eine Gruppe von Vogelhändlern aus dem Ruhrgebiet zusammenzutragen, die sich auf Fang und Verkauf wilder Stieglitze im Ruhrgebiet spezialisiert hatte. Nach einer Anzeige des Komitees wurden dort Ende November bei einer Hausdurchsuchung 15 lebende, unberingte Stieglitze beschlagnahmt. Die Tiere wurden in einer Gartenlaube in Oberhausen-Alstaden zum Verkauf vorrätig gehalten über die Seite „Ebay-Kleinanzeigen“ für je 50 Euro feilgeboten.

Gegen insgesamt 5 Personen wurde ein Strafverfahren wegen Verdacht auf Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz eingeleitet. Stieglitze und alle anderen heimischen Singvogelarten sind besonders geschützt und dürfen nicht gefangen und als Wildvögel verkauft werden. Bei gewohnheitsmäßigem Fang oder Anbieten zum Verkauf droht den Tätern gemäß Bundesnaturschutzgesetz eine Haftstrafe von bis zu 5 Jahren. Der Stieglitz gehört mit seinem bunten Gefieder und dem Clownsgesicht zu unseren buntesten Singvögeln. Auch in Deutschland wird den Tieren immer wieder von Vogelfängern nachgestellt, die die Tiere anschließend als angebliche Nachzuchten verkaufen wollen. Weitere Fälle wurden vom Komitee in diesem Jahr auch in Mettmann sowie in Frankfurt am Main zur Anzeige gebracht.


NACHTRAG 18.12.2015:

Vogel des Jahres 2016:
Illegaler Handel mit Stieglitzen in der Kölner Altstadt

Köln. Mitarbeiter der Kölner Stadtverwaltung haben Anfang der Woche zusammen mit der Polizei 11 geschützte Stieglitze bei einem Vogelhändler in der Victoriastraße beschlagnahmt. Die unberingten Tiere, die der Mann für 60 Euro pro Stück im Internet angeboten hatte, wurden unter tierquälerischen Bedingungen in der Küche eines 1-Zimmer-Apartments zum Verkauf vorrätig gehalten und sind vermutlich illegal in Deutschland gefangen worden. Gegen den Mann wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Acht der beschlagnahmten Vögel konnten umgehend freigelassen werden, drei Tiere befinden sich zur Zeit noch in einer Pflegestation, wo sie zur Zeit aufgepäppelt werden.

In Köln bei einem Vogelfänger beschlagnahmter StieglitzIn Köln bei einem Vogelfänger beschlagnahmter StieglitzAufmerksam auf den verbotenen Handel wurde die Stadt Köln durch eine Anzeige des Bonner Vereins "Komitee gegen den Vogelmord", der im Rahmen seiner Operation „Stieglitz“ in den letzten Wochen zahlreiche ähnlich gelagerte Fälle an Behörden im ganzen Bundesgebiet gemeldet hat. "Der Verkauf wildgefangener Singvögel im Internet hat in den letzten Jahren stark zugenommen", berichtet Biologe Axel Hirschfeld vom Komitee. Ende November wurden bereits 15 weitere Stieglitze in Oberhausen beschlagnahmt. Auch diese Tiere wurden illegal gefangen und anschließend bei „Ebay-Kleinanzeigen“ für je 50 Euro feilgeboten. Im Landkreis Ludwigsburg (Baden-Württemberg) wurden am 7.12.2015 nach einer Anzeige der Vogelschützer insgesamt 22 Stieglitze und zwei Grünfinken bei einem Vogelhändler beschlagnahmt. Der Mann hatte die Vögel über das Internetportal Quoka.de zum Verkauf angeboten, ohne über die für den legalen Verkauf notwendigen Ringe und Papiere zu verfügen. Bei einer weiteren Kontrolle in der Lausitz (Brandenburg) stellten Mitarbeiter des Landesumweltamtes am 4.12.2015 in einer Kleingartenanlage 25 weitere unberingte Singvögel, darunter 7 Stieglitze, sowie mehrere illegale Vogelfallen sicher.

Der Stieglitz gehört mit seinem bunten Gefieder und dem Clownsgesicht zu unseren buntesten und bekanntesten Finkenarten. Der NABU und der LBV haben die Art zum Vogel des Jahres 2016 ausgerufen. Stieglitze und alle anderen heimischen Singvogelarten sind besonders geschützt und dürfen nicht gefangen und als Wildvögel verkauft werden. Bei gewohnheitsmäßigem Fang oder Anbieten zum Verkauf droht den Tätern gemäß Bundesnaturschutzgesetz eine Haftstrafe von bis zu 5 Jahren.