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Projekt "Froschland"

150 Amphibienteiche für Schleswig-Holstein

Im Rahmen des Projektes "Froschland" neu angelegter Teich im Kreis PlönIm Rahmen des Projektes "Froschland" neu angelegter Teich im Kreis PlönVor der Flurbereinigung gab es in Schleswig-Holstein - wie überall in Deutschland - viele Kleingewässer in der Landschaft. Der Zusammenlegung der Flächen im Rahmen der Flurbereinigung sind - insbesondere nach dem 2. Weltkrieg - ein Großteil dieser Gewässer zum Opfer gefallen. Der Landwirtschaft wurde dadurch die Bearbeitung erleichtert, da die Flächen einheitlicher und größer wurden - Amphibien, Libellen und Wasservögeln wurde dadurch jedoch der Lebensraum genommen.

Mit dem Projekt "Froschland" sollen an geeigneten Stellen in Schleswig-Holstein wieder Lebensräume für Amphibien geschaffen, wiederhergestellt und untereinander vernetzt werden. Die Aufgabe des Projektes besteht darin, Teiche anzulegen und ehemalige Amphibientümpel wieder herzustellen - und das so, dass sie sich dort wohl fühlen. Die Teiche werden auf die in der jeweiligen Region vorkommenden Amphibienarten abgestimmt und auch die Umgebung wird unter die Lupe genommen. Nicht alle Frösche sind das ganze Jahr im Teich, sie brauchen auch einen geeigneten Landlebensraum, um Nahrung und Verstecke zu finden.

Das Projekt "Froschland" wird seit Ende 2009 vom schleswig-holsteinischen Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume gefördert. Die Anlage von Teichen wird komplett aus diesen Mitteln finanziert, so dass dem Eigentümer, der der Natur ein Stück zurück geben möchte, selbst kein Geld in die Hand nehmen braucht. Eine der Voraussetzungen ist, dass die Eigentümer die neu entstandenen Gewässer nicht für private Zwecke nutzen. Dazu gehört, dass keine Fische eingesetzt werden dürfen, weil sie Amphibien und deren Larven, aber auch Wasserinsekten als Delikatesse sehen. Weitere Bedingungen sind an die Förderung geknüpft - so muss das Gewässer für 15 Jahre für Frösche auch wirklich interessant bleibt und darf sich nicht ungünstig entwickeln (keine starke Beschattung, kein Nährstoff- oder Pestizideintrag).

Laubfrosch - eine der Zielartes unseres ProjektesLaubfrosch - eine der Zielartes unseres ProjektesWenn sich Frösche, Molche und Unken wieder etablieren, ist es ein Zeichen, dass das Ökosystem an der Stelle funktioniert. Amphibien sind sozusagen ein empfindlicher Indikator für Störungen darin. Es werden mit dem Projekt "Froschland" nicht nur Fröschen geholfen, sondern an der empfindlichsten Stelle des Ökosystems angefangen, um tiefgreifend etwas positives für die Natur zu tun. Es profitieren viele andere Arten von dem Projekt, einerseits direkt durch die Tümpel und indirekt durch die Amphibien - Ringelnatter und Weißstorch zum Beispiel ernähren sich größtenteils von Fröschen.

Seit dem Jahr 2009 sind schon mehr als 150 Teiche im Rahmen des Projektes entstanden oder konnten wieder hergestellt werden. Viele der Gewässer werden schon im ersten Jahr von Frosch & Co. besucht und zur Fortpflanzung genutzt. Laubfrösche geben oft schon im ersten Frühjahr nach der Maßnahme ihr Froschkonzert an einem neu angelegten Teich. Wenig später kommen Wasserfrösche, Moor- und Grasfrösche, Erdkröten, Berg- und Teichmolche und sogar Rotbauchunken und Knoblauchkröten dazu!

Das Projekt wurde vom knik e.V. ins Leben gerufen - ein Verein, der in der Nähe von Kiel (Raisdorf) im Naturschutz aktiv war. Anfang des Jahres 2014 hat sich der Verein wegen fehlenden Nachwuchses aufgelöst, das Projekt "Froschland" fand eine neue Heimat beim Komitee gegen den Vogelmord als neuem Träger. Das Komitee besitzt bereits große Flächen in Raisdorf, der Gründer des knik e.V. ist heute Vorsitzender des Komitee und Leiter des Projektes "Froschland". Für 2014 und 2015 ist die Anlage weitere 80 Froschteiche geplant.

Weitere Infos finden Sie auch unter www.froschland.de