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Gründe für die positive Bestandsentwicklung

Der Kormoran hat in Mitteleuropa wieder Fuß gefasst, nachdem er beinahe ausgestorben war (© Bernd Fuhs)Der Kormoran hat in Mitteleuropa wieder Fuß gefasst, nachdem er beinahe ausgestorben war (© Bernd Fuhs)Verschiedene Ursachen haben dazu geführt, dass der Kormoran seine Bestände vergrößern und früher bewohnte Areale wieder besiedeln konnte. Neben der europaweiten Unterschutzstellung sind dies die Zunahme von Nährstoffen in Gewässern, die Veränderung der Gewässerstrukturen mit der Schaffung von Staustufen sowie großflächigen Kiesgruben und die Verringerung von DDT in der Umwelt ( 3 ).

Die auch heute noch bestehende Eutrophierung vieler Gewässer führt zu einem Anwachsen der Bestände häufiger Fischarten (z.B. "Weißfische"), so dass der Kormoran einen gedeckten Tisch vorfindet. Der Nährstoffreichtum lässt aber anspruchsvollere, seltene Fischarten verschwinden - was nicht vom Kormoran, sondern vor allem durch Überdüngung und Verschlammung der Gewässer verursacht ist.

Der starke Fischereidruck in vielen Gewässersystemen hat eine Veränderung der Größenverteilung der Fischbestände hin zu kleineren Fischgrößen bewirkt. Auch gibt es heute aufgrund von Überfischung deutlich weniger große Raubfische in vielen Gewässern, was zu einem Anwachsen der Bestände kleinerer Fischarten geführt hat. Von diesen Entwicklungen hat der Kormoran profitiert, der sich vor allem von Fischen kleinerer Größen ernährt ( 3 )( 4 ).

Auch die von Anglern teilweise im Übermaß als Besatz eingebrachten Jungfische aus Zuchtanstalten, die nicht gelernt haben, sich vor Fressfeinden zu schützen, sind eine leichte Beute für Kormorane ( 5 ).