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Komitee gegen den Vogelmord e.V.
PRESSEMITTEILUNG 07. Februar 2017

Greifvogelsterben im Kreis Heinsberg: 16 weitere tote Vögel entdeckt
Region ist Hochburg der illegalen Verfolgung in Deutschland

Drei tote Mäusebussarde, gefunden in Heinsberg (NRW) im Februar 2017Drei tote Mäusebussarde, gefunden in Heinsberg (NRW) im Februar 2017Heinsberg. Das Greifvogelsterben im Kreis Heinsberg hat offenbar größere Dimensionen als bisher angenommen. Nachdem in der letzten Woche in den Lokalmedien über den Fund von fünf mutmaßlich vergifteten Mäusebussarden bei Immendorf berichtetet wurde, sind beim Komitee gegen den Vogelmord bis heute Hinweise auf 16 weitere tote Greifvögel eingegangen, die seit Mitte Januar in der Region von Zeugen gefunden wurden. Die neuen Meldungen stammen aus Jülich-Güsten (2 tote Vögel), Immendorf (3) , Kogenbroich (2), Süggerath (1), Waurichen (4), Aldenhoven (1), Übach Palenberg (1), Randerath (1) und Wegberg (1). Wieviele Vögel zusätzlich noch an den Kreis oder die Polizei gemeldet, und ob diese ebenfalls geborgen wurden, ist noch nicht bekannt. Augrund der Vielzahl der Meldungen und der Fundumstände gehen die Vogelschützer davon aus, dass ein Teil der Vögel mit illegal ausgelegten Giftködern getötet wurde.

Bei den seit letzter Woche eingegangenen Meldungen handelt es sich sowohl um Einzelfunde als auch um Hinweise auf mehrere tote Tiere, die in unmittelbarer Nähe zueinander lagen. So wurden in der Feldflur bei Waurichen an einer Stelle drei tote Bussarde und ein toter Fuchs entdeckt, die offenbar alle von einem toten Feldhasen gefressen hatten. "Ein Bussard lag tot auf den Resten des Hasen, der Fuchs und die anderen Vögel anderen nur wenige Meter davon entfernt Wir gehen deshalb davon aus, dass der Hasenkadaver mit Gift präpariert worden ist", so Komiteesprecher Axel Hirschfeld. Ob und welches Gift verwendet wurde, wird jetzt vom Staatlichen Veterinäruntersuchungsamt in Krefeld geklärt, wohin der Großteil der gemeldeten Kadaver zur Untersuchung gebracht wurde.

Laut Komitee gegen den Vogelmord ist der Kreis Heinsberg eine der Hochburgen der illegalen Greifvogelverfolgung in Deutschland. Nach Angaben der vom Bundesumweltministerium finanzierten Erfassungs- und Dokumentationsstelle für Greifvogelverfolgung und Artenschutzkriminalität (E.D.G.A.R.) sind im Zeitraum 2005 bis 2016 mehr als 60 Fälle von Vergiftung, Abschuss oder Fang von Greifvögeln mit 118 Opfern im Kreis Heinsberg nachgewiesen geworden. Ein Täter wurde von der Polizei in keinem einzigen Fall ermittelt.

Zeugen werden weiterhin gebeten, Funde toter Greifvögel und verdächtiger Köder entweder direkt an die Polizei oder das Komitee gegen den Vogelmord (Tel.: 0228/665521) zu melden.

V.i.S.d.P. und Kontakt für weitere Informationen: Komitee gegen den Vogelmord, Axel Hirschfeld (Pressesprecher), An der Ziegelei 8, 53127 Bonn, Tel. 0179 480 3805 oder 0228/665521
Ausführliche Informationen zum Thema Wildtiervergiftungen und Greifvogelverfolgung gibt es hier: www.greifvogelverfolgung.de