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Euskirchen: Vier Rotmilane lagen tot im Feld
Verdacht auf Vergiftung – Polizei ermittelt
Pressemeldung 08.08.2010
Komitee-Geschäftsführer Alexander Heyd mit einem der in Euskirchen gefundenen RotmilaneBei Euskirchen wurden am Wochenende auf einem Acker vier tote Rotmilane entdeckt. Viele Anzeichen sprechen dafür, dass die seltenen Greifvögel vergiftet wurden.
Die Kadaver lagen auf einem vor kurzem abgeerntetem Getreidefeld östlich von Euenheim, wo sie am Donnerstagabend von einer Spaziergängerin gefunden wurden. Am Wochenende wurden die Tiere von einer Polizeistreife und Experten des Bonner Komitees gegen den Vogelmord geborgen. „Alle Vögel lagen unmittelbar nebeneinander und wiesen typische Vergiftungserscheinungen wie verkrampfte Fänge und Fleischreste im Schnabel auf“, so Komitee-Geschäftsführer Alexander Heyd. Ein Rotmilan hatte laut Komitee noch die Reste eines Kaninchens in den Fängen. Heyd: „Woran auch immer die Vögel gestorben sind, es war kein natürlicher Tod.“
Da Verdacht auf Vergiftung besteht, werden die vier Milane und der mutmaßliche Köder am heutigen Montag dem Staatlichen Veterinäruntersuchungsamt in Krefeld zur weiteren Untersuchung übergeben. Die Kriminalpolizei Euskirchen hat ein Ermittlungsverfahren wegen Verdacht auf Verstoß gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet
Die vier Rotmilane lagen unmittelbar nebeneinander - zwischen ihnen ein totes Kaninchen, der mutmaßliche GiftköderWie das Komitee weiter mitteilt, wurde unweit der Fundstelle vom Freitag bereits im Februar 2008 ein toter Rotmilan gefunden. Eine chemische Analyse hatte damals ergeben, dass der Vogel mit dem europaweit verbotenem Insektizid „Carbofuran“ vergiftet worden war. Ein Täter konnte seinerzeit von der Polizei nicht ermittelt werden.
Rotmilane stehen in Nordrhein-Westfalen auf der Roten Liste und gelten als stark gefährdet. Während die Bestände in Mittelgebirgslagen wie der Eifel in den letzten Jahren stabil geblieben sind, hat sich der Rotmilan aus weiten Bereichen des Tieflandes fast völlig zurückgezogen. Ein Grund dafür sind laut Komitee gegen den Vogelmord gezielte Vergiftungen.
Das Komitee gegen den Vogelmord rät deshalb allen Hundehaltern, bei Spaziergängen in der Nähe von Euenheim und Billig bis auf Weiteres äußerst vorsichtig zu sein. Weiterhin ruft das Komitee dazu auf, Funde toter Greifvögel oder möglicher Köder an die Bonner Geschäftstelle des Verbandes unter 0228/665521 zu melden.
V.i.S.d.P. V.i.S.d.P. und Kontakt für weitere Informationen: Axel Hirschfeld, Tel.: 0228/665521 oder Tel. 0179/4803805, Email: axel.hirschfeld@komitee.de







