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Fallensteller das Handwerk gelegt
Polizei befreit geschützten Greifvogel

Fleischköder auf einer Leiterfalle in Kreis KleveFleischköder auf einer Leiterfalle in Kreis KleveHerongen/Kreis Kleve. Vogelschützer haben am Wochenende westlich von Herongen (Kreis Kleve) drei illegale Tierfallen entdeckt und mit Hilfe der Polizei einen gefangenen Mäusebussard befreit. Die Polizei leitete ein Strafverfahren wegen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz ein und hat offenbar bereits einen Verdächtigen ermittelt.

Wie das Komitee gegen den Vogelmord mitteilt, haben Mitglieder des Vereins die Fanggeräte am Samstagnachmittag in einem Gehölz neben einer Fasanenzucht direkt an der deutsch-niederländischen Grenze entdeckt und die Polizei verständigt. Bei den Fallen handelt es sich um zwei Kastenfallen für Marder und Katzen sowie um eine mehrere Kubikmeter große, sogenannte Leiterfalle, in deren Dach ein Fangmechanismus eingebaut war.

"Der Bussard wurde offenbar durch Fleischabfälle angelockt, die rund um die Öffnung der Leiterfalle ausgelegt worden waren" berichtet Komiteevorsitzender Heinz Schwarze. Der Vogelschützer vermutet, dass der völlig verstörte Vogel bereits vor mehreren Tagen gefangen und vom Fallensteller als lebender Köder benutzt wurde. Noch am Samstagabend wurde das Tier vom Komitee in die Greifvogelauffangstation Wesel gebracht, wo es zur Zeit aufgepäppelt wird.

Der in der Leiterfalle von Herongen gefangene MäusebussardDer in der Leiterfalle von Herongen gefangene MäusebussardDie illegale Leiterfalle wurde vor Ort von der Polizei provisorisch "entschärft" und soll in den nächsten Tagen komplett abgebaut werden. Bei den beiden anderen Fallen handelt es sich um sog. Wippbrettfallen, die von Jägern zum Fang von Mardern zwar verwendet werden dürfen, jedoch laut Jagdgesetz so konstruiert sein müssen, dass der Köder von außen nicht sichtbar ist und so der Fang von auf Sicht jagenden Beutegreifern - wie z.B. Greifvögeln - ausgeschlossen werden kann. Schwarze: "In diesem Fall waren beide Fallen völlig unverblendet. Angesichts der geschlossenen Schneelage war es auch hier nur eine Frage der Zeit, bis ein Greifvogel die Köder entdeckt hätte"

Das Nachstellen und der Fang von Greifvögeln sind nach den Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes (§§ 44 und 71) Straftaten, die mit hohen Geldstrafen oder einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet werden können. Sollte es sich herausstellen, dass die Fallen in Herongen von einem Jagdscheininhaber aufgestellt wurden, droht ihm zusätzlich der Verlust der Jagdlizenz. Nach Informationen des Komitees gegen den Vogelmord hat die Polizei bereits einen Tatverdächtigen ermittelt.

Die illegale Verfolgung von Greifvögeln mit Gift, Fallen oder Schusswaffen ist im Tiefland von NRW laut Komitee gegen den Vogelmord ein weit verbreitetes Phänomen. Auch in den Kreisen Neuss und Wesel werden immer wieder illegale Fallen gefunden, wie zuletzt 2012 eine Leiterfalle in Meerbusch oder zwei Habichtfangkörbe in Schermbeck und Dormagen.

V.i.S.d.P.: Komitee gegen den Vogelmord e.V. , Axel Hirschfeld, Weitere Informationen 0228 / 66 55 21 oder Email: presse@komitee.de