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Heinsberg: Greifvogelverfolgung und kein Ende

Sechs tote Bussarde in Hückelhoven, Geilenkirchen und Wegberg

Gemeinsame Pressemeldung von NABU Heinsberg und Komitee gegen den Vogelmord, 03.02.2009

Heinsberg. Die Verfolgung geschützter Vögel im Kreis Heinsberg nimmt kein Ende. In den letzten Tagen haben Spaziergänger und Ornithologen im Kreis Heinsberg wieder drei schlimme Fälle von illegaler Greifvogelverfolgung aufgedeckt.

Bei Hückelhoven-Altmyhl entdeckten Spaziergänger am Sonntag zwei frisch verendete Mäusebussarde und informierten das Bonner Komitee gegen den Vogelmord, das die Vögel bei einem Tierarzt untersuchen ließ. Röntgenaufnahmen brachten die Todesursache in Form von kleinen Bleikügelchen ans Licht. "Die Vögel wurden ohne Zweifel mit einer Schrotflinte abgeschossen. Ein Tier lag zudem in der Nähe eines Hochsitzes. Wir vermuten deshalb, dass die Täter im Kreis der Jägerschaft zu suchen sind", so Komitee-Geschäftsführer Alexander Heyd. Der Vogelschützer kündigte an, morgen Strafanzeige gegen Unbekannt zu erstatten.

Am Samstag informierten Zeugen den Naturschutzbund Heinsberg (NABU) über einen toten Mäusebussard, der im Bereich des sog. Hagelkreuzes bei Wegberg-Holtum lag. Auch hier gehen die Naturschützer von einem illegalen Abschuss aus. "Der Vogel hatte unterseits mehrere blutende Verletzungen, die eigentlich nur von einer Schusswaffe stammen können", so NABU-Landesvorsitzender Josef Tumbrinck. Zur Sicherung eines möglicherweise noch vorhandenen Projektiles will der NABU den toten Vogel in dieser Woche dem Staatlichen Veterinäruntersuchungsamt in Krefeld zur Untersuchung übergeben.

Bereits in der letzten Woche stellten Polizisten bei Geilenkirchen-Hoven einen mutmaßlichen Giftköder sicher. Dabei handelte es sich um eine tote Taube, deren Brust gerupft, aufgeschlitzt und mit einem blauem Granulat bestreut worden war - laut Komitee gegen den Vogelmord eine gängige Methode, um Greifvögel zu vergiften. Rund um den Fundort in der Nähe eines Feldweges waren dem Komitee Ende Januar von Spaziergängern drei frisch tote Mäusebussarde gemeldet worden. Die Tiere zeigten eindeutige Anzeichen einer Vergiftungen und wurden deshalb ebenfalls an das Krefelder Untersuchungsamt überstellt. Zusätzlich wurde die Kriminalpolizei eingeschaltet.

Die Naturschützer betonen, dass es sich bei den Funden nur um die Spitze eines Eisberges handelt. Heyd: "Die illegale Greifvogelverfolgung ist in NRW weit verbreitet und insbesondere im Kreis Heinsberg kein Einzelfall". So wurde im Bereich des Fundortes bei Hückelhoven im Februar 2008 bereits eine bedrohte Kornweihe geschossen aufgefunden. Und auch der Fundort der Giftköder bei Geilenkirchen liegt in einem "polizeibekanntem" Problemrevier, wo im letzten Jahr mehrere nachweislich vergiftete Greifvögel gefunden wurden. Ein Täter konnte damals trotz intensiver Ermittlungen der Polizei in beiden Fällen nicht ermittelt werden.

Um den Vogelhassern das Handwerk legen zu können, bitten die Naturschützer jetzt die Bevölkerung um Mithilfe. Wer in den letzten Wochen etwas Verdächtiges beobachtet hat oder Hinweise auf die Täter geben kann, wird gebeten, sich mit der Geschäftsstelle des Komitees in Bonn (0228-665521) oder direkt mit der Polizei in Verbindung zu setzen.

V.i.S.d.P.: Axel Hirschfeld, Komitee gegen den Vogelmord, An der Ziegelei 8, 53127 Bonn