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Wieder Giftverdacht:

16 tote Greifvögel und Köder in Kogenbroich gefunden

Schwarze: „Beispiellose Serie von Umweltkriminalität“

Kreis Heinsberg führt landesweite Gift-Statistik an

Geilenkirchen: Die illegale Verfolgung geschützter Greifvögel im Kreis Heinsberg (NRW) nimmt immer schlimmere Dimensionen an. Wie das Bonner Komitee gegen den Vogelmord mitteilt, sind gestern in einem Jagdrevier südlich von Geilenkirchen-Kogenbroich die Kadaver von 15 toten Mäusebussarden und einem Habicht sowie mehrere mutmaßliche Giftköder gefunden worden. „Alles deutete auf eine illegale Vergiftungsaktion hin, wir haben sofort die Polizei verständigt“, so Komiteevorsitzender Heinz Schwarze. Die Beamten sicherten vor Ort Beweise und leiteten ein Strafverfahren gegen Unbekannt ein. Die toten Greifvögel und die Köder (eine Taube, ein Kaninchen sowie Schlachtabfälle) wurden sichergestellt und sollen jetzt im Chemischen- und Veterinäruntersuchungsamt in Krefeld untersucht werden.

Komiteemitglied mit im Kreis Heinsberg gefundenen GreifvögelnKomiteemitglied mit im Kreis Heinsberg gefundenen Greifvögeln„Der Fund vom Wochenende ist der traurige Höhepunkt einer langen Serie skrupelloser Umweltkriminalität im Kreis Heinsberg“, so Schwarze. Zentrum der illegalen Greifvogel-Verfolgungen ist die Feldflur im Dreieck Heinsberg-Geilenkirchen-Waldfeucht, wo laut Komitee gegen den Vogelmord von Januar 2005 bis heute mindestens 18 Mal geschossene oder vergiftete Greifvögel bzw. verdächtige Köder gefunden wurden. Ein Täter konnte von der Polizei nicht ermittelt werden. Doch die bisher aufgedeckten Fälle sind offenbar nur die Spitze des Eisberges. Schwarze: „Sämtliche Experten gehen davon aus, dass nur ein kleiner Bruchteil der tatsächlich getöteten Vögel überhaupt entdeckt und analysiert wird. Wir schätzen, dass deutlich weniger als 10% aller Verfolgungsaktionen überhaupt ans Tageslicht kommt“.

Insgesamt sind im Kreis Heinsberg seit 2005 mehr als 38 Fälle mit mindestens 74 Opfern festgestellt worden – soviel wie in keinem anderen Kreis in NRW. Doch während z.B. im ebenfalls stark von diesen Delikten betroffenen Nachbarkreis Düren oder dem Münsterland bereits mehrere Täter ermittelt und verurteilt wurden, tappen die Behörden in Heinsberg weiter im Dunkeln. Zwar gerieten bei einigen Ermittlungsverfahren Jäger unter Verdacht, verurteilt wurde bisher jedoch niemand, so das Komitee. Angesichts des erneuten Falls in Kogenbroich fordert der Verband die zuständigen Behörden auf, endlich alle rechtlichen Mittel zur Identifizierung der Täter auszuschöpfen. „Offenbar sind die bisher von den Behörden eingesetzten Ressourcen und Maßnahmen nicht geeignet, die Täter zu fassen oder auch nur abzuschrecken“, so Schwarze.

In Deutschland gehören alle Greifvögel zu den durch das Bundesnaturschutzgesetz streng geschützten Tierarten. Wer sie fängt oder tötet kann mit hohen Geldstrafen oder einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren bestraft werden. Jägern, die Greifvögel fangen oder abschießen, droht zusätzlich der Entzug der Jagderlaubnis


V.i.S.d.P., weitere Informationen und Bildmaterial: Komitee gegen den Vogelmord, Axel Hirschfeld, Tel.: 0049 228 665521 oder 01794803805 oder Email: axel.hirschfeld@komitee.de


Liste der Fälle von Greifvogelverfolgung, Heinsberg 2005 - 2011

Eine Liste alle bekannt gewordenen Fälle von Greifvogelverfolgung im Kreis Heinsberg aus den Jahren 2005 bis 2011 können sie hier als pdf herunterladen:

Liste Greifvogelverfolgung Heinsberg


Fotos vom 09.01.2011

Polizei bei der Sicherstellung eines Bussard-Kadaver in KogenbroichPolizei bei der Sicherstellung eines Bussard-Kadaver in Kogenbroich Insgesamt wurden am 09. Januar 2011 in Kogenbroich 16 tote Greifvögel gefunden wordenInsgesamt wurden am 09. Januar 2011 in Kogenbroich 16 tote Greifvögel gefunden worden Geschossener HabichtGeschossener Habicht Nahaufnahme der Schussverletzung des Habichts (Eintrittswunde)Nahaufnahme der Schussverletzung des Habichts (Eintrittswunde)