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Chronik der illegalen Greifvogelverfolgung rund um Disternich
(Kreis Düren/NRW, Mai 2003 - April 2008)
Anfang Mai 2003
Ein Mitarbeiter der Biologischen Station Bonn entdeckt in der Flur „Galgenmaar“ einen mit einer lebenden Taube beköderten, aktivierten Habichtfangkorb. Die Falle steht in etwa 15 Meter Entfernung zu einer Fasanenfütterung. Um das Gerät herum liegen Habichtsfedern. Beamte der Polizei Düren stellen die Falle sicher und leiten ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt ein. Das Verfahren wird später ergebnislos eingestellt.
Juni 2005:
Bei Kartierungsarbeiten entdeckt ein Komiteemitarbeiter einen toten, stark verwesten Habicht direkt neben einer Fasanenfütterung im Bereich „Regenbusch“.
April 2006
Ein Zeuge berichtet dem Komitee am 08.04.2008, dass er im April 2006 fünf tote Greifvögel unbekannter Art im Bereich des Gestütes östlich von Disternich gefunden hat.
September 2006
Ein Spaziergänger aus Disternich findet in der Flur „Galgenmaar“ einen mit einer lebenden Taube beköderten Habichtfangkorb. In der Falle sitzt ein lebender Habicht. Der Vogel wird freigelassen, die Falle später der Polizei übergeben.
05.01.2007:
Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord entdecken bei Kartierungsarbeiten nördlich der Flur „Galgenmaar“ auf einem Acker (Abb.1, Kartenpunkt Nr. 4) Fleischköder und einen toten Mäusebussard. In einem nahegelegenen Gehölz steht direkt neben einem Hochsitz ein mit einer lebenden Taube beköderter Habichtfangkorb. Direkt daneben sind zwei tote Ringeltauben platziert worden. Anschließend gelingt es den Zeugen, den Jagdausübungsberechtigten des Revieres dabei zu filmen, wie er die Stelle mit den Fleischködern aufsucht, den toten Bussard aufnimmt, die Falle kontrolliert und die Ködertaube mit Wasser versorgt. Die zu Hilfe gerufene Polizei beschlagnahmt alles. Spätere Analysen des Staatlichen Veterinäruntersuchungsamtes Krefeld ergeben, dass der Bussard mit dem Insektizid Carbofuran (ein Carbamat) vergiftet wurde, die Fleischköder und die toten Tauben waren mit dem gleichen Gift präpariert. Nähere Infos zu dem Fall finden Sie hier.
07.01.2007
Ein Komiteemitarbeiter entdeckt und fotografiert in der Flur „Wintermaar“ eine Falle für den illegalen Fang von Krähen und Greifvögeln. Zu dem Zeitpunkt ist die Falle nicht in Betrieb. In einem Feldgehölz östlich der Flur „Galgenmaar“ liegt ein stark verwester Habicht.
12.01.2007
Nach einem Hinweis eines Zeugen aus Disternich finden Komiteemitarbeiter eine illegal vom Jagdpächter im Neffelsbach südlich von Disternich errichtete Holzplattform. Direkt daneben werden von der Polizei die stark verwesten Überreste von zwei Mäusebussarden und einem Graureiher sichergestellt und an das Kreisveterinäramt weitergeleitet. Die Plattform wird wenig später von Mitarbeitern des Erftverbandes entfernt.
15.01.2007:
Nach Presseberichten meldet eine Zeugin aus Disternich östlich der Landstraße 264 zwei tote Greifvögel an die Polizei. Diese findet daneben auch Fleischköder und stellt beide Tiere für weitergehende Untersuchungen sicher.
Januar 2007
Die Polizei leitet ein Strafverfahren ein und veranlasst eine Hausdurchsuchung bei dem verdächtigen Jagdausübungsberechtigten. Dabei sollen ein frisch toter Habicht und literweise Insektizide sichergestellt worden sein.
06.02.2007
Zeugen rufen die Polizei zu einem etwa einen halben Kubikmeter großen Abfallhaufen an der Landstraße 263 bei Pingsheim. Neben diversem Unrat entdecken die Beamten dort einen Blecheimer, in dem sich das hochgiftige und verbotene Insektizid Temik G (ein Carbamat) befindet.
19.03.2007:
Mitarbeiter des Komitees finden im Neffelsbach nördlich von Disternich einen toten Mäusebussard, der nach Analyen des Staatlichen Veterinäruntersuchungsamtes Krefeld durch eine „stumpfe, mechanisch-traumatische Einwirkung“ zu Tode kam.
29.03.2007
Ein Mitarbeiter der Biologischen Station Euskirchen findet östlich der Flur „Galgenmaar“ einen toten Rotmilan. Das Tier wird anschließend dem Staatlichen Veterinäruntersuchungsamt Krefeld überstellt, eine eindeutige Ermittlung der Todesursache ist nicht möglich.
Ende Juni 2007
Unter einem Spießbottich in der Flur „Galgenmaar“ finden Mitarbeiter der Biologischen Station Düren und des Komitees einen mumifiziereten Mäusebussard.
Die gerufene Polizei gehen davon aus, dass der Vogel vermutlich lebend unter den Eimer geriet und protokollieren den Vorfall. Etwas weiter östlich liegen in einer Brache die Federn und Beine eines Rotmilans – an der gleichen Stelle wie am 29.03.2007. Die Polizei stellt alle Tierkadaver sicher.
Juli 2007
Bei einer erneuten Kontrolle des Feldgehölzes im „Galgenmaar“ findet ein Komiteemitarbeiter unter einer Pressspanplatte Knochen und Schädel von 2 Mäusebussarden, 2 Rotmilanen und einem Habicht. Es ist davon auszugehen, dass es sich hierbei um ein „Depot“ handelte, in dem getötete Greifvögel entsorgt bzw. versteckt wurden.
Mitte Dezember 2007
Komiteemitarbeiter finden nordwestlich von Weiler in der Ebene einen toten Mäusebussard auf einem Acker liegend. Die Röntgenaufnahme zeigt als Todesursache einen Genickbruch.
25.01.2008
Bei Kartierungsarbeiten entdeckt ein Komiteemitarbeiter nördlich der Flur „Galgenmaar“ an einem Hochsitz zwei frisch tote Mäusebussarde und einen bläulich schimmernden Fleischköder. Die Untersuchung des Staatlichen Veterinäruntersuchungsamtes Krefeld ergibt später, dass der Köder mit Carbofuran präpariert wurde und die Vögel an dem Gift gestorben waren. Nähere Infos zu dem Fall finden Sie hier
27.01.2008
Nach einem Aufruf in der Presse meldet ein Zeuge aus Vettweiß einen toten Greifvogel zwischen Disternich und Weiler in der Ebene. Die sofort alarmierte Polizei stellt das Tier sicher und leitet es zur Untersuchung weiter. Auch hier konnten die Beamten Fleischköder in der Nähe des Kadavers zur Analyse sicherstellen.
29.01.2008
Gemeinsam mit zwei Kamerateams des WDR durchsuchen Komiteemitarbeiter ein Wäldchen südlich von Disternich und finden in der Nähe einer Fasanenfütterung ausgelegte Rinderzungen und zwei tote Mäusebussarde. Die Polizei stellt die Tiere sicher, die Analysen ergeben, dass zumindest einer der beiden Vögel mit Carbofuran vergiftet wurde. Am gleichen Tag finden Komiteemitarbeiter nördlich der Flur „Galgenmaar“ einen verwesten Mäusebussard sowie den Schädel eines weiteren Greifvogels.
12.02.2008
Eine Zeugin aus Disternich informiert das Komitee per Email über den Fund eines skelettierten Greifvogels in der Nähe der Burgstraße am Neffelsbach.
23.03.2008
Ein Zeuge aus Weiler in der Ebene findet östlich von Disternich auf einem Feld einen toten Mäusebussard. Der Vogel wird der Polizei übergeben.
25.03.2008
An derselben Stelle östlich von Disternich liegt ein toter Rotmilan, der von einem Bürger aus Weiler in der Ebene geborgen und später der Polizei übergeben wird.
01.04.2008
Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord und der Biologischen Station des Kreises Düren finden östlich von Disternich binnen 2 Stunden insgesamt 29 tote Greifvögel. Es handelt sich um 21 Mäusebussarde, 1 Rotmilan, 1 Sperber, 1 Habicht und Skelette von 5 weiteren Greifen. Beamte der umgehend informierten Polizei stellen 19 tote Tiere sicher.
Der Polizei wird ein weiterer toter Rotmilan gemeldet, der in Müddersheim - etwa 2 km nördlich des Revieres Disternich - gefunden wurde.
02.04.2008
Mitarbeiter des Komitees finden in Begleitung eines WDR-Kamerateams 7 weitere tote Vögel. Es handelt sich um 4 frisch tote Mäusebussarde, 2 skelettierte Bussarde und einen Graureiher. Zwei der frischen Bussarde hatte ein Landwirt entdeckt und den Mitabeitern vor Ort gezeigt. Die gut erhaltenen Greife und der Reiher wurden der Polizei zur weiteren Veranlassung übergeben.
03.04.2008
In Begleitung eines Sat 1-Kamerateams finden Komiteemitglieder im Revier östlich von Disternich fünf weitere tote Greifvögel. Es handelt sich um die Skelette von vier Bussarden und einem Habicht.
04.04.2008
Am 4. April 2008 hat das Komitee gegen den Vogelmord bei der Unteren Jagdbehörde des Kreises Düren beantragt, dem Jagdpächter des Revieres Disternich wegen der anhaltenden Fälle von Greifvogelverfolgung den Jagdschein mit sofortiger Wirkung zu entziehen. Ein offener Brief an Dürens Landrat Spelthahn soll das Verfahren beschleunigen.
06.04.2008
Bei einer Kontrolle finden Komiteemitglieder und ein Mitarbeiter der Biologischen Station südlich von Disternich unweit des Neffelbaches vier weitere tote Vögel. Es handelt sich um die verwesten Überreste eines Mäusebussards, eines Habichts, eines Graureihers und einer Wiesenweihe. Drei der Vogelkadaver liegen an derselben Stelle, wie der nachweislich vergiftete Bussard, der am 29. Januar 2008 aufgefunden und von der Polzei sichergestellt worden war.
08.04.2008
Ein Zeuge meldet der Polizei einen toten Greifvogel im Bereich des Gestüts östlich von Disternich - die Beamten stellen den Vogel sicher.







