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Delbrück (Paderborn/NRW):
Komitee-Mitarbeiter finden illegale Falle und 12 tote Greifvögel

Im Umfeld dieser nicht erlaubten Falle fanden Vogelschützer einen toten Sperber, eine Rohrweihe und zwei Mäusebussarde.Im Umfeld dieser nicht erlaubten Falle fanden Vogelschützer einen toten Sperber, eine Rohrweihe und zwei Mäusebussarde.Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord haben am 21.08.2013 im westfälischen Delbrück (Kreis Paderborn) ein wahres Greifvogelmassaker aufgedeckt. In zwei kleinen Wäldchen unweit einer Hühnerfarm bei Delbrück-Westenholz fanden sie eine in NRW nicht erlaubte Falle und insgesamt 12 tote Greifvögel. Die Polizei und ein Mitarbeiter des Kreises Paderborn wurden hinzugezogen.

In einem der Wäldchen stand neben Futtertonnen für Fasane und anderen jagdlichen Einrichtungen eine Falle, die seit 1995 in NRW verboten ist. Sie war aktuell nicht fängig gestellt, der Zustand des als Köder dienenden toten Fasans zeigt aber, dass sie noch vor wenigen Monaten in Betrieb gewesen sein musste. Nur vier Meter von der Falle entfernt lag unter einem Holzstapel versteckt ein toter Sperber, etwa 20 Meter entfernt die Überreste einer Rohrweihe und Skelettteile zweier Mäusebussarde. Ein Jäger in Liesborn (Warendorf) war erst im Februar 2012 mit einem solchen Fanggerät überführt worden - er hatte einen Mäusebussard gefangen.

Unweit einer Auswilderungsvoliere für Jagdfasane lagen vier tote Habichte - zum Teil nur wenige Meter voneinander entfernt!Unweit einer Auswilderungsvoliere für Jagdfasane lagen vier tote Habichte - zum Teil nur wenige Meter voneinander entfernt!Nur einen Kilometer entfernt bot sich ein noch dramatischeres Bild: Im Umfeld einer Voliere zur Auswilderung von Jagdfasanen entdeckten die Naturfreunde auf engstem Raum die Überreste von einem Rotmilan, drei Mäusebussarden und vier Habichten. Auch hier fanden sich zahlreiche Niederwildfütterungen und Dutzende halbzahme Fasane, die offenbar erst vor Kurzem ausgesetzt wurden.

Die räumliche Nähe zu jagdlichen Einrichtungen und die große Zahl ausgesetzter Fasane lassen die Vermutung zu, dass jagdliche Interessen hinter dem Fall stehen könnten. "Eine so große Menge toter Greifvögel verschiedenster Arten auf kleinstem Raum ist nicht mit natürlichen Ursachen zu erklären", so Alexander Heyd vom Komitee gegen den Vogelmord. "Leider sind die Kadaver zu alt, um noch eine Todesursache ermitteln zu können. Wir gehen aber davon aus, dass zumindest die direkt an der illegalen Falle gefundenen und eindeutig versteckten Greifvögel gefangen und erschlagen wurden." Bei den anderen Vögeln vermutet der Vogelschützer den Einsatz von Gift oder Abschuss.

Rotmilane, Habichte und Rohrweihen sind in NRW gefährdet und stehen auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Vogelarten. Alle Greifvögel stehen unter Naturschutz.

Die Polizei und ein Mitarbeiter der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Paderborn haben die Fundstellen in Augenschein genommen und einen Teil der Greifvogel-Kadaver sichergestellt. Das Komitee gegen den Vogelmord hat wegen des Verdachts auf Wilderei und Tierquälerei Anzeige gegen Unbekannt erstattet und lässt zudem prüfen, ob für die riesige Fasanen-Voliere eine Baugenehmigung besteht.

Überreste einer Rohrweihe - gefunden etwa 20 Meter entfernt von der Falle.Überreste einer Rohrweihe - gefunden etwa 20 Meter entfernt von der Falle.


Schädel eines Mäusebussards.Schädel eines Mäusebussards.


Zwei Greifvogel-Kadaver waren im Umfeld der Falle unter Holzstämmen versteckt worden.Zwei Greifvogel-Kadaver waren im Umfeld der Falle unter Holzstämmen versteckt worden.


Die gefundenen Habichte lagen zum Teil nur wenige Meter voneinander entfernt im Bereich einer Auswilderungsvoliere für Jagdfasane.Die gefundenen Habichte lagen zum Teil nur wenige Meter voneinander entfernt im Bereich einer Auswilderungsvoliere für Jagdfasane.


Nur 20 Metern entfernt von dieser Fasanen-Voliere lag ein toter Rotmilan, weitere Bussarde und Habichte fanden sich rund 100 Meter weiter in einem Fichtenwäldchen. Ob der Kreis Padeborn eine Baugenehmigung für diese rieseige Fasanerie erteilt hat, bleibt zunächst ungeklärt.Nur 20 Metern entfernt von dieser Fasanen-Voliere lag ein toter Rotmilan, weitere Bussarde und Habichte fanden sich rund 100 Meter weiter in einem Fichtenwäldchen. Ob der Kreis Padeborn eine Baugenehmigung für diese rieseige Fasanerie erteilt hat, bleibt zunächst ungeklärt.


Liesborn (Warendorf), Februar 2012: Mit einer Falle gleichen Bautyps hatte ein Jäger einen Mäusebussard gefangen.Liesborn (Warendorf), Februar 2012: Mit einer Falle gleichen Bautyps hatte ein Jäger einen Mäusebussard gefangen.