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Greifvogelverfolgung in Deutschland

Mit Gift, Fallen und Schrot gegen Krummschnäbel

Rotmilane sind besonders häufig von Giftködern betroffen (© Thomas Kraft/Wikimedia Commons)Rotmilane sind besonders häufig von Giftködern betroffen (© Thomas Kraft/Wikimedia Commons)Greifvögel wie Mäusebussarde und Habichte werden von vielen Geflügelhaltern und Jägern in Deutschland immer noch als lästige Konkurrenz empfunden.

Tatsächlich stehen bevorzugte Beuteobjekte der Jäger wie etwa Rebhühner und Fasane oder eben Haushühner und Brieftauben auf dem Speisezettel heimischer Greifvogelarten. Während es die einen dabei belassen, sich über die ungeliebten "Krummschnäbel" zu ärgern, greifen andere illegal zu Gift, Fallen und Schrot, um sich der Beutegreifer zu entledigen. Vor allem in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Bayern ist die Greifvogelverfolgung vielfach immer noch an der Tagesordung.

Bis in die 1970er Jahre hinein wurden Greifvögel auch in Deutschland legal bejagt und unterliegen noch heute dem Jagdrecht. Doch aufgrund ihrer Bedeutung für das Ökosystem und wegen der zum Teil dramatischen Bestandssituation einiger Arten wurden alle Greife und Falken unter Schutz gestellt.

Komitee-Mitarbeiter mit vergiftetem RotmilanKomitee-Mitarbeiter mit vergiftetem RotmilanDie Palette der Methoden, mit denen Geflügelzüchter und Jäger Greifvögeln nachstellen, ist breit gefächert. In jagdlich intensiv genutzten Niederwildrevieren finden sich nicht selten mit Nervengiften getränkte Fleischköder, auf Sitzwarten wie z.B. Zaunpfählen montierte Tellereisen, geräumige Massenfallen oder eigens für den Greifvogelfang hergestellte Habichtfangkörbe. In Wildvogelpflegestationen werden Jahr für Jahr zahlreiche Greife eingeliefert, in denen die Tierärzte Schrote oder Luftgewehrprojektile finden. Ganz Dreiste sägen einfach die Horstbäume um - im Zweifel während der Brutzeit mitsamt Jungvögeln!

Bevorzugte Opfer sind Mäusebussarde und Habichte. Für den gefährdeten Rotmilan, der in Mitteleuropa seinen weltweiten Verbreitungsschwerpunkt hat, sind die Giftköder ein existenzielles Problem: Der Vogel ernährt sich überwiegend von Aas und wird deswegen von Fleischködern magisch angezogen. Aber auch Wander- und Turmfalken, Sperber und selbst Uhus leiden unter der illegalen Nachstellung.

Die Täter können dabei so gut wie sicher sein, nicht erwischt zu werden. Nur wenn die Wilderer in flagranti erwischt werden oder die Fallen auf eingezäunten Grundstücken gefunden werden, ist ein Gerichtsverfahren überhaupt denkbar. Seit sich Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord gezielt an Fallen mit Videokameras auf die Lauer legen, geht die Greifvogelverfolgung in Teilen NRWs zurück. Gerichtsurteile mit vergleichsweise hohen Geldstrafen und dem Entzug des Jagdscheines zeigen nach und nach ihre Wirkung.

Wenn Sie unsere Arbeit gegen die Greifvogelverfolgung in Deutschland unterstützen möchten, freuen wir uns über eine Spende ... oder Sie schicken einfach eine Charity-SMS.

Meldeaktion

Sie haben einen toten Greifvogel oder verdächtige Fallen gefunden? Auf der Internetseite unserers Projektes EDGAR haben wir ein Meldeformular zur Greifvogelverfolgung bereitgestellt. Über dieses Seite können Sie uns aktuelle oder bereits abgeschlosesene Fälle melden - wenn gewünscht auch anonym. Wenn Sie einen dringenden Handlungsbedarf sehen, können Sie uns auch direkt unter 0172/2191542 oder 030/2849841555 erreichen.

Zum Formular auf der EDGAR-Website finden Sie hier »»