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Erfolge in Deutschland

Lachmöwen dürfen in Deutschland nach einer Intervention des Komitees nicht mehr während der Brutzeit geschossen werden (© Darkone/Wikimedia Commons)Lachmöwen dürfen in Deutschland nach einer Intervention des Komitees nicht mehr während der Brutzeit geschossen werden (© Darkone/Wikimedia Commons)Neben seinem Engagement in Italien hat das Komitee gegen den Vogelmord von Beginn an auch in Deutschland für einen besseren Vogelschutz gestritten. Und wir haben allerhand erreicht:

  • Ende 1979 sollte die Europäische Union (damals noch "EG") mit der Vogelschutzrichtlinie ihre erste Naturschutzregelung erhalten. Mitarbeiter des Komitees haben sich intensiv an den Beratungen dazu beteiligt, eigene Vorschläge eingereicht und am Ende diese noch heute für den Natur- und Vogelschutz in ganz Europa grundlegende Richtlinie mit gestaltet.
  • Das Komitee hat sich in den 1980er Jahren bei allen Beratungen zum damals neu geschaffenen Bundesnaturschutzgesetz und zur Bundesartenschutzverordnung mit viel Engagement eingebracht. Das Verbot des Vogelfangs und des Handels mit heimischen Wildvögeln in Deutschland ist nicht zuletzt aufgrund der Initiative des Komitees ausgesprochen worden.
  • Als die Nationalparks im deutschen Wattenmeer gegründet wurden, sollte die Jagd in den riesigen Reservaten erlaubt bleiben. Das Komitee hat Mitte der 1980er Jahre eine Protestaktion ins Rollen gebracht, an deren Ende die Jagd im Watt verboten wurde.
  • Zwischen 1984 und 1994 hat das Komitee im Osten Schleswig-Holsteins großflächig Grundstücke gekauft. Mit der Pflanzung von Hecken und Obstbäumen und der Extensivierung der Landwirtschaft haben sich die Fischteiche und Rinderwiesen inzwischen zu wertvollen und artenreichen Vogelreservaten gewandelt.
  • Noch in den 1980er Jahren war der Vogelfang im Aachener Steinkohle-Revier (Nordrhein-Westfalen) weit verbreitet. Das Komitee gegen den Vogelmord hat gemeinsam mit der Polizei in jeden Herbst Aktionen gegen die Vogelfänger durchgeführt - zahlreiche Wilderer wurden in flagranti erwischt. Seit Mitte der 1990er Jahre ist der Vogelfang im deutsch-niederländischen Grenzgebiet Geschichte.
  • Der Fall der Berliner Mauer spülte Tausende "West-Jäger" in die großen Niederungen Ostdeutschlands, wo sie jeden Herbst ohne Beachtung der Gesetze und Schutzvorschriften auf die Gänsejagd gingen. Das Komitee hat seit Mitte der 1990er Jahre an Elbe, Havel und Oder die ausufernde Jagd kontrolliert und Hunderte Jäger angezeigt. Aufgrund unserer Präsenz hatte sich die Situation zehn Jahre später weitgehend beruhigt.
  • Ende der 1990er Jahre kamen findige Fischer und Angler auf die Idee, die ungeliebten Kormorane mittels Laser-Gewehren zu beschießen und sie so zu vertreiben - mit dramatischen Auswirkungen auf die Sehtüchtigkeit der Wasservögel. Das Komitee gegen den Vogelmord hat sich mit allen zuständigen Behörden in Deutschland in Verbindung gesetzt und erreicht, dass die gefährlichen Geräte im Schrank blieben.
  • Nach einer EU-Umweltbschwerde des Komitees gegen die deutsche Jagdgesetzgebung musste die Bundesrepublik im Jahr 2002 die Jagdzeitenverordnung ändern. Ringeltauben, Möwen und Höckerschwäne erhielten eine kürzere Jagdzeit.

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