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Aktionen und Kampagnen des Komitees in Deutschland

Es hält sich hartnäckig das Gerücht, Deutschland sei führend in Sachen Natur- und Umweltschutz. Ob es das je gewesen sein sollte, sei dahin gestellt. Heute ist Deutschland eher ein Schlusslicht im europäischen Vergleich.

Deutschlands Jäger schießen jährlich über 1 Million ZugvögelDeutschlands Jäger schießen jährlich über 1 Million ZugvögelDie bundesdeutsche Jagdgesetzgebung stammt aus den 1930er Jahren und wurde nie umfassend novelliert. Moderne ökologische Erkenntnisse haben bis heute keinen Einzug in das marode Bundesjagdgesetz gefunden. Die Jäger hierzulande fröhnen der Zugvogeljagd ebenso wie dem Einsatz tierquälerischer Fallen. Die Jagd in Schutzgebieten ist fast überall erlaubt, Vögel werden während der Brutzeit legal geschossen und mit großzügigen Ausnahmegenehmigungen wird Jagd auf eigentlich geschützte Vogelarten wie Graureiher, Kormoran und Rabenvögel gemacht. Fang, Vergiftung und Abschuss geschützter Arten - vor allem von Greifvögeln - ist in manchen Teilen Deutschlands immer noch weit verbreitet und, einzigartig in Europa, eine funktionierende Jagdaufsicht existiert nicht.

Darüber hinaus ist Deutschland auch in Sachen Artenschutz keine Insel der Glückseligen. Geschmuggelte Tiere aus den Tropen oder Osteuropa werden hier umgeschlagen und landen in den Sammlungen vermeintlicher "Tierliebhaber". Ob Schildkröten oder Papageien, Enten oder tropische Insekten - in Deutschland gibt es unzählige Tierhalter, die sich mit Hunden und Wellensittichen längst nicht mehr zufrieden geben.

Greifvogelverfolgung ist in Niederwildrevieren Deutschlands bis heute weit verebreitetGreifvogelverfolgung ist in Niederwildrevieren Deutschlands bis heute weit verebreitetAuch der Schutz von Natur und Landschaft läuft in Deutschland längst nicht so reibungslos, wie anderswo. Nur knapp 4 % der Landesfläche steht unter Naturschutz - und in vielen dieser kleinen Reservate wird der vorgeschriebene Schutz vielfach eher klein geschrieben. Sobald ökonomische Interessen, Straßenbau oder Naherholung dem Schutzgedanken entgegen treten, werden die hehren Ziele über Bord geworfen und Gebiete hemmungslos zerstört. Deutschland ist nicht umsonst mehrfach wegen mangelnder Umsetzung internationaler Naturschutzvorschriften von der EU-Kommission gerügt worden.

Das Komitee gegen den Vogelmord setzt sich in Deutschland für eine ökologische Reform des Jagdrechts ein, kontrolliert die Jagd auf Zugvögel wie z.B. arktische Wildgänse, engagiert sich für den Schutz von Greifvögeln vor illegaler Verfolgung und kämpft gegen den illegalen Tierhandel. Im Osten von Schleswig-Holstein hat das Komitee großes Flächen erworben und zu einem wertvollen Naturreservat entwickelt und ist Träger des vom Land geförderten Projektes "Froschland".

Und wir haben Erfolg mit unserer Arbeit im eigenen Land: Das Bundesjagdgesetz und die Bundesjagdzeiten-Verordnung mussten aufgrund einer Umweltbeschwerde des Komitees überarbeitet werden - mehrere Zugvogelarten erhielten eine kürzere Jagdzeit. Das Naturschutzrecht wurde nicht zuletzt aufgrund unserer Beteiligung an den Gesetzesvorhaben verbessert. Unsere Kampagne für einen besseren Greifvogelschutz in Nordrhein-Westfalen zeigt erste Erfolge und auch unsere Projekte zum Schutz von Wiesenweihen und Trauerseeschwalben können sich sehen lassen.