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Qualvoller Transport

Lebend verfrachtet - tot gelandet

Auf dem Transort gestorben: FinkenAuf dem Transort gestorben: FinkenDie Verluste beim Fang und Transport nach Europa sind katastrophal. Als der Wildvogelimport noch legal war, waren die Verluste unter den Vögeln auf ihrem Weg vom Vogelfänger über Tierhändler bis hin zum Endabnehmer "Vogelfreund" bereits dramatisch: Auf jeden Wildvogel, der lebend die deutschen Wohnzimmer erreichte, wurden bis zu fünf Artgenossen kalkuliert, die beim Transport ihr Leben lassen mussten. Heute werden die Vögel unter unsäglichen Bedingungen durch den Zoll geschmuggelt - der Prozentsatz der Tiere, die diese Torturen nicht überleben, ist seither weiter gestiegen!

  • Viele Vögel sterben bereits beim Fang an Knochenbrüchen, weil sie sich in den Netzen strangulieren oder am Schock der Gefangennahme.
  • Eingepfercht in viel zu enge Käfige und Kisten, oft ohne angemessene Versorgung mit Futter und sauberem Trinkwasser, warten auf die Überlebenden meist tagelange Transporte über holprige Straßen und bei tropischer Hitze in die Sammellager der Exporteure. Seuchen, Futterumstellung, Austrocknung und Erschöpfung bedingen Verluste von teilweise mehr als 90%.
  • In den teuren Frachtraum der Flugzeuge nach Europa wird oft reingepfercht, was auch nur eben reinpasst. Viele Tiere ersticken, verdursten, verhungern immer wieder in qualvoller Enge.
  • In der Quarantäne der Importländer, den deutschen Tierhandlungen und beim Endverbraucher sterben weitere Vögel. Oft werden die Tiere von den Exporteuren mit Antibiotika behandelt, die das Immunsystem lahmlegen. Werden die Medikamente vom ahnungslosen Käufer nicht weiter verabreicht, haben Krankheitskeime leichtes Spiel.
  • Aber so grausam es auch klingen mag, die Überlebenden haben eigentlich allen Grund die Toten zu beneiden. Die meisten exotischen Wildvögel sind nämlich für die Haltung in bundesdeutschen Käfigen und Volieren denkbar ungeeignet. Papageien rupfen sich oft schon nach kurzer Zeit in einem Akt der Selbstverstümmelung die eigenen Federn aus. Kolibris ernähren sich vom Nektar tropischer Blütenpflanzen, bei Tukanen stehen ausgefallene exotische Früchte auf dem Speiseplan. Die Folge: Nur die wenigsten Vogelarten können in Gefangenschaft in größeren Mengen gezüchtet werden, der bundesdeutsche Tierhandel ist auf den ständigen Nachschub von Wildtieren angewiesen.