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Deutschlands Tierschmuggler Nr. 1 gefasst

Internationaler Haftbefehl gegen deutschen Tierhändler

Pressemeldung des Komitees aus dem Jahr 2006

Der mit internationalem Haftbefehl gesuchte deutsche Tierhändler Victor Franck aus Seibersbach (Rheinland Pfalz) ist Ende vergangener Woche in Südspanien verhaftet worden. Damit endet eine spektakuläre fünfjährige Verfolgungsjagd, bei der sich der Gesuchte immer wieder dem Zugriff der Behörden entziehen konnte. Franck, den in Deutschland wegen illegalen Tierhandels eine mehrjährige Gefängnisstrafe erwartet, hatte sich kurz nach seiner Verurteilung im Januar 2001 ins Ausland abgesetzt.
Der Zugriff in der Region Malaga erfolgte, nachdem die spanische Polizei einen Hinweis aus Deutschland erhalten hatte. Wie das Komitee gegen den Vogelmord kurz nach der Verhaftung mitteilte, sei der Verband im Januar 2006 darüber informiert worden, dass sich der Gesuchte in der spanischen Stadt Malaga aufhalte. Aufmerksam geworden durch einen Bericht in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ seien die Informanten des Komitees im Internet auf einen „Steckbrief“ der Vogelschützer gestoßen und hätten sich in deren Bonner Geschäftsstelle gemeldet. „Wir haben uns sofort mit dem Anrufer getroffen und seine Informationen dann an die Kriminalpolizei in Frankfurt weitergeleitet. Die hat alles Weitere veranlasst und dabei offenbar hervorragende Arbeit geleistet“, freut sich Komiteesprecher Axel Hirschfeld über den Fahndungserfolg.

Auf seiner fünfjährigen Flucht sei der gesuchte Tierhändler nach Informationen des Komitees weiterhin „international aktiv“ gewesen und habe wahrscheinlich erneut versucht „mögliche Tarnorganisationen für illegale Tier-Geschäfte“ zu gründen, so Hirschfeld. So sei Franck im Ausland in mehreren Fällen als angeblicher Vertreter eines deutschen Naturschutzverbandes aufgetreten und hätte dabei „viele Leute massiv getäuscht und betrogen“.
Unter dem Deckmantel einer gemeinnützigen deutschen „Stiftung für Umwelt, Entwicklung, Kultur - Fundacef“ hatte Franck bereits vor sechs Jahren Hunderte illegale Tier-Geschäfte abgewickelt, für die der heute 70jährige in einem der größten Artenschutz-Prozesse der Bundesrepublik vom Landgericht Frankfurt zu 3 Jahren Gefängnis ohne Bewährung verurteilt worden war. Ausschlaggebend für die Haftstrafe war damals nach Einschätzung des Gerichts vor allem die Tatsache, dass Franck vom Aussterben bedrohte Tier wie Gorillas, Schimpansen, Orang-Utans, Reptilien, Papageien und Adler international angeboten und verkauft hatte.