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Artenschutz in Deutschland

Neben zahlreichen Projekten zum Schutz unserer Zugvögel vor Jägern, Vogelfängern und Wilderern im Mittelmeerraum setzten wir uns auch in Deutschland für wildlebende Vogelarten ein. Dazu gehört sowohl unser Engagement gegen den illegalen Tierhandel mit heimischen und exotischen Wildtieren wie auch konkrete Schutzmaßnahmen für akut gefährdete Vogelarten in ihren Brutgebieten.

Ein Leben hinter Gittern: Graupapagei als "Stubenvogel" (© Linda Kenney/Wikimedia Commons)Ein Leben hinter Gittern: Graupapagei als "Stubenvogel" (© Linda Kenney/Wikimedia Commons)Import und der Handel wildgefangener Vögel für den Heimtiermarkt ist - obwohl stark reglementiert und fast abgeschafft - immer noch ein großes Problem in Europa. Mit Informationsbroschüren und Pressemitteilungen klären wir die Verbraucher über das Elend der Wildvögel auf, ermitteln in Fällen von Wilderei, illegalem Trophäenhandel, Tierpräparation und Tierschmuggel. In den letzten Jahren sind uns dabei teils spektakuläre Aufgriffen illegaler Händler gelungen. Mit der von uns finanziell unterstützten Wildvogelpflegestation Kirchwald in der Eifel (Rheinland-Pfalz) haben wir darüber hinaus eine kompetente Stelle zur Unterbringung beschlagnahmter Vögel.
Auf der politischen Ebene pflegen wir den Kontakt zu Entscheidungsträgern in Berlin und Brüssel und erarbeiten Stellungnahmen zu Gesetzesentwürfen (z.B. Änderung der Bundesartenschutzverordnung 2003, Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes 2004). Im Jahr 2005 wurde nicht zuletzt durch unsere jahrelange Lobbyarbeit ein EU-weites Einfuhrverbot für Wildvögel verhangen - die Absatzzahlen im Zoohandel sind daraufhin drastisch gesunken.

Im südlichen Rheinland (Nordrhein-Westfalen) hat das Komitee gegen den Vogelmord die Arbeitsgemeinschaft Weihenschutz Zülicher Börde ins Leben gegründet, in der lokale Naturfreunde, Ornithologen und örtliche Verbände gemeinsam mit Landwirten und Behörden den Schutz der gefährdeten Weihen voranbringen. Und in Sachsen- Anhalt und Brandenburg betreut das Komitee zwei Trauerseeschwalben-Kolonien - im jedem Jahr ziehen hier bis zu 40 Paare der vom Aussterben bedrohten Vogelart ihre Jungen auf.

Im Osten Schleswig-Holsteins besitzt und betreut das Komitee großflächige Schutzgebiete, in denen gefährdete Tier- und Pflanzenarten wie Neuntöter, Schellente, Laubfrosch und verschiedene Orchideen einen letzten Rückzugsraum haben. Gemeinsam mit Partnerverbänden arbeiten wir daran, unsere Gebiete durch ein besonderes Biotopmanagement zu einem Vorbildprojekt für ähnliche Flächen zu entwickeln. Seit dem Jahr 2014 ist das Komitee gegen den Vogelmord zudem Träger des vom Land Schleswig-Holstein geförderten Projektes "Froschland".